Wer am Samstag, dem 1. August, über den Fernpass nach Tirol oder weiter nach Italien fährt, muss seine Route anpassen. Die B179 ist von 9.45 bis 12.00 Uhr bei Reutte und Nassereith vollständig gesperrt. Auch das Hahntennjoch wird in dieser Zeit gesperrt, und der Ausweichverkehr darf nicht über lokale Straßen fahren. Weil die Sperre mit einem der stärksten Reisetage dieses Sommers zusammenfällt, rät das Land Tirol, den Fernpass am Samstag möglichst den ganzen Tag zu meiden.
Der Fernpass ist eine wichtige Verbindung für den Ferienverkehr aus Deutschland und den Niederlanden. Viele Reisende nutzen die Route über die A7, Füssen und Reutte in Richtung Inntal, Ötztal, Brennerpass und Norditalien. Auch Rückreisende können von der Sperre betroffen sein.
In Kürze
- Die B179 über den Fernpass ist am Samstag, dem 1. August, von 9.45 bis 12.00 Uhr vollständig gesperrt.
- Auch das Hahntennjoch steht in dieser Zeit nicht als Ausweichroute zur Verfügung.
- Lokale Schleichwege im Bezirk Reutte sind für den Durchgangsverkehr gesperrt.
- Tirol empfiehlt Urlaubern, den Fernpass an diesem Samstag möglichst den ganzen Tag zu meiden.
Fernpass mehr als zwei Stunden komplett gesperrt
Die B179 Fernpassstraße wird am Samstag zwischen 9.45 und 12.00 Uhr an zwei Stellen gesperrt: bei Reutte/Katzenberg auf der Nordseite und bei Nassereith/Rastland auf der Südseite.
Die Sperren gelten in beide Richtungen und grundsätzlich für den gesamten Verkehr. Nur Einsatzfahrzeuge dürfen die gesperrten Abschnitte im Notfall passieren.
Offiziell dauert die Sperre zwei Stunden und fünfzehn Minuten, die Verkehrsbehinderungen können aber deutlich länger anhalten. Bereits vor 9.45 Uhr können sich Staus bilden, weil viele Autofahrer noch vor Beginn der Blockade durchkommen wollen. Nach 12.00 Uhr muss der aufgestaute Verkehr erst wieder abfließen.
Sperre fällt mitten in die Ferienreisewelle
Der Zeitpunkt ist besonders ungünstig. Anfang August sind viele Urlauber auf dem Weg nach Österreich, Italien, Slowenien oder Kroatien. Gleichzeitig beginnen in großen deutschen Bundesländern die Sommerferien, wodurch vor allem am Samstag viel Verkehr in Richtung Alpen erwartet wird.
Die Sperre kann deshalb nicht nur direkt am Fernpass zu Verzögerungen führen. Auch auf der deutschen A7 in Richtung Füssen und auf Ausweichrouten über München, Kufstein, Seefeld oder den Arlberg kann es deutlich voller werden.
Wie lang die Staus genau werden, lässt sich im Voraus nicht sagen. Bei einer früheren Protestaktion Ende Juni blieb ein großes Verkehrschaos aus, allerdings fand diese zu einem weniger ungünstigen Zeitpunkt statt. Die Tiroler Behörden gehen davon aus, dass die Auswirkungen am Samstag, dem 1. August, größer sein können.
Hahntennjoch ist keine Alternative
Auch die L246 über das Hahntennjoch wird von 9.45 bis 12.00 Uhr gesperrt. Die schmale und kurvenreiche Bergstraße kann während der Blockade also nicht als kurze Umleitung zwischen Lechtal und Inntal genutzt werden.
Zusätzlich gelten von 7.00 bis 19.00 Uhr Fahrverbote für den Durchgangsverkehr auf mehreren lokalen Straßen im Bezirk Reutte. Betroffen sind unter anderem Straßen in Richtung Pflach und die Zufahrt bei Heiterwang.
Navigationssysteme können Autofahrer bei Stau trotzdem auf solche Nebenstraßen schicken. Folge diesen Vorschlägen nicht blind: Die Polizei kontrolliert die Sperren und lokalen Fahrverbote. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Dörfer und schmale Straßen völlig verstopfen.
Welche Alternativen gibt es?
Eine schnelle lokale Umleitung rund um den Fernpass gibt es am Samstag nicht. Wer die Route vermeiden will, muss je nach Startpunkt und Ziel großräumig ausweichen.
Für Ziele in Westtirol, Vorarlberg oder im Westen Italiens kann die Route über Memmingen, Lindau, die österreichische A14 und den Arlberg eine Möglichkeit sein. Wer in Richtung Innsbruck, Zillertal, Brennerpass oder Norditalien fährt, kann eventuell über München, Rosenheim und Kufstein ausweichen.
Auch die Strecke über Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Seefeld kann je nach Ziel eine Alternative sein. Diese Route ist an starken Ferienreisetagen allerdings ebenfalls staugefährdet.
Keine dieser Strecken ist eine garantiert schnelle Lösung. Wegen der erwarteten Reisewelle muss auch auf den Alternativen mit Verzögerungen gerechnet werden.
Tiroler Zugspitz Arena bleibt erreichbar
Zwischen den beiden Sperrpunkten bleibt lokaler Verkehr auf Teilen der B179 möglich. Innerhalb der Region kann also weiterhin zwischen Orten wie Heiterwang, Bichlbach, Lermoos, Ehrwald und Biberwier gefahren werden.
Urlauber mit Ziel in der Tiroler Zugspitz Arena können die Region von Deutschland aus über Garmisch-Partenkirchen und die B187 Richtung Ehrwald erreichen. Vom Lechtal bleibt eine Verbindung über Berwang und Namlos möglich.
Diese Straßen sind jedoch vor allem dafür gedacht, Ziele in der Region selbst erreichbar zu halten. Sie sind keine geeignete Durchgangsumleitung für den Verkehr in Richtung Nassereith, Imst, Ötztal oder Italien.
Protest gegen Pläne für den Fernpass
Die Sperre ist die Folge von Protestaktionen bei Reutte und Nassereith. Bürgerinitiativen wenden sich gegen das geplante Fernpasspaket des Landes Tirol.
Mit diesem Paket will Tirol unter anderem den Verkehrsfluss und die Sicherheit auf der Route verbessern. Kritiker befürchten jedoch, dass ein Ausbau der Straße am Ende noch mehr Durchgangsverkehr anzieht und die Belastung für Anwohner und Natur weiter zunimmt.
Bei einer früheren Demonstration Ende Juni protestierten rund 700 Menschen entlang der Fernpassroute.
Was solltest du am besten tun?
- Meide den Fernpass am Samstag, dem 1. August, wenn möglich den ganzen Tag.
- Reise nach Möglichkeit am Freitag, Sonntag oder an einem Werktag.
- Wähle vorab eine großräumige Alternativroute.
- Versuche nicht, über das Hahntennjoch oder lokale Dorfstraßen auszuweichen.
- Prüfe kurz vor der Abfahrt die aktuellen Verkehrsinformationen.
- Plane auch auf Ausweichrouten längere Staus ein.
- Nimm ausreichend Wasser, Verpflegung und eine Reserve bei Kraftstoff oder Akkuladung mit.
Wer am Samstag trotzdem über den Fernpass fahren will, sollte nicht versuchen, kurz vor 9.45 Uhr noch schnell an der Sperre vorbeizukommen. Durch den erwarteten Andrang können sich die Warteschlangen schon deutlich früher aufbauen. Ein anderer Reisetag oder eine vorab gewählte Route über den Arlberg oder Kufstein bietet die größte Planungssicherheit.