Die größte Eishöhle der Welt, die Eisriesenwelt, liegt in der Nähe von Werfen im Tennengebirge im österreichischen Bundesland Salzburg. Das beeindruckende Höhlensystem in einer Höhe von über 1.650 Meter ist insgesamt 42 Kilometer lang und bringt täglich Tausende BesucherInnen zum Staunen, die in die magische Welt riesiger Eisformationen eintauchen können. Seit 100 Millionen Jahren arbeitet die Natur an diesem Kunstwerk und ist bis heute noch nicht fertig. Erfahre alles Wissenswerte rund um dieses einmalige Naturphänomen.
Die Eisriesenwelt im Jahreslauf
Die Eisriesenwelt ist über 40 Kilometer lang. Allerdings ist nur der erste Kilometer, der sogenannte Eispalast, vereist und im Rahmen einer Führung für BesucherInnen zugänglich. Das Eis in der Höhle wächst aufgrund eines sogenannten Kamineffekts: Im Winter werden kalte Luftmassen bis auf circa einen Kilometer in das Innere der Höhle transportiert und das Gestein speichert die Kälte. Wenn die Temperaturen dann im Äußeren wieder ansteigen und die Schneeschmelze einsetzt, sickert Wasser durch Spalten und Risse im Fels in die Höhle und gefriert dort zu Eis. Im Sommer wird es auch im Höhleninneren wärmer, sodass fünf bis zehn Zentimeter der Eisdecke schmelzen. Im Frühjahr jedoch wächst das Eis nach, sodass die Eismasse insgesamt betrachtet stets konstant bleibt.
Die Erforschung der Eisriesenwelt
Der Salzburger Forscher Anton von Posselt-Czorich entdeckte 1879 die Höhle und konnte bis rund 200 Meter in das Innere vordringen. Aufgrund mangelnder Ausrüstung musste er dann jedoch den Rückzug antreten. Zuvor markierte er die Stelle, bis zu der er gelangte, mit einem Kreuz. Dieser Punkt ist heute als Posselt-Kreuz bekannt. Erst 1913 gelang es einigen Forschern weiter vorzudringen und das steilste Stück der Eisdecke, den Großen Eiswall, zu bezwingen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Forschungen unter der Leitung von Friedrich Oedl weiter vorangetrieben. Die ersten Führungen in der Eisriesenwelt fanden dann ab 1920 statt.
Ein bisschen Fitness muss sein
Ein Besuch der Eisriesenwelt verspricht Spannung pur. Alle, die die Höhle besuchen möchten, sollten jedoch über eine gewisse Grundkondition verfügen. Zwar bringt eine Seilbahn die Abenteuerlustigen bis zum Dr.-Friedrich-Oedl-Haus in der Nähe des Höhleneingangs. Allerdings sind die insgesamt 1.400 Stufen und 134 Höhenmeter, die während der Höhlentour zu bewältigen sind, nicht ohne. Und auch der Zugang zur Seilbahn und der Weg von der Seilbahn bis zum Höhleneingang bedeuten jeweils circa 20 Minuten Fußmarsch. Die kristallklare Schönheit der Eisfiguren macht jedoch alle Mühen vergessen. Unterwegs weisen Grubenlampen den Besuchern den Weg.
- Bitte beachten: Auch im Sommer liegen die Temperaturen in der Eisriesenwelt meist unter null Grad. Gutes Schuhwerk sowie Winterkleidung sind Grundvoraussetzungen für einen Besuch.
Gut zu wissen
Von Werfen aus führt eine Zufahrtsstraße zu den Eisriesenwelt-Parkplätzen beim Besucherzentrum, wo sich auch die Bushaltestelle befindet. Die Eisriesenwelt ist zwischen Mai und Ende Oktober für BesucherInnen geöffnet. Die Führung dauert circa 75 Minuten. Im Winter ist die Höhle aufgrund der hochalpinen Lage und der damit einhergehenden Lawinengefahr nicht zu erreichen.
- Tipp: Tickets besser vorab online kaufen, aufgrund begrenzter Kapazitäten kann der Eintritt sonst nicht garantiert werden.
Praktische Informationen zur Region
Die Eisriesenwelt liegt inmitten des Tennengebirges im Salzburger Land. Das schroffe Gebirgsmassiv ist in der Sommersaison zum Wandern und Klettern sehr beliebt. Bergfexe schätzen die verschiedenen Überschreitungen, die in dem Plateaugebirge möglich sind. Unterwegs laden gemütliche Schutzhütten zum Verweilen ein. Kletterfreunde hingegen bevorzugen die Wände am Südrand rund um die Werfener Hütte und die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte. Im Winter ist die Region ein beliebtes Ziel von Skitourengehenden. Neben der Eisriesenwelt gibt es im Tennengebirge weitere bedeutende Höhlen, wie die Winnerfallhöhle und die Eiskogelhöhle.