Die schönsten Pilgerwege der Welt

Die schönsten Pilgerwege der Welt

7. Dezember 2018

von: Sarah in Regionen

Seit Jahrhunderten machen sich Menschen aus religiösen Gründen auf, um auf langen Strecken in Einsamkeit zu wandern und um damit entweder ihrem Gott näher zu kommen oder um Buße zu tun. Auf der ganzen Welt haben sich daher berühmte Pilgerorte entwickelt, zu den bekanntesten zählen dabei Rom, Jerusalem, Mekka und Santiago de Compostela. Allerdings erlebt der Pilgertourismus in den letzten Jahren einen derartigen Zuwachs, dass es für Pilger nicht einfach ist, sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Indenbergen.de stellt daher die schönsten Pilgerwege der Welt vor.

1. Adam’s Peak: Vier Weltreligionen auf einem Berg in Sri Lanka

Wer aus religiösen Gründen pilgert, für den ist Adam‘s Peak in Sri Lanka sicher die optimale Wahl, egal, welcher Religion er auch angehören mag, denn auf diesem Berg treffen sich vier Weltreligionen. Der Berg ist 2.243 Meter hoch und die Strecke eigentlich nur sieben Kilometer lang. Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen, denn dieser Aufstieg ist heftig, denn er umfasst gut 1.000 Höhenmeter und 5.000 Stufen. Ziel für Hindus, Muslime, Christen und Buddhisten ist übrigens ein Fußabdruck, der entweder einer Gottheit oder einem Propheten der eigenen Religion zugeordnet wird.

2. Shikoku: Der Tempel-Pilgerpfad in Japan

Auf Shikoku, der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln, liegt der Shikoku-Pilgerweg, der jährlich mehr als 500.000 Menschen anzieht. Der Weg ist rund 1.200 Kilometer lang und ist zu Fuß in knapp 40 Tagen zu schaffen. Das Besondere an diesem Pilgerweg: Auf der Strecke liegen 88 Tempel, die es alle zu besuchen gilt. Erst dann gilt der Weg als erfolgreich absolviert. In welcher Reihenfolge die Tempel besucht werden, in welche Richtung gepilgert wird und ob öffentliche Verkehrsmittel zur Hilfe genommen werden, ist dabei nicht wichtig.

3. Pilgern extrem: Der Weg rund um den Kailash in Tibet

Spätestens hier hört die Vorstellung vom gemütlichen Pilgern auf, denn dieser Pilgerweg gilt als der schwierigste der Welt. Die Strecke ist 54 Kilometer lang und verläuft in einer Höhe von 4.600 bis 5.700 Meter. Hier drohen die Höhenkrankheit ebenso wie tiefe Schlichten, steile Abhänge, Unterkühlung und Zusammenbrüche durch Erschöpfung. Der Gipfel des Kailash darf allerdings aus Ehrfurcht vor den Göttern gar nicht betreten werden, deswegen verläuft der Pilgerweg ‚nur‘ einmal herum. Je nach Glaubensrichtung gehen die Pilger den Pfad entweder im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn.

4. Von Oberösterreich nach Slowenien auf dem Benediktweg

Knapp zwei Wochen sollten Pilger für den Benediktweg einplanen, der von Spital am Phyrn in Oberösterreich, über Seckau in die Steiermark zum Stift St. Paul in Kärnten und weiter bis nach Gornji Grad in Slowenien verläuft. Während der Zeit sind 315 Kilometer zu überwinden, wobei viele kulturelle Highlights den Weg säumen. Dazu zählen zum Beispiel die barocke Stiftskirche in Spital am Pyhrn in Oberösterreich und das Benediktinerstift Admont in der Steiermark ebenso wie das Franziskanerkloster Nazarje mit der Kapelle der Schwarzen Madonna. Dieser Pilgerweg ist daher deutlich weniger extrem als der Vorgänger in dieser Liste.

5. Pilgern im hohen Norden: Der Olavsweg

Auch im hohen Norden wird gepilgert und zwar nicht nur in einem Land, zumindest dann nicht, wenn man auf dem Olavsweg unterwegs ist, denn dieser verläuft mit einem Streckennetz von 5.000 Kilometern durch Dänemark, Schweden und Norwegen. Ziel ist der Nidaros-Dom in Trondheim. Dieser Pilgerweg wurde übrigens im Jahr 2010 zum Europäischen Kulturweg ernannt. Trotzdem ist er im Vergleich zum Camino de Santiago immer noch recht wenig frequentiert, sodass Pilger hier wirklich die Gelegenheit haben, zu sich selbst und vielleicht auch zu Gott zu finden.
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6. 500 Kilometer auf den Spuren des Apostels Paulus

Vom Meer bis in die Hochebene verläuft der in der Türkei liegende Pilgerweg auf den Spuren des Apostels Paulus. Im Jahr 2008 wurde er eröffnet und ist insgesamt 500 Kilometer lang. Er startet an der Mittelmeerküste und arbeitet sich bis in eine Höhe von 2.200 Metern hinauf. Für den Startpunkt gibt es zwei Möglichkeiten und das Pilgerziel ist Antiochia in Pisidien, das heutige Yalvaç nördlich des Eğirdir-Sees, wo Paulus eine Christengemeinde gegründet haben soll. Landschaftlich reizvoll ist der Weg aufgrund der antiken Stadt Adada, hohen Wasserfälle und Schluchten oder dem wunderschönen See.

7. Seit Jahrhunderten ein Klassiker: Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela

Der Pilgerweg in den Norden Spaniens gilt als der Klassiker in Sachen Pilgerwege in Europa, schließlich machten sich bereits im Mittelalter Gläubige auf, um dem typischen Muschelsymbol auf dem Jakobsweg zu folgen. Hape Kerkelings Bestseller aus dem Jahr 2008 hat sein übriges dazu beigetragen. Mehrere Wege aus ganz Europa führen zum angeblichen Grab des Apostel Jakobus und zahlreiche Menschen folgen jährlich dem Ruf. Selbst Angela Merkel ist darauf schon eine kurze Strecke gepilgert. Wer allerdings Ruhe und Besinnlichkeit sucht, wird mit dem Camino de Santiago vielleicht nicht unbedingt glücklich.

Weiterführende Informationen zum Thema

Auch wenn Pilgern aktuell ein großer Trend im Wandersport geworden zu sein scheint, sollten die Anstrengungen einer solchen Tour nicht unterschätzt werden. Ohne das entsprechende Training und ggf. eine Absprache mit dem Arzt sollte niemand losgehen. Wichtig ist dabei auch, auf die Zeit zu achten, wann gepilgert werden soll. Manche Strecken sind so zum Beispiel im Winter wegen Schnee und Eis unpassierbar und das möchte ja niemand erst vor Ort feststellen müssen. Ebenso entscheidend ist die richtige und passende Ausrüstung. Es ist nämlich sicher kein schönes Gefühl, wenn nach 20 Kilometer auffällt, dass der neue Wanderschuh drückt und dann liegen aber noch rund 300 Kilometer zwischen dem Pilger und dem Ziel.

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