Eine der bekanntesten Bergstraßen Österreichs bleibt noch jahrelang gesperrt. Die Silvretta-Hochalpenstraße, die Tirol und Vorarlberg miteinander verbindet, wird voraussichtlich erst im Sommer 2030 wieder vollständig geöffnet. Nach mehreren Felsstürzen und Murenabgängen wird die Straße in den kommenden Jahren umfassend saniert, um die Sicherheit zu verbessern.
Kurz zusammengefasst
- Die Silvretta-Hochalpenstraße bleibt voraussichtlich bis Sommer 2030 geschlossen.
- Ursache sind herabfallende Felsen, Murenabgänge und instabiles Gelände in den Jahren 2024 und 2025.
- Die Straße wird in den kommenden Jahren grundlegend angepasst und besser abgesichert.
Silvretta-Hochalpenstraße seit 2024 teilweise gesperrt
Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine beliebte Route unter AutofahrerInnen, MotorradfahrerInnen und BergliebhaberInnen. Die über 22 Kilometer lange Bergstraße führt von Partenen (Vorarlberg) nach Galtür (Tirol) und erreicht an der Bielerhöhe (2.037 Meter) ihren höchsten Punkt. Aufgrund von Lawinen- und Steinschlaggefahr ist die Straße jeden Winter gesperrt und wird normalerweise Ende Mai oder Anfang Juni wieder geöffnet. Seit Juli 2024 ist das jedoch nicht mehr selbstverständlich.
Damals verursachten Felsstürze und ein Murenabgang große Schäden an der Strecke zwischen Kehre 13 und 14. Weitere Schadensfälle im Sommer 2025 machten neue Gefahrenstellen an anderen Bereichen der Strecke sichtbar, sodass eine erneute Sperrung und die Ausarbeitung eines langfristigen Konzepts notwendig wurden, um die Sicherheit der Straße weiterhin zu gewährleisten.
Große Eingriffe nötig, um die Straße sicher zu machen
Untersuchungen zeigen, dass die Bergstraße an mehreren Stellen nicht mehr sicher für den Verkehr ist. Deshalb wurde nun ein langfristiger Plan entwickelt, um die Strecke strukturell sicherer zu machen. Die geplanten Maßnahmen sind weitreichend und umfassen unter anderem:
- den Bau von Schutzdämmen,
- die Installation zusätzlicher Steinschlagsnetze,
- die teilweise Verlegung der Straße,
- die Anpassung besonders risikoreicher Abschnitte.
Die Arbeiten werden gestaffelt und über mehrere Jahre hinweg durchgeführt.
Wiedereröffnung erst im Sommer 2030
Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus:
- 2026: Genehmigungsverfahren und weitere Ausarbeitung der Pläne
- 2027: endgültiger Baubeschluss
- 2027–2029: Durchführung der Arbeiten
- Sommer 2030: geplante Wiedereröffnung für den Verkehr
Bis dahin bleibt die Straße größtenteils für den Durchgangsverkehr gesperrt.
Auswirkungen auf Tourismus und Erreichbarkeit
Die langjährige Sperrung hat Auswirkungen auf den Tourismus in der Region. Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine wichtige Verbindung für TagesausflüglerInnen und Urlaubsgäste im Montafon und im Paznaun. Es gibt jedoch weiterhin Alternativen. So bietet die Vermuntbahn von Vorarlberg aus Zugang zur Bielerhöhe, und von Tirol aus bleibt die Straße Richtung Galtür im Sommer teilweise befahrbar (mautfrei). Laut den beteiligten Stellen schafft die Planung Klarheit, doch für die Betriebe in der Region bleibt die Situation herausfordernd.
Wichtige Verbindung für Energie und Tourismus
Neben dem Tourismus ist die Straße auch für die Wasserkraftwerke in der Region von Bedeutung. Die Erreichbarkeit dieser Infrastruktur spielt in den Plänen eine wichtige Rolle. In den kommenden Jahren wird an einer sichereren und zukunftsfähigen Verbindung gearbeitet. Bis dahin müssen BesucherInnen mit Einschränkungen und Umleitungen in diesem beliebten Berggebiet rechnen.