Eine Touristin, die nach ihrer Zahlung einen Beleg verlangt, ein Betreiber, der nach eigenen Angaben keine Quittung ausstellen kann, und eine Diskussion, die immer weiter eskaliert: Ein Video von einem Streit am Bezahl-Drehkreuz auf der Seceda wird derzeit in den sozialen Medien viel geteilt. Nachdem die Frau 5 Euro für den direkten Zugang zum bekannten Aussichtspunkt bezahlt hat, droht sie schließlich damit, die Polizei zu rufen.
Das Drehkreuz auf dem beliebten Berg oberhalb von Gröden sorgt schon länger für Diskussionen. Es steht auf einem kurzen Abschnitt eines Wanderwegs über Privatgrund. Wer diesen Weg nutzt, zahlt 5 Euro. Der Aussichtspunkt ist allerdings auch über eine kostenlose alternative Wanderroute erreichbar.
In Kürze
- Ein Video zeigt einen eskalierenden Streit am Bezahl-Drehkreuz auf der Seceda.
- Eine Touristin erhielt nach der Zahlung von 5 Euro keinen Zahlungsbeleg und drohte, die Polizei zu rufen.
- Das Drehkreuz steht auf Privatgrund; der Aussichtspunkt bleibt über eine kostenlose Alternativroute erreichbar.
Diskussion um fehlenden Zahlungsbeleg
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Touristin nach der Zahlung einen offiziellen Beleg verlangt. Der Betreiber antwortet, die Transaktion sei zwar registriert, er könne jedoch keine separate Quittung ausstellen. Die Frau akzeptiert das nicht. Sie erklärt, dass sie Anspruch auf einen Zahlungsbeleg habe, und kündigt nach einer längeren Auseinandersetzung an, die Polizei zu rufen oder Anzeige zu erstatten.
Der Betreiber wirkt davon wenig beeindruckt. Er verweist darauf, dass es sich um Privatgrund handelt, und verteidigt das Recht des Eigentümers, Geld für den Durchgang zu verlangen. Nach den Berichten spitzt sich die Situation weiter zu, dabei fallen auf beiden Seiten deutliche Worte. Ob die Polizei am Ende tatsächlich gerufen wurde oder ob die Touristin offiziell Anzeige erstattet hat, ist nicht bekannt.
Alpenverein versteht Forderung nach Quittung
Auch Carlo Alberto Zanella, Präsident der Südtiroler Sektion des Italienischen Alpenvereins CAI, hat auf den Vorfall reagiert. Seiner Ansicht nach hat die Frau mit ihrer Forderung nach einem Zahlungsbeleg in gewisser Weise recht. Wenn ein Besucher danach fragt, sollte ein entsprechender Nachweis ausgestellt werden.
Gleichzeitig hofft Zanella, dass die Spannungen auf der Seceda nicht weiter zunehmen. Der August gehört zu den stärksten Reisemonaten in den Dolomiten, und das Gebiet zieht täglich viele Wanderer und Tagesgäste an.
Ob am Bezahlpunkt alle administrativen Vorgaben eingehalten werden, ist nicht bekannt. Wie die Zahlungen genau registriert und verarbeitet werden, wurde öffentlich nicht näher erläutert. Dass kein Papierbeleg ausgestellt wird, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Zahlung nicht administrativ erfasst ist.
Fünf Euro für die direkte Route über Privatgrund
Wichtig ist, dass Besucher nicht den Eindruck bekommen, man müsse grundsätzlich 5 Euro zahlen, um die Seceda oder den bekannten Aussichtspunkt zu besuchen. Das Drehkreuz steht auf einem privaten Abschnitt der direktesten Route zu dem viel fotografierten Bergrücken.
Es gibt auch eine kostenlose alternative Wanderroute, über die das Drehkreuz umgangen werden kann. Diese Route ist etwas länger und steiler, führt aber ebenfalls in den Bereich mit Blick auf die markanten Gipfel der Geislergruppe. Wer den kürzesten Durchgang über das betreffende Privatgrundstück wählt, muss bezahlen. Am Drehkreuz kann mit Münzen oder elektronisch gezahlt werden.
Bezahl-Drehkreuz sorgt weiter für Diskussionen
Das erste Bezahl-Drehkreuz tauchte 2025 auf der Seceda auf. Die betroffenen Grundeigentümer wollten damit auf die Folgen des enormen Besucherandrangs aufmerksam machen. An stark frequentierten Tagen laufen Tausende Menschen über die Bergwiesen, es entstehen ausgetretene Pfade und immer wieder bleibt Müll zurück.
Nach Kritik verschwand das Drehkreuz zeitweise, kehrte im Sommer 2026 jedoch zurück. Später wurde auch an einem zweiten privaten Abschnitt ein Bezahlpunkt eingerichtet.
Befürworter weisen darauf hin, dass Grundeigentümer Kosten für die Instandhaltung von Wegen und Wiesen tragen. Kritiker finden hingegen, dass ein viel genutzter Wanderweg in den Bergen nicht durch eine private Zahlstelle unterbrochen werden sollte. Außerdem wird diskutiert, ob das System Besucherströme tatsächlich lenkt oder vor allem Einnahmen bringt.
Seceda bleibt durch soziale Medien beliebt
Die Seceda hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bekanntesten Fotospots in den Dolomiten entwickelt. Von der Bergbahn aus ist der berühmte Bergrücken relativ einfach zu erreichen. Viele Besucher wandern zu nahezu demselben Punkt, um die schroffen Gipfel der Geislergruppe zu fotografieren.
Diese Popularität hat auch Schattenseiten. Der große Andrang sorgt für volle Wanderwege und belastete Bergwiesen. Immer wieder entstehen Spannungen zwischen Besuchern, Grundeigentümern, Tourismusorganisationen und Naturschutzverbänden.
Für Urlauber ist vor allem wichtig zu wissen: Der kostenpflichtige Durchgang ist nicht die einzige Route. Wer nicht zahlen möchte, kann das Drehkreuz über den alternativen Weg umgehen. Wer den direkten Zugang nutzen und einen Zahlungsbeleg erhalten möchte, sollte direkt beim Bezahlen danach fragen.