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Gigantischer Riss am Berghang: Schweizer Dorf droht Evakuierung

Grimentz Vlag

Ein wachsender Riss in einem Berghang im Schweizer Kanton Wallis bereitet Geologen und Behörden Sorgen. Im Val d’Anniviers wird eine Bruchlinie im Boden genau überwacht, nachdem sich gezeigt hat, dass sie täglich größer wird. Der instabile Hang könnte möglicherweise einen Erdrutsch auslösen, weshalb sich das Dorf Chippis bereits auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet.

In Kürze

  • Im Schweizer Val d’Anniviers wächst ein Riss im Berg täglich um 2 bis 4 Millimeter
  • Die Bruchlinie ist inzwischen etwa 250 Meter lang und bis zu 1 Meter breit
  • Die Behörden bereiten Evakuierungspläne für das Dorf Chippis vor

Riss wächst jeden Tag weiter

Die Bruchlinie befindet sich nahe dem Dorf Grimentz im Weiler Les Fios. Laut Messungen wird der Riss täglich um 2 bis 4 Millimeter größer. Inzwischen ist die Spalte etwa 250 Meter lang und an manchen Stellen 80 Zentimeter bis 1 Meter breit. Geologen schätzen, dass die instabile Masse aus rund 500.000 Kubikmetern Erde und Gestein besteht. Seit Oktober 2025, als der Riss entdeckt wurde, wird der Hang kontinuierlich überwacht.

Entstanden nach schweren Überschwemmungen

Der Riss entstand vermutlich nach Überschwemmungen in den Jahren 2018 und 2024. Dabei wurde das Flussbett unterhalb des Hangs beschädigt. Dieses Flussbett diente als natürliche Stütze für die Bergflanke. Als diese Stütze geschwächt wurde, begann der Hang langsam talwärts zu rutschen. Nach Einschätzung der Experten ist es möglich, dass ein Teil des Hangs irgendwann abrutscht. Derzeit gehen die Geologen jedoch davon aus, dass die Bewegung eher in mehreren kleineren Phasen ablaufen wird.

Hang wird ständig überwacht

Um die Situation genau zu verfolgen, haben Forscher verschiedene Messinstrumente installiert. Der Hang wird kontrolliert mit:

  • Vermessungsgeräten, die Bewegungen im Boden registrieren
  • einer Webcam, die das Gebiet dauerhaft beobachtet

Außerdem fliegt jede Woche eine Drohne über den Hang, um Veränderungen zu dokumentieren. Große Bäume am Hang wurden inzwischen vorsorglich entfernt.

Gefahr von Überschwemmungen talabwärts

Wenn die instabile Masse ins Rutschen gerät, könnte sie den Fluss Navizence blockieren. Dadurch könnte sich vorübergehend ein See bilden. Bei Schneeschmelze oder starkem Regen würde das wahrscheinlich zu plötzlichen Überschwemmungen im Tal führen. Besonders das Dorf Chippis, durch das der Fluss fließt, könnte dadurch in Gefahr geraten. Auch das Stromnetz im Val d’Anniviers könnte betroffen sein. Um vorbereitet zu sein, wird an einer Notstromleitung gearbeitet, die zu Beginn dieses Sommers verfügbar sein soll.

Evakuierungspläne liegen bereit

Die Behörden nehmen die Lage ernst. In umliegenden Dörfern wurden bereits Plätze in Zivilschutzunterkünften reserviert, falls eine Evakuierung von Chippis notwendig werden sollte. Bei einer Informationsveranstaltung für Anwohner kamen fast 300 Einwohner zusammen, also etwa ein Fünftel der Bevölkerung, um sich über die Situation informieren zu lassen. Viele Fragen drehten sich vor allem darum, wie schnell eine Evakuierung erfolgen müsste, falls sich der Hang plötzlich schneller bewegt. Vorerst bleibt die Situation unter Kontrolle, doch EinwohnerInnen und Gäste werden gebeten, das Gebiet rund um die Bruchlinie nicht zu betreten.

1219 - Summer - Maria

Über Maria

Im Sommer trete ich meistens in die Pedale. Dann sind mein Bike und ich unzertrennlich. Am liebsten fahre ich aufwärts mit einer schönen Berghütte als Ziel, wo ich mir dann den verdienten Kaspressknödel so richtig schmecken lasse.