Den Vulkan Ätna besteigen: Ein Erfahrungsbericht der Redaktion

Den Vulkan Ätna besteigen: Ein Erfahrungsbericht der Redaktion

14 Juni 2019

von: Sarah in Reiseberichte

Beim Thema Sizilien denken Wanderer vielleicht nicht sofort an Berge, aber dort gibt es immerhin den knapp 3.000 Meter hohen Ätna. Wir machen eine Rundreise über die Insel und verbringen auch einige Tage in der Nähe des Vulkans. Wir übernachten im Agriturismo Galea, das fast an der Küste liegt, und genießen eine fantastische Aussicht auf den Ätna. Als wir morgens wach werden, schauen wir gleich, ob das Wetter gut genug ist, um den Ätna zu besteigen. Der Vulkan hängt nämlich häufig voller Wolken und wir wollen gerne die Aussicht genießen. Am dritten Tag ist strahlend blauer Himmel und wir ziehen los.

Lavaströme

Mit dem Auto erreichen wir die Südseite des Ätnas und fahren auf einer guten Straße weiter bis auf eine Höhe von 1.900 Metern. Die vulkanische Landschaft ist beeindruckend und Lavaströme sind in der Landschaft deutlich zu erkennen. Wir parken das Auto und wandern zuerst zum Krater Monti Silvestri. Eine kurze, aber durchaus steile Wanderung mit losen Steinen. Es ist auch interessant zu sehen, mit welcher Kleidung Besucher hier hochklettern. Die einen in Bergschuhen, die anderen in Sandalen. Letztere kommen aber nicht weit. Danach wollen wir aber wirklich auf den Ätna hinauf. Zwar gibt es eine Gondel, die Besucher auf eine Höhe von 2.500 Metern bringt, aber wir wollen es aus eigener Kraft schaffen.

Der Parkplatz auf 1.900 Metern bei der Gondel des Ätnas

Zwei Schritte vor, einen Schritt zurück

Die meisten Besucher nutzen den Lift für den Anstieg, was durchaus verständlich ist, denn die Tour ist körperlich schon eine Herausforderung. Wir bahnen uns den Weg nach oben durch die losen Steine, was gar nicht so einfach ist. Hat man zwei Meter nach oben geschafft, rutscht man anschließend gefühlt wieder einen Meter nach unten. Trotzdem genießen wir den Anstieg. Es kommen uns noch einige andere Wanderer entgegen und die Aussicht ist wunderschön. Nach 1,5 bis 2 Stunden erreichen wir endlich die Bergstation der Gondel auf einer Höhe von 2.500 Meter. Touristen, die unvorbereitet nach oben gehen, können auch Bergschuhe und warme Jacken ausleihen.

Die losen Steine machen den Anstieg etwas mühsam

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Der letzte Anstieg zum Krater

Ab der Bergstation der Gondel fahren wir mit einem Bus zum höchsten Krater des Ätnas, dem Cratere Nuova. Durch die Anstrengung, die Höhe und das Einatmen der Schwefeldämpfe fühle ich mich gar nicht mehr gut. Mir ist schwindelig und ein bisschen übel. Ich beschließe im Restaurant auf einer Höhe von 2.500 Metern zu bleiben, während Richard die letzten Meter zu Fuß geht. Diese Wanderung ist auch etwas leichter, da der Weg fest ist und es keine losen Steine gibt. Wanderer können sich dem Krater bis auf ein paar hundert Meter näher. Eben über den Kraterrand zu schauen ist aufgrund der Unberechenbarkeit des Kraters verboten. Trotzdem ist es ein besonderes Erlebnis, dem Vulkan so nahe wie möglich zu kommen.

Aussicht vom höchsten Krater des Ätnas

Schnell wieder unten

Wir nehmen dieselbe Route wieder zurück ins Tal, obwohl die meisten Touristen sich für die Gondel entscheiden. Es macht unsere Tour auf den Ätna doch noch etwas besonderer, dass wir ihn zu Fuß bezwungen haben. Mit all den losen Steinen müssen Wanderer beim Abstieg zwar etwas aufpassen, aber es lohnt sich. Manchmal rutschen wir ein Stück nach unten und werden sofort von einer schwarzen Staubwolke umschlossen. Nach der Tour haben nicht nur unsere Kleidung, sondern auch wir selbst einen Waschgang nötig. Es war ein schöner Tag und ein besonderes Abenteuer!

Wer das letzte Stück nicht gehen will, nimmt den Bus

Eruption immer möglich

5 Monate nach unserer Abreise gibt es wieder eine Eruption. Aber die Menschen, die dort leben, leben nicht in ständiger Angst vor einem Ausbruch. Wir haben vom Besitzer des Agritur gehört, dass es trotzdem immer ein besonderer Anblick ist. Das können wir uns sicher vorstellen!

Hier geht es zur Webseite der Gondel auf dem Ätna >

Urlaub in den Bergen