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Spikes, Grödel oder Steigeisen: Womit hast du den besten Halt auf Eis und Schnee?

Wandelen met schoenkettingen
© Pixabay / Jerzygórecki

Wenn Wege mit Schnee und Eis bedeckt sind, wird Wandern und Klettern noch einmal deutlich anspruchsvoller. Spikes, Grödel oder Steigeisen können den Unterschied machen zwischen einer sicheren Tour und gefährlichen Situationen. Doch worin liegen die Unterschiede zwischen diesen Steighilfen und wann braucht man welche Variante? Wir erklären es dir!

1. Spikes: leichte und flexible Lösung für alltägliche Winterwanderungen

Spikes sind ideal für winterliche Spaziergänge und Wanderungen und bieten Halt auf glatten, vereisten, eher flachen Untergründen. Sie bestehen aus einem Gummiteil mit kleinen Metallspitzen, das du einfach über deine Wanderschuhe ziehst. Spikes eignen sich perfekt für vereiste Wege, Winterwanderpfade oder gefrorene Straßen und sind eine schnelle, unkomplizierte Möglichkeit, dein Schuhwerk an die Bedingungen anzupassen. Sie sind leicht, kompakt und einfach mitzunehmen – bieten aber nicht genug Grip für steilere Hänge oder tiefen Schnee.

Vorteile von Spikes:

  • Leicht und angenehm zu tragen
  • Ideal auf Schnee und vereisten Wegen
  • Gut für kurze, weniger technische Touren
  • Perfekt zum Joggen, Spazieren oder für „leichte“ Freizeitaktivitäten im Winter

Wie befestigst du Spikes an deinen Schuhen?

Spikes ziehst du an wie Socken – nur eben über den Schuh. Setze zuerst den Vorderfuß ein, dann die Ferse. Achte darauf, die richtige Größe zu wählen, damit die Spikes sicher sitzen und nicht verrutschen.

Spikes für Wandern bei Eis
Winterwandern mit Spikes oder Winterschuhen

2. Grödel: stabiler Halt bei geringeren Höhenunterschieden

Grödel (auch Schuhketten oder Halbsteigeisen) bieten mehr Grip als Spikes. Sie bestehen aus Metallketten bzw. einer Metallkonstruktion mit (etwa sechs) längeren Zacken, die über die gesamte Schuhsohle verteilt sind. Grödel sorgen vor allem auf hart gefrorenen Schneefeldern für zusätzliche Stabilität und lassen sich an den meisten Wanderschuhen unkompliziert befestigen. Allerdings fehlen die Frontzacken, wie Steigeisen sie haben – deshalb sind sie weniger geeignet für steile oder technisch anspruchsvolle Anstiege.

Vorteile von Grödel:

  • Besserer Halt als Spikes auf mäßig steilen Passagen
  • Ideal für Touren auf hart gefrorenem Schnee
  • Leicht und einfach an Wanderschuhen zu befestigen
  • Geeignet für längere Wanderungen im Schnee

Wie befestigst du Grödel?

Grödel ziehst du ähnlich an wie Spikes. Zusätzlich haben sie oft ein Band oder einen Verschluss, der von links nach rechts eingefädelt wird, um mehr Stabilität zu geben. Weil dieses System sehr einfach zu handhaben ist, musst du sie zu Hause meist nicht speziell anpassen. Wichtig: Grödel dürfen nicht zu locker sitzen, sonst können sie unter der Sohle verrutschen – das kann gefährlich werden.

3. Steigeisen: unverzichtbar bei steilen, technischen Touren

Steigeisen sind die „Profis“ unter den Hilfsmitteln fürs Bergsteigen und Klettern bei eisigen Bedingungen. Sie sind mit (10 oder mehr) langen, scharfen Zacken ausgestattet, die tief in Eis oder Schnee eindringen können – und selbst auf steilen Hängen oder Gletschern sicheren Halt bieten. Steigeisen sind häufig nötig beim Begehen vereister Felsen, Gletscher oder Gipfelrouten, vor allem im Alpinismus und beim Bergsteigen. Das Gehen mit Steigeisen erfordert jedoch etwas Erfahrung und Technik, weil sie die Bewegungsabläufe deutlich verändern können.

Vorteile von Steigeisen:

  • Unverzichtbar für Gletscher- oder technisch anspruchsvolle Touren
  • Maximale Trittsicherheit auf Eis und in steilem Gelände
  • Ideal für Alpinisten und Eiskletterer
  • Robust und langlebig – erfordert aber stabile Bergschuhe

Wie befestigst du Steigeisen?

Es gibt verschiedene Steigeisentypen, die jeweils unterschiedlich befestigt werden. Im Gegensatz zu Spikes und Grödel müssen die meisten Steigeisen angepasst werden, damit sie exakt zum Schuh passen. Zuerst stellst du die Länge auf deine Schuhgröße ein – oft gibt es dafür einen Hebel, den du seitlich schiebst. Vorn befindet sich ein Zehenbügel/Clip, hinten eine Fersenbügel- oder Schnallenkonstruktion. Danach fädelst du die Riemen durch die Schnallen und ziehst sie fest.

Steigeisen beim Eisklettern
© Pixabay / Rottonara
Steigeisen auf stabilen Bergschuhen

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Spikes, Grödel oder Steigeisen – was passt zu dir?

Die Wahl zwischen Spikes, Grödel oder Steigeisen hängt von den Bedingungen deiner Route und dem Schwierigkeitsgrad deiner Tour ab. Für einfache Wanderungen und leichte Eisverhältnisse sind Spikes eine hervorragende Wahl, während Grödel besser für längere Touren über hart gefrorenen Schnee geeignet sind. Für Gletscher, steile Hänge oder technische Routen sind Steigeisen unverzichtbar.

Die richtige Ausrüstung für die richtigen Bedingungen

Egal, wofür du dich entscheidest: Sei immer gut vorbereitet und nimm die passende Ausrüstung für dein Abenteuer mit. Wenn du deine (Berg-)Wanderschuhe mit den richtigen Spikes, Grödel oder Steigeisen ausstattest, erhöhst du deine Sicherheit deutlich und holst mehr aus deiner Winterwanderung oder Klettertour heraus. Vergiss nicht: Gerade bei Steigeisen spielen Technik und Erfahrung eine große Rolle.

  • Achte darauf, dass deine Schuhe stabil genug für die gewählte Ausrüstung sind.
  • Übe den Umgang mit Steigeisen am besten vorher.
  • Kontrolliere regelmäßig den Zustand deiner Spikes oder Grödel, um Unfälle zu vermeiden.
3235 - Summer - Bettina

Über Bettina

Bettina ist in den Bergen geboren und aufgewachsen. Sie verbringt ihre Sommer am liebsten mit Wandern und Mountainbiken oder in kühlen Bergseen.