Mein erstes Mal: Mountainbiken in Saalbach Hinterglemm

Mein erstes Mal: Mountainbiken in Saalbach Hinterglemm

22. Juli 2018

von: Marlene in Allgemein

Mountainbiken sieht immer so sportlich aus. Ausgestattet mit Protektoren und Helmen heizen die Biker in Höchstgeschwindigkeit durch Waldwege und über schmale Pfade auf Almwiesen hinab. Zwischendurch wartet der eine oder andere spektakuläre Sprung. "Das will ich auch mal machen," denkt sich IndenBergen-Bloggerin Marlene. Ein paar Wochen später bekommt sie in Saalbach Hinterglemm die Möglichkeit dazu. Und muss sich eingestehen, dass das gar nicht so leicht ist, wie es aussieht. Wie es ihr beim ersten Mal auf dem Mountainbike ergangen ist, berichtet Marlene bei IndenBergen.

Mountainbiken in Saalbach: Die Aufregung steigt

„Und dann gehen wir auch Mountainbiken,“ informiert mich mein Kollege Felix fröhlich. Wir sind auf dem Weg nach Saalbach Hinterglemm. Ich schlucke schwer. Zwar sieht das immer richtig gut aus, aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich meine Sportart ist. Ich nicke, verziehe das Gesicht zu etwas, das wohl ein Grinsen sein soll. Mountainbiken, wollte ich schon immer mal probieren. Jetzt ist es soweit. Ein Rückzieher zählt nun nicht mehr.

Die richtige Schutzausrüstung ist wichtig

Ohne Ausrüstung geht’s aber nicht los. Im ortsansässigen Bikegeschäft werde ich ausgestattet. Nicht nur ein modernes Bike wird auf mich eingestellt, auch das restliche Equipment bekomme ich. Dazu gehört ein Helm, der einem Motorradhelm gleicht. Gleichzeitig wird gefühlt der ganze Körper mit Protektoren eingepackt. Die Wirbelsäule ist durch einen Rückenpanzer geschützt. Ellbogen und Knie werden ebenfalls mit Hartplastik eingepackt. Ich komme mir vor wie Arnold Schwarzenegger im Film Terminator. Marlene, die Terminator-Bikerin kommt!

Die drei goldenen Regeln

Bevor es losgeht, gibt uns der Ausstatter vom Radgeschäft noch drei Tipps auf den Weg. Das kommt mir recht. Schließlich bin ich noch nie mit einem Mountainbike eine Downhill-Strecke runtergefahren. Aufmerksam höre ich zu: „Behalte immer die Finger an der Bremse. Dadurch bist du sicherer und kannst im Fall der Fälle schneller reagieren.“ Regel Nummer zwei besteht darin, dass man das Hinterteil beim Bergabfahren weit nach hinten rausstrecken soll. Und bei der dritten Regel geht es um die Blickrichtung. Immer dahin schauen, wohin man auch fahren will, heißt es in der Einführung. Das hört sich doch gar nicht so schwer an. Motiviert mache ich mich auf den Weg.

Ab nach oben

So ganz bin ich den Kloß im Hals trotzdem noch nicht losgeworden. Ich schlucke die letzte Anspannung hinunter und versuche mich auf das bevorstehende Ereignis zu freuen. Felix nickt mir zuversichtlich zu. Ich denke: Das wird schon. Wir haben uns für den Anfang einen leichten Trail ausgesucht. Und zur Not fahren wir über eine normale Forststraße zurück in den Ort. Ich ziehe den Helm auf. Jetzt sieht man mir die Aufregung wenigstens nicht schon von Weitem an.

Die ersten Versuche

Ich steige auf das Rad. Es ist groß und schwer. Viel Eingewöhnungszeit habe ich nicht. Sofort geht es steil bergab. Sobald ich sitze, kommt es mir gleich dreimal so steil vor wie stehend. Im Schneckentempo quäle ich mich Meter für Meter nach unten. „Geschwindigkeit bringt Sicherheit,“ hieß es vorher noch. Haha, lustig. Dazu muss man sich erstmal trauen noch schneller zu fahren. Mein Reifen rutscht zum wiederholten Male weg. Ich stöhne auf. Steige ab. Weit bin ich noch nicht gekommen.

Absteigen, schieben, weitermachen

Vollausgestattet mit Ganzkörperprotektoren und Helm schiebe ich nun das schwere Top-Mountainbike bergab. Ich atme tief durch. Versuche mich zu beruhigen und wieder Sicherheit zu gewinnen. Ein paar Meter später kann ich tatsächlich wieder aufsteigen. Mit der Zeit wird das Unwohlsein weniger. Ich traue mich irgendwann auch, ein bisschen schneller zu werden. Und siehe da: Das macht sogar Spaß. Trotzdem atme ich auf, als wir schließlich gefühlte Stunden später in Vorderglemm ankommen. Meine Beine zittern, mein Herz pumpt schwer. Wir haben es geschafft, klatschen ab. Ein zweites Mal muss ich trotzdem nicht mehr hoch.

Fazit

Downhill-Mountainbiken ist nichts für schwache Nerven. Wer nicht auf Geschwindigkeit steht, wird sich auf so einem Trail nicht wohl fühlen. Allerdings ermöglichen die sogenannten Easy Trails in Saalbach Hinterglemm einen leichten Einstieg in die Sportart. Mit der Zeit kommt dann zumindest ein bisschen Sicherheit. Am Ende war ich zwar geschafft, aber dennoch stolz, dass ich mich der Herausforderung gestellt habe. Die Steigerung kann dann beim nächsten Mal kommen.

Am Ende macht es schon deutlich mehr Spaß.
Am Ende macht es schon deutlich mehr Spaß.

Praktische Infos zur Region Saalbach Hinterglemm

Rund um Saalbach Hinterglemm gibt es insgesamt 400 km an Mountainbike-Trails zu entdecken. Viele eignen sich, um schöne Radtouren bergauf und bergab zu bestreiten. Einige sind rein aufs Abwärtsfahren, also auf das sogenannte Downhill-Biking, ausgelegt. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sind wie beim Skifahren farblich markiert. Blau ist die einfachste Variante. Rot bedeutet mittelschwer und schwarz ist als schwer einzustufen. Mit den Bergbahnen gelangen die Radsportler von den Ortsteilen jeweils zu den Einstiegen. Wer lieber wandern möchte, findet in Saalbach rund 400 km Wanderwege.

Urlaub in den Bergen