7 Berglügen, die jeder Wanderer kennen sollte

7 Berglügen, die jeder Wanderer kennen sollte

27. Juni 2018

von: Marlene in Allgemein

Wandern kann wirklich jeder, der zwei gesunde Beine hat. Und jeder der das hat, hat es auch schon gemacht. So hat auch jeder schon Erfahrungen am Berg gesammelt, die er fleißig mit den Tourenpartnern teilt. Dabei kommt es durchaus auch mal vor, dass bei den Ausführungen ein bisschen geflunkert wird. Gipfel in der Ferne heißen häufig Großglockner, Großvenediger und Zugspitze. Und auf der Hütte hat natürlich noch nie jemand geschnarcht. Die meisten Hochstapelein kann man den Weggefährten aber nicht böse nehmen. Damit Sie wissen, worauf Sie sich beim Wandern wirklich einlassen, hat IndenBergen die 7 größten Berglügen zusammengefasst.

1. Nur noch eine Kurve

Die Füße schmerzen. Das Herz pumpt. Und irgendwie schwindet auch langsam die Lust. Kein Wunder, schließlich dauert die Tour schon mehrere Stunden. Da muss das Ziel doch bald in Sicht sein. Umso besser, wenn der Bergpartner dann verkündet: "Da vorne die Kurve, das ist die letzte. Dann sind wir da." Also werden nochmal die letzten Kraftreserven gesammelt. Motiviert geht es in die Kurve. Erwartungsvoll blicken die Augen auf das Gipfelkreuz oder den gemütlichen Gasthof. Doch wer schonmal in dieser Situation war weiß, dass es nach so einer Aussage selten die letzte Kurve ist. Es folgen noch drei, oder vier, oder fünf ... aber dann ist man auch wirklich da.

Wandern Ziel Kurve
Gleich sind wir da. © carlaborella / Pixabay

2. Da hinten ist der Großglockner zu sehen

Die meisten kennen den Namen des höchsten Berges Österreichs, den Großglockner. Wer in den Alpen unterwegs ist, wird auch immer wieder auf den imposanten Riesen stoßen. An manchen Stellen gibt es Aussichtsplattformen mit Großglocknerblick, an anderen heißt das Hotel „Am Großglockner“. Das Wort zieht einfach, auch wenn der Riese Österreichs natürlich nicht von überall zu sehen ist. Trotzdem streckt man zwischendurch auf der Wanderung den Finger aus, um auf die Bergkette im Hintergrund zu zeigen: „Da ist übrigens der Großglockner.“ Ja, bestimmt. Irgendwo da ist sicher auch der Großglockner.

Großglocknerblick
Ob man da hinten auch den Großglockner sieht? © Pixabay/Pexels

3. Das war jetzt der letzte steile Anstieg

Wenn es seit Stunden nur bergauf geht, sehnt man sich nach einer Weile nach einem flacheren Stück. So steil sah die Tour auf der Karte gar nicht aus. Diese These prüft der optimistische Wanderpartner direkt und verkündet dann: „Stimmt. Das war jetzt auch wirklich der steilste Teil. Ab jetzt wird es flacher.“ Oft wird diese Aussage mit dem Hinweis kombiniert, dass das Ziel nach der nächsten Kurve kommen müsste. An dieser Stelle sollten sich die Wanderpartner in den meisten Fällen auf weitere steile Anstiege einstellen.

steiler anstieg
Steiler wird's jetzt echt nicht mehr. © joergweitz/ Pixabay

4. Da hinten kommt die Sonne raus

Die Wettervorhersage sah gar nicht so schlecht aus. Plötzlich fängt es an zu regnen. Bestimmt nur ein kurzer Schauer, heißt es. Zwei Stunden später hält selbst die Regenjacke nicht mehr dicht und in den Wanderschuhen hat sich ein kleiner Biotop gebildet. Langsam wird es kalt und die Hütte ist noch immer nicht in Sicht. Dafür ist etwas anderes zu sehen: „Da hinten reißt es auf. Da kommt gleich die Sonne raus.“ Zumindest behauptet das der Tourenpartner, während man selbst die Augen zusammenkneift und versucht, ein klitzekleines Stück blauer Himmel auszumachen. Häufig vergeblich.

Sonne Pause Aussicht
Da hinten wird's hell. © Pexels / Pixabay

5. Ich habe noch nie geschnarcht

Eine Hüttenübernachtung in den Bergen hat Erzählungen zufolge einen leicht romantischen Touch. Gemeinsam mit Gleichgesinnten werden abends lustige Anekdoten des Tages ausgetauscht und der eine oder andere Schnaps geht auf Kosten des Hüttenwirts. Und dann schlafen alle gemeinsam im Lager ein. Zumindest, so lange keiner schnarcht. Nach eigener Aussage macht das natürlich auch niemand. Trotzdem findet man sich selbst nachts hellwach im Schlafsaal wieder, während rechts und links ein Sägekonzert vom Feinsten abgehalten wird. Zum Glück gibt es Oropax.

6. Da liegt kein Schnee mehr

In der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling liegt in den höheren Lagen häufig noch Schnee. Weil die Wanderungen meistens weiter unten starten, ist oft nicht abzusehen, wie verschneit es tatsächlich noch ist. Zum Glück behauptet der Tourenpartner, dass da ganz sicher kein Schnee mehr liege. Da kann man ja beruhigt losgehen. Zumindest so lange, bis man sich einige Höhenmeter weiter oben bereits durch das dritte Schneefeld kämpft und immer wieder bis zur Hüfte versinkt.

Schneefeld Wandern Gletscher
Ist doch nur noch ein bisschen Schnee © arvarga / Pixabay

7. Besonders schwer war es eigentlich nicht

Wer nach einer Wanderung Fotos vorzeigt, ist meist vorteilhaft abgebildet. Der lange, zähe Anstieg durch den Wald wurde den Bildern nach lächelnd zurückgelegt. Auch in der schwierigen Klettersteigpassage ist ein Bild entstanden, auf dem man freudestrahlend in die Kamera blickt. Die zitternden Beine sieht auf dem Bild keiner. Auch das schwere Atmen auf den letzten Metern hat niemand festgehalten. Wenn dann die Frage kommt, wie die Wanderung war, heißt es häufig: „Naja, besonders schwer war es eigentlich nicht.“

Anstrengung Wandern
Nö, eigentlich war's nicht anstrengend. © Stocksnap / Pixabay

Begleitung am Berg motiviert und sorgt für Sicherheit

Berglügen sind sogenannte weiße Lügen. Lügen, die einen positiven Effekt haben, weil sie eigentlich der Motivation dienen. Ist der eine Wanderpartner schon geschafft, kann der andere mit einer weißen Lüge die Stimmung wieder steigern. Zu viele Berglügen haben allerdings den gegenteiligen Effekt. Doch meistens spürt der Wanderpartner gut, wann damit Schluss sein muss. Abgesehen von den kleinen Flunkereien ergeben sich zwischen den Bergpartnern oft anregende Gespräche, die die Anstrengung in den Hintergrund rücken können. Im Falle eines Unfalls kann der andere außerdem Hilfe holen oder leisten. Deshalb ist eine Wanderung in Begleitung nicht nur motivierend, sondern auch ein Sicherheitsfaktor am Berg.

Urlaub in den Bergen