Wildcampen ist an wenigen Orten in den Alpen erlaubt und zum Teil mit strengen Regeln verbunden. In diesem Artikel erfahren Wanderer alles Wichtige über die Camping-Regeln in den jeweiligen Alpenländern und bekommen Tipps, wie sie Wildcamping am besten angehen können. Denn zwischen Wildcampen, Biwakieren und Freicampen gibt es Unterschiede. Wildcampen steht für das Übernachten an nicht dafür ausgewiesenen Orten und Freicampen bezeichnet eine oder mehrere Nächte an einem dafür vorgesehenen Ort. IndenBergen stellt vor, was Wanderer über Wildcamping wissen müssen.
Kurz zusammengefasst
- Wildcampen ist in den Alpenländern unterschiedlich geregelt und häufig nur eingeschränkt oder gar nicht erlaubt.
- Biwakieren wird vielerorts eher geduldet als klassisches Zelten, insbesondere bei Bergtouren im Hochgebirge – lokale Vorschriften haben jedoch immer Vorrang.
- In Nationalparks, Naturschutzgebieten und Wildruhezonen gelten oft strengere Regeln oder vollständige Verbote.
- Informiere dich vor jeder Tour über die aktuellen Bestimmungen vor Ort und hinterlasse die Natur so, wie du sie vorgefunden hast.
Regeln fürs Wildcampen
Die Regeln fürs Wildcampen variieren je nach Alpenland, aber überall gilt, dass Wanderer keinen Abfall zurücklassen dürfen, wenn sie ihr Lager wieder verlassen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Übernachtung keine Belastung für die Natur darstellt.
Wildcampen in Österreich
Die Regelungen zum Wildcampen unterscheiden sich in Österreich je nach Bundesland. Während das Zelten in freier Natur vielerorts verboten ist, gelten für das Biwakieren teilweise andere Bestimmungen.
Besonders in den Alpen wird ein Notbiwak oder eine einfache Übernachtung oberhalb der Waldgrenze in manchen Regionen toleriert. Gleichzeitig gibt es Bundesländer, in denen das Campieren außerhalb offizieller Campingplätze grundsätzlich untersagt ist.
Da die Vorschriften regional stark variieren, solltest du dich vor deiner Tour immer über die geltenden Regeln im jeweiligen Bundesland informieren.
Wildcampen in Frankreich
Frankreich gehört zu den beliebtesten Ländern Europas für Trekking- und Mehrtagestouren. Das sogenannte Bivouac – also das Übernachten für eine Nacht mit spätem Aufbau und frühem Abbau – wird in vielen Bergregionen unter bestimmten Bedingungen erlaubt oder geduldet.
Allerdings gelten die Regeln nicht überall gleich. Vor allem in Nationalparks und Naturschutzgebieten können eigene Vorschriften festgelegt werden. Häufig ist das Biwakieren nur in festgelegten Zeitfenstern erlaubt oder an bestimmte Orte gebunden.
Informiere dich deshalb vor jeder Tour über die aktuellen Bestimmungen des jeweiligen Gebiets. Gerade in den französischen Alpen und Pyrenäen unterscheiden sich die Regelungen teilweise deutlich.
Wildcampen in Deutschland
In Deutschland ist Wildcampen mit Zelt grundsätzlich nicht erlaubt. Wer dennoch eine Nacht in der Natur verbringen möchte, sollte sich vorab über regionale Ausnahmen informieren. Einige Bundesländer ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen eine einfache Übernachtung außerhalb offizieller Campingplätze oder bieten spezielle Trekking- und Naturzeltplätze an.
Ein Biwak ohne Zelt wird häufig anders bewertet als klassisches Camping, ist jedoch ebenfalls nicht überall erlaubt. Besonders in Naturschutzgebieten, Nationalparks und anderen geschützten Landschaften gelten oft zusätzliche Einschränkungen.
Für Wanderer und Trekkingfans sind die zahlreichen offiziellen Trekkingplätze inzwischen eine attraktive Alternative zum Wildcampen geworden.
Wildcampen in der Schweiz
Die Schweiz gilt für viele Bergsportler als Paradies für Mehrtagestouren und Biwak-Abenteuer. Gleichzeitig gibt es jedoch keine landesweit einheitliche Regelung zum Wildcampen. Ob eine Übernachtung in der Natur erlaubt ist, hängt von den jeweiligen Kantonen, Gemeinden und Schutzgebieten ab.
Grundsätzlich wird ein spätes Aufstellen des Zeltes und ein frühmorgendlicher Abbau oberhalb der Waldgrenze vielerorts toleriert. Allerdings gelten in Nationalparks, Wildruhezonen, Naturschutzgebieten und anderen geschützten Bereichen oft strenge Einschränkungen oder Verbote. Informiere dich deshalb immer vorab über die lokalen Vorschriften und respektiere die Natur.
Gut zu wissen: Ein Biwak ohne Zelt wird vielerorts eher geduldet als klassisches Wildcampen, ist aber ebenfalls nicht überall erlaubt.
Wildcampen in Italien
Die Regelungen zum Wildcampen in Italien unterscheiden sich je nach Region, Provinz und Schutzgebiet. Eine landesweit einheitliche Regelung gibt es nicht. Während das freie Zelten in vielen Regionen grundsätzlich verboten oder eingeschränkt ist, gelten in Nationalparks und Naturschutzgebieten oft zusätzliche Vorschriften.
Wer eine mehrtägige Bergtour plant, sollte sich daher immer vorab über die lokalen Bestimmungen informieren. In einigen Regionen wird ein einfaches Biwak im Hochgebirge unter bestimmten Voraussetzungen toleriert, während es in anderen Gebieten ausdrücklich verboten ist.
Wichtig: Besonders in Nationalparks und Schutzgebieten können deutlich strengere Regeln gelten als außerhalb dieser Bereiche.
Wildcampen: Informiere dich immer vor Ort
Auch wenn es allgemeine Regeln gibt, können Gemeinden, Grundeigentümer, Nationalparks und Naturschutzgebiete eigene Vorschriften festlegen. Informiere dich deshalb vor jeder Tour über die aktuellen Bestimmungen vor Ort. Unabhängig von der Rechtslage gilt: Hinterlasse keinen Müll, vermeide offenes Feuer und respektiere die Natur sowie andere Menschen. Wer die Berge verantwortungsvoll nutzt, trägt dazu bei, dass naturnahe Übernachtungen auch in Zukunft möglich bleiben.
Tipps zum Thema Wildcampen
Wanderer, die beschließen, in der Natur zu übernachten, sollten dabei einige Dinge beachten. Zuerst sollte ein geschützter Platz gewählt werden, wo Wanderer anderen nicht in die Quere kommen. Wildcampen geht in einem Zelt, aber auch einfach unter freiem Himmel in einem Schlafsack oder mit einem Biwak. Wer unverhofft doch entdeckt wird, sollte lieber nicht anfangen, zu diskutieren, sondern einfach seine Sachen packen und weiterziehen, ohne etwas in der Natur zurückzulassen.
- Keinen Abfall in der Natur zurücklassen
- Die Natur respektieren
- Den Lagerplatz sorgfältig wählen
- Nicht zu lange an einem Ort bleiben
- Biwakzeiten sind von 19.00 bis 09.00 Uhr
- Den Ort so verlassen, wie man ihn vorgefunden hat.