10 Tipps für den Kauf der richtigen Wanderschuhe

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10 Tipps für den Kauf der richtigen Wanderschuhe

16 Januar 2021

von: Sarah in Material

Wanderschuhe sollen ja möglichst lange halten, bequem sein und viel aushalten können. Aber leider kommt immer irgendwann der Moment, wo sie nicht mehr für Wanderungen benutzt werden können und ausgetauscht werden müssen. Das wird spätestens dann nötig, wenn die Sohle so locker ist, dass sie bei der Wanderung in den Bergen zurückzubleiben droht. Und dann heißt es, ein Modell zu finden, das genauso perfekt passt wie das vorherige. Denn niemand will stundenlange Wanderungen mit Blasen an den Füßen hinter sich bringen. Dieser Artikel gibt 10 praktische Tipps für den Kauf neuer Wanderschuhe.

1. Welche Art von Wanderschuhen passt zu dir?

Es gibt viele verschiedene Arten von Wanderschuhen. Diese werden normalerweise in die Kategorien A bis D eingeteilt.

  • A: ein leichter Wanderschuh mit einer weichen Sohle, der vornehmlich geeignet ist für kurze Wanderungen auf gut präparierten Wegen.
  • B: ein höherer Wanderschuh zur Stabilisierung der Knöchel. Diese Art Schuh ist geeignet für bergiges Gelände.
  • C: hoher Wanderschuh mit einer festen Sohle. Diese Art ist am besten für Wanderungen, die mehrere Tage dauern und durch unwegsames Gelände führen.
  • D: ein schwerer, hoher Bergschuh mit einer sehr stabilen Sohle, unter die auch Steigeisen montiert werden können. Obwohl sie guten Halt bieten sind solche Schuhe in der Regel weniger bequem.

Für den durchschnittlichen (Berg-)Wanderer reichen Schuhe der Gruppen B oder C aus. Relativ neu sind die sogenannten "Trailrunningschuhe". Diese Schuhe sind gut dafür gemacht, auf Berge zu rennen. Beim Kauf der Schuhe ist es im Geschäft aber auch sinnvoll, anzugeben, für welche Art von Touren und Wanderungen die Schuhe benötigt werden.

2. Einkauf beim Spezialisten

Eigentlich scheint es logisch, sollte aber trotzdem zur Sicherheit noch einmal erwähnt werden: Wer Wanderschuhe kaufen möchte, sollte sie auch anprobieren. Demnach ist es trotz vieler guter Angebote im Internet immer noch am besten, in ein Spezialgeschäft zu gehen, um dort in den Schuhen zu laufen und mit einem Experten zu sprechen. Viele Geschäfte bieten auch die Möglichkeit, mit den Schuhen über Steine oder bergauf zu laufen, um den Sitz zu prüfen. Dies sollte für einen gutsitzenden Wanderschuh unbedingt in Anspruch genommen werden. Und auch wenn der Wanderschuhe am Ende etwas teurer ist, handelt es sich dabei ja um eine langfristige Investition.

3. Den Kauf am besten mittags unter der Woche erledigen

Nichts ist schlimmer, als an einem Samstag in ein Einkaufszentrum oder in eine Fußgängerzone zu fahren, weil man dort etwas kaufen will, das wohlüberlegt sein und in aller Ruhe entschieden werden soll. Denn das mit der Ruhe wird an einem Samstag nichts. Demnach ist es besser, einen Wanderschuh unter der Woche zu kaufen, weil der Verkäufer dort auch Gelegenheit hat, sich wirklich Zeit zu nehmen. Sinnvoll ist es auch, mittags zu gehen, da die Füße zu dem Zeitpunkt oft angeschwollen sind.

4. Die alten Wanderschuhe mit ins Geschäft nehmen

Wanderer, die schon über ein paar Berg- oder Wanderschuhe verfügen, die über Jahre hinweg gute Dienste geleistet haben, sollten diese mitnehmen beim Kauf der neuen Wanderschuhe. Auf diese Weise kann der Verkäufer gleich ein vergleichbares Modell finden anstatt das zuerst Hunderte von Schuhen anprobiert werden müssten. Never change a winning team.

Wanderschuhe

5. Die Füße ausmessen lassen

Eigentlich sollte man ja meinen, dass man seine eigene Schuhgröße kennt, aber tatsächlich werden viele Wanderschuhe zu klein gekauft. Das fällt spätestens dann auf, wenn der Wanderer mit den speziellen Schuhen bergab geht. Und wer sich dabei schon einmal einen blauen Nagel geholt hat oder sogar mal einen Zehennagel verloren hat, der möchte nicht, dass sich das wiederholt. Demnach ist es besser, die Füße im Geschäft noch einmal ausmessen zu lassen. Dabei wird nämlich auch auf die Breite des Fußes geachtet.

  • Immer gut ist es, im Geschäft den Parcour für Wanderschuhe abzulaufen, um zu testen, ob der Fuß auch bergab nicht anstößt.
  • Lasse den Schuh ruhig eine Weile an. Nach nur einer Minute laufen merkt ja niemand, ob der Wanderschuh wirklich gut sitzt.
  • Die Zehen dürfen die Vorderkante des Innenschuhs nicht berühren (das fällt auch beim bergab gehen auf dem Parcour auf) und der Schuh darf nirgendwo drücken.
  • Es ist wichtig, dass der Schuh dem Fuß und dem Knöchel festen Halt bietet, damit man nicht bei jedem Tritt auf einen Stein plötzlich umknickt.
  • Der Fuß sollte im Schuh genug Platz haben. Das kann geprüft werden, indem ein Finger hinten in den Schuh geschoben wird, wenn der Fuß ganz nach vorne gerückt ist. Eventuell muss ja im Schuh auch noch Platz für spezielle Sportsocken sein.

6. Die richtigen Socken für die richtigen Schuhe

Um zu verhindern, dass die Zehen vorne anstoßen, sollte auch vor jeder Wanderung darauf geachtet werden, dass die Zehennägel kurz geschnitten sind. Sind diese zu lang und stoßen beim bergab gehen vorne im Schuh an, kann das sehr schmerzhaft werden. Und dann wird plötzlich der Weg ins Tal sehr lang. Auch die richtigen Wandersocken sind entscheidend für einen guten Wanderschuh. Diese gibt es in verschiedenen Dicken. Auch hier ist eine Beratung im Fachgeschäft sinnvoll. Tipps zum Kauf von Wandersocken gibt es außerdem hier. >

7. Farbe und Marke sind Nebensache

Wanderschuhe sollten immer danach ausgewählt werden, welche am besten passen. Nebensächlich sind dabei eher Farbe, Design oder der Hersteller. Denn wenn man auf dem Gipfel eines Berges steht und muss den ganzen Weg nach unten mit unfassbar schmerzenden Füßen laufen, nützt einem auch der trendigste Stil des Schuhs nichts. Daher sollten mehrere Modelle anprobiert und Probe gelaufen werden, damit man sicher sein kann, den perfekten Schuh gefunden zu haben.

8. Die Wanderschuhe zu Hause (mit dicken Socken) einlaufen

Wenn die Schuhe einmal gekauft sind, bedeutet das aber noch nicht, dass Wanderer damit sofort einfach loslaufen können. Spätestens wenn nämlich die erste Blase da ist, fällt auf, dass das ein Fehler war. Besser ist es da, den Schuh daheim (möglichst mit dicken Socken) einzulaufen. So kann auch kontrolliert werden, ob der Schuh vielleicht doch irgendwo drückt, was bisher im Geschäft nicht bemerkt wurde. Und es ist sicher besser, dies zu Hause zu bemerken anstatt auf 3.000 m Höhe. Auch einige kurze Spaziergänge mit den Schuhen sind sehr zu empfehlen. Wenn erst bei der eigentlichen großen Wanderung auffällt, dass der Schuh doch nicht passt, hat der Wanderer ein Problem.

Wasserfeste Wanderschuhe


9. Spezielle Einlegesohlen in Erwägung ziehen

Die Sohlen, die sich standardmäßig in Wanderschuhen befinden, sind oft eher simpel und nicht für spezielle Ansprüche gedacht. Aber spezielle Einlegesohlen können eine gute Investition sein, denn so erhält der Fuß noch bessere Unterstützung und das Laufen wird nicht so schnell anstrengend. Auch können sie schmerzende, schwere Beine verhindert werden.

10. Gute Pflege für den Schuh

Haben Wanderer einmal einen guten Schuh gefunden, mit dem sie gut laufen können, ist es immer schwierig, ein neues Paar kaufen zu müssen. Damit das möglichst lange nicht passiert, kann gute Pflege der Wanderschuhe helfen, den Schuh lange zu erhalten. Wanderschuhe sollten zum Beispiel nach einer Wanderung nicht einfach in die Ecke gestellt, sondern erst einmal gründlich saubergemacht und gepflegt werden. Handelt es sich um Schuhe aus Leder, brauchen diese eine besondere Pflegeprozedur. Wenn es Schuhe von Gore-Tex sind, freuen sie sich auch hin und wieder über ein Bad. Auf diese Weise werden die Membranen von Schmutz gereinigt. Kaufe hier deine Schuhpflegemittel. >

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