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Darum muss die Bergrettung in den Alpen immer häufiger ausrücken

Helikopter Redding

Jeden Sommer erscheinen unzählige Meldungen über Rettungseinsätze in den Alpen: Wanderer, die sich verirren, BergsportlerInnen, die ausrutschen, oder Touristen, die schlecht vorbereitet unterwegs sind. Gleichzeitig verändert sich die Art der Vorfälle, zu denen die Rettungsdienste gerufen werden. Andrang, Klimawandel und Social Media spielen eine große Rolle bei der steigenden Zahl der Einsätze.

Rekordzahlen bei Rettungseinsätzen

Die Bergrettungsdienste sind so stark gefordert wie nie zuvor. Im Jahr 2025 wurde die Bergrettung Tirol 4.019 Mal alarmiert, was einem Anstieg von 15 % entspricht. Auch in den Bayerischen Alpen gab es im Sommer 2025 Tausende Rettungen: Dort wurde 3.041 Menschen geholfen. Auffällig ist, dass vor allem in stark besuchten Gebieten wie rund um die Zugspitze mehr Einsätze nötig waren. In der Schweiz führte die Luftrettung Rega 20.463 Rettungseinsätze durch, fast 800 mehr als 2024. In Italien sprechen Rettungsdienste bereits seit einigen Jahren von einer „Stabilisierung auf hohem Niveau“.

Rettungsteam in den Bergen
Rettungsteams haben heute mehr Einsätze als jemals zuvor.

Immer mehr Menschen zieht es in die Berge

Dass es im Sommer so viele Rettungseinsätze gibt, liegt vor allem daran, dass immer mehr Menschen die Bergregionen besuchen. So stieg die Zahl der Mitglieder im Deutschen Alpenverein (DAV) im Jahr 2025 auf 1,64 Millionen – mehr als doppelt so viele wie 2007.

Die meisten Unfälle passieren im Sommer beim:

  • Wandern
  • Bergsteigen
  • Mountainbiken

Wandern ist mit Abstand die größte Kategorie: In Österreich hängen fast drei Viertel aller Bergunfälle damit zusammen.

Bergrettung als „Taxi", weil die letzte Gondel verpasst wurde

Eine auffällige Entwicklung ist, dass Bergretter immer häufiger von Menschen alarmiert werden, die nicht verletzt sind, aber einfach nicht mehr weiterkommen. Das passiert zum Beispiel, wenn Wanderer erschöpft sind oder sich eine Route als zu schwierig erweist. In Österreich betrifft inzwischen etwa jeder dritte Notruf eine solche Situation. In Südtirol sprechen Rettungsdienste sogar von „Taxifahrten“: Menschen rufen etwa dann um Hilfe, wenn sie die letzte Gondel verpasst haben.

Geschlossene Gondel
Letzte Liftfahrt verpasst? Dann wird einfach der Rettungsdienst gerufen.

Eine Rettung mit dem Hubschrauber kann Tausende Euro kosten

Bergrettungen werden in vielen Alpenländern von freiwilligen Rettern durchgeführt, vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr. Sie werden über ein Alarmsystem verständigt und rücken aus, wenn sie verfügbar sind. Hubschrauber kommen oft dann zum Einsatz, wenn das Gelände schwer erreichbar ist. Ein solcher Flug kann mehrere Tausend Euro kosten. In manchen Fällen müssen gerettete Personen diese Kosten selbst tragen, zum Beispiel wenn sie eindeutig unvorsichtig gehandelt und sich schlecht vorbereitet haben.

Der Klimawandel macht die Berge gefährlicher

Auch der Klimawandel spielt eine Rolle für die Sicherheit in den Bergen. Durch das Tauen des Permafrosts – also des gefrorenen Untergrunds, der Felsen zusammenhält – werden Bergwände instabiler.

Die Folgen sind unter anderem:

  • häufiger Steinschlag
  • mehr Erdrutsche
  • häufiger extreme Wetterlagen wie heftiger Regen und Murenabgänge
Schild Steinschlag in den Alpen
Warnung vor Steinschlag beim Wandern

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Einfluss von Social Media

Laut Bergsportorganisationen haben auch die Sozialen Medien Einfluss auf das Verhalten von BergsportlerInnen. Fotos von spektakulären Gipfeln locken viele Menschen an dieselben Orte, doch die Risiken werden dabei nicht immer erwähnt. Berghütten berichten, dass immer häufiger BesucherInnen mit mangelhafter Ausrüstung oder ohne gute Vorbereitung unterwegs sind.

Appell der Rettungsdienste

BergretterInnen betonen, dass es besser ist, frühzeitig Alarm zu schlagen, als zu warten, bis eine Situation lebensgefährlich wird. Gleichzeitig rufen sie BergsportlerInnen dazu auf, sich gut vorzubereiten:

  • Wetter und die Bedingungen prüfen.
  • Eine Route wählen, die zur eigenen Erfahrung passt und eine solide Ausrüstung mitnehmen.

Mit der wachsenden Beliebtheit der Berge bleibt das wichtiger denn je.

1219 - Summer - Maria

Über Maria

Im Sommer trete ich meistens in die Pedale. Dann sind mein Bike und ich unzertrennlich. Am liebsten fahre ich aufwärts mit einer schönen Berghütte als Ziel, wo ich mir dann den verdienten Kaspressknödel so richtig schmecken lasse.