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Zwei kleine Kinder unterkühlt am Krippenstein: Familie nach 7 Stunden Wanderung gerettet

Krippenstein
© Pixabay / Franz26

Eine deutsche Familie mit drei Kindern im Alter von drei, sechs und acht Jahren ist am Montag nach einer kräftezehrenden Bergtour am Krippenstein gerettet worden. Nach rund sieben Stunden Wandern bei Regen, starkem Wind und tief hängenden Wolken waren die Kräfte aufgebraucht. Die beiden jüngsten Kinder zeigten deutliche Anzeichen von Unterkühlung, woraufhin zwei Rettungshubschrauber die Familie ins Tal brachten.

In Kürze

  • Eine deutsche Familie geriet bei einer Wanderung zur Simonyhütte in Schwierigkeiten.
  • Die Route war anspruchsvoller als erwartet und das Wetter verschlechterte sich.
  • Nach rund sieben Stunden waren die Eltern und ihre drei Kinder völlig erschöpft.
  • Die beiden jüngsten Kinder zeigten Anzeichen von Unterkühlung.

Auf dem Weg zur Simonyhütte

Die beiden 35-jährigen Eltern waren am Montagmorgen mit ihren Töchtern im Alter von drei und sechs Jahren sowie ihrem achtjährigen Sohn zu der Wanderung aufgebrochen. Mit der Krippensteinbahn fuhren sie zunächst hinauf, anschließend wollten sie über den sogenannten Trägerweg zur Simonyhütte wandern.


Schon der Beginn der Tour verlief schwierig. Die Familie fand die richtige Abzweigung zunächst nicht und lief einige Zeit umher, bevor sie auf die geplante Route gelangte. Dadurch verloren die fünf bereits früh am Tag Zeit und Energie.

Route ist schwerer als erwartet

Der Trägerweg zur Simonyhütte führt durch hochalpines und felsiges Gelände. Nach Angaben der Polizei erwies sich die Wanderung für die Familie als deutlich schwieriger und anstrengender als erwartet.

Die Kombination aus langer Gehzeit, anspruchsvollem Gelände und der vorherigen Suche nach dem richtigen Weg kostete Eltern und Kinder zunehmend Kraft. Besonders für kleine Kinder kann eine Bergtour, die länger dauert als geplant, schnell sehr belastend werden.

Vorhergesagte Wetterbesserung bleibt aus

Die Familie hatte sich vorab über die Wettervorhersage informiert. Demnach sollte sich das Wetter ab dem Mittag bessern. Tatsächlich entwickelte sich die Lage jedoch anders.

Die Wolken hingen immer tiefer, über das Dachsteinmassiv zogen kräftige Regenschauer mit starkem Wind. Die Eltern und Kinder hatten Regenkleidung dabei, waren während der stundenlangen Tour aber trotzdem Kälte und Nässe ausgesetzt.

Gerade kleine Kinder können bei Regen und Wind vergleichsweise schnell auskühlen. Wenn dazu noch Erschöpfung kommt und das Wandertempo sinkt, wird es zusätzlich schwieriger, den Körper warm zu halten.

Nach sieben Stunden sind die Kräfte aufgebraucht

Nach etwa sieben Stunden im Berggebiet waren alle fünf Familienmitglieder völlig erschöpft. Gegen 16.30 Uhr nahmen die Eltern Kontakt zum Hüttenwirt der Simonyhütte auf.

Der Hüttenwirt alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Zu diesem Zeitpunkt zeigten die drei- und sechsjährigen Mädchen bereits deutliche Anzeichen von Unterkühlung.

Aufgrund des Zustands der Kinder und der schlechten Wetterbedingungen wurden zwei Rettungshubschrauber angefordert. Sie brachten die Eltern und ihre drei Kinder sicher ins Tal. Ob anschließend noch eine weitere medizinische Behandlung notwendig war, teilte die Polizei nicht mit.

Mehrere Rückschläge kommen zusammen

Der Vorfall zeigt, wie sich mehrere Probleme bei einer Bergtour schnell gegenseitig verstärken können. Die Familie hatte die Wettervorhersage geprüft und Regenkleidung mitgenommen, verlor jedoch Zeit bei der Wegsuche. Anschließend stellte sich die Wanderung als schwerer heraus als erwartet, während die angekündigte Wetterbesserung ausblieb.

Gerade bei Touren mit jungen Kindern ist es wichtig, nicht nur auf die reine Strecke zu schauen. Auch Gelände, Höhenmeter, Wetterentwicklung und Möglichkeiten zum Umkehren spielen eine große Rolle.

Wenn eine Route schwer zu finden ist, die Tour deutlich mehr Kraft kostet als gedacht oder das Wetter schlechter wird, kann rechtzeitiges Umkehren die sicherste Entscheidung sein. Eine großzügige Zeitreserve ist mit kleinen Kindern im hochalpinen Gelände besonders wichtig.