Geht es mit dem Auto in diesem Sommer nach Italien? Dann gibt es gute Nachrichten für Reisende, die auf mautpflichtigen Straßen wegen Bauarbeiten im Stau stehen. Seit dem 1. Juni können AutofahrerInnen auf italienischen Mautstraßen unter bestimmten Bedingungen einen Teil ihrer Maut zurückbekommen, wenn es zu erheblichen Verzögerungen kommt. Bei langen Verzögerungen ist es sogar möglich, dass der gesamte Betrag erstattet wird.
Kurz zusammengefasst
- Italien führt ab dem 1. Juni eine neue Entschädigungsregelung für Mautstraßen ein.
- Bei starken Verzögerungen durch geplante Bauarbeiten ist es möglich, einen Teil oder sogar die gesamte Maut zurückzufordern.
- Die Regelung gilt auch für ausländische AutofahrerInnen, die durch Italien fahren.
Geld zurück bei Verzögerung durch Bauarbeiten
Die neue Regelung gilt auf italienischen Mautstraßen, wenn die normale Fahrzeit durch geplante Bauarbeiten deutlich überschritten wird. Die Entschädigung kann über eine App beantragt werden, in der die italienischen Autobahnbetreiber zu finden sind.
Laut dieser Regelung ist bereits auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern eine Erstattung möglich, wenn die Fahrt mindestens zehn Minuten länger dauert als üblich. Auf längeren Strecken muss die Verzögerung größer sein. Bei Verzögerungen von mehr als zwei Stunden wird die Maut in vielen Fällen vollständig erstattet.
Auch ausländische UrlauberInnen werden bei dieser Regelung berücksichtig
Wichtig für deutsche und UrlauberInnen aus anderen Ländern: Die neue Regel gilt nicht nur für ItalienerInnen, sondern auch für AutofahrerInnen aus dem Ausland. Wer also in diesem Sommer über Italien in die Dolomiten, in die Toskana, an die Adriaküste oder zu einem der italienischen Seen fährt, kann in bestimmten Fällen Anspruch auf eine Entschädigung haben.
Italien kennt keine Vignette wie Österreich oder die Schweiz. Auf den meisten Autobahnen bezahlt man dort Maut aufgrund der gefahrenen Strecke. Gerade deshalb ist eine Erstattung bei langen Verzögerungen für UrlauberInnen interessant.
Wann gibt es kein Geld zurück?
Die Regelung gilt nicht in allen Fällen. Es wird keine Erstattung ausgezahlt, wenn es aus den folgenden Gründen zu einer Verzögerungen kommt:
- Unfälle
- schlechtes Wetter
- Notfallarbeiten
- andere unvorhergesehene Verkehrsprobleme
Außerdem gilt, dass der zurückzuzahlende Betrag höher als 1,- € sein muss. Erst dann wird die Entschädigung tatsächlich ausgezahlt.
90 km fahren + 40 Minuten Verzögerung = 75 % Maut zurück
Autostrade per l’Italia nennt als Beispiel eine Fahrt von 90 Kilometern, bei der durch Bauarbeiten eine Verzögerung von 40 Minuten entsteht. In diesem Fall ist es möglich, dass 75 % der Maut erstattet werden. Bei einer Verzögerung von einer Stunde könnte sogar die gesamte Maut zurückgezahlt werden.
Wie viel du genau zurückbekommst, hängt von der Strecke, der normalen Fahrzeit und der tatsächlichen Verzögerung ab.
Das System wird weiter ausgebaut
Das neue Entschädigungssystem wurde am 1. Juni eingeführt und soll nach Angaben der italienischen Behörden im Dezember vollständig einsatzbereit sein. Die Regelung gilt unter anderem dann, wenn es durch Bauarbeiten auf Strecken wie Autostrade per l’Italia, Società Autostrada Tirrenica, Raccordo Autostradale Valle d’Aosta und Tangenziale di Napoli zu Verspätungen kommt.
Für UrlauberInnen bedeutet das vor allem: Bewahre deine Fahrtdaten gut auf, prüfe bei starken Verzögerungen durch Bauarbeiten, ob du Anspruch auf Entschädigung hast, und beachte die Bedingungen. Gerade in den verkehrsreichen Sommermonaten, wenn viele Deutsche über Italien in die Alpen oder weiter Richtung Küste reisen, kann die neue Regelung Geld sparen.