Urlauber in Norditalien müssen am Mittwoch, dem 15. Juli, mit teils sehr schweren Gewittern rechnen. Vor allem in Piemont, der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien können ab dem Nachmittag intensive Gewitter entstehen. Dabei sind sehr großer Hagel, schädliche Sturmböen und viel Regen in kurzer Zeit möglich. Auch rund um den Gardasee, im Trentino und in den Dolomiten kann es kräftige Gewitter geben, wobei die genaue Zugbahn der Gewitter noch unsicher ist.
In Kürze
- Am Mittwochnachmittag und -abend können in Norditalien schwere Gewitter entstehen.
- Das größte Risiko besteht in Teilen von Piemont, der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien.
- Die heftigsten Gewitter können sehr großen Hagel, schädliche Sturmböen und Starkregen bringen.
- Auch am Gardasee, im Trentino und in den Dolomiten sind kräftige Gewitter möglich.
Schwerste Gewitter ab dem Nachmittag
Der Vormittag verläuft in weiten Teilen Norditaliens zunächst noch sonnig und warm. Im Trentino können in den Tälern rund 33 Grad erreicht werden. Durch kühlere und instabilere Luft in größeren Höhen steigt die Gewittergefahr im Tagesverlauf jedoch rasch an.
Die ersten Gewitter können über den Alpen entstehen. Anschließend ziehen sie von West nach Ost und können sich bis auf die Südseite der Alpen und in die Poebene ausweiten. Vor allem am Abend und zu Beginn der Nacht können schwere Gewitter über größere Distanzen hinweg aktiv bleiben.
Hagelkörner von 5 bis 8 Zentimetern möglich
ESTOFEX, ein europäisches Netzwerk für die Vorhersage schwerer Gewitter, hat für Teile Norditaliens die höchste Warnstufe ausgegeben. Vor allem in Piemont, der Lombardei und der Emilia-Romagna können kräftige Superzellen oder größere Gewitterkomplexe entstehen.
Bei den heftigsten Gewittern sind lokal Hagelkörner mit einem Durchmesser von etwa 5 bis 8 Zentimetern möglich. Außerdem kann es zu schädlichen Sturmböen, extremem Starkregen und vielen Blitzen kommen. Es handelt sich dabei um ein lokales Risiko: Nicht jeder Ort im Warngebiet wird automatisch von solch großem Hagel getroffen.
Für die Voralpen und das angrenzende Gebiet in Venetien warnt der regionale Wetterdienst außerdem vor mittelgroßem bis großem Hagel und Windböen, die bei schweren Gewittern mehr als 100 Kilometer pro Stunde erreichen können. Auch dort kann in kurzer Zeit sehr viel Regen fallen.
Auch Gewitter am Gardasee möglich
Der Gardasee liegt zwischen der Lombardei, Venetien und dem Trentino und damit in der Nähe mehrerer Risikogebiete. Auch rund um den See können am Mittwochnachmittag oder -abend schwere Gewitter entstehen.
Noch ist nicht sicher, ob der Gardasee direkt von den heftigsten Gewittern getroffen wird. Bei solchen Wetterlagen können die Unterschiede auf kleinem Raum groß sein. Ein Campingplatz oder ein Ort kann von schwerem Hagel und Sturm betroffen sein, während es wenige Dutzend Kilometer weiter nahezu trocken bleibt.
Im Trentino erwartet der offizielle Wetterdienst verbreitet Schauer und Gewitter, die von West nach Ost ziehen. Diese können lokal kräftig ausfallen und mit Hagel sowie plötzlichen Windböen einhergehen.
Schwere Gewitter in den Dolomiten
In den Dolomiten steigt die Wahrscheinlichkeit für Regen- und Gewitterschauer am Nachmittag und Abend auf etwa 40 bis 60 Prozent. Vor allem gegen Abend können die Gewitter zwischen den Voralpen und dem Alpenvorland kräftig ausfallen. Ab dem Abend nimmt die Gewitteraktivität in den Dolomiten voraussichtlich ab, während die Gewitter über den Voralpen und der Ebene länger aktiv bleiben können.
Wer am Mittwoch eine längere Bergwanderung, Radtour oder andere Outdoor-Aktivität geplant hat, sollte deshalb früh starten und deutlich vor den erwarteten Gewittern wieder zurück sein.
Nicht überall kommt es zu Unwettern
Obwohl die Wetterlage günstige Bedingungen für schwere Gewitter bietet, wird nicht ganz Norditalien von Unwettern getroffen. Die genaue Zugbahn und Stärke der Gewitter werden erst kurz vor ihrer Entstehung klarer.
Urlauber sollten die Lage deshalb am Nachmittag und Abend weiter über offizielle regionale Wetterdienste, lokale Warnungen und den Regenradar verfolgen. Besonders in den Bergen kann das Wetter innerhalb kurzer Zeit vollständig umschlagen.