Berglandschaften sind ja für Wanderer zu jeder Jahreszeit wunderschön. Aber eigentlich nicht nur zu jeder Jahreszeit, sondern auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ja, selbst in den dunkelsten Stunden, wenn alles schläft, können die Berge traumhaft schön sein, wenn ihre verschneiten Gipfel geisterhaft in der Dunkelheit leuchten. Besonders beeindruckend wird das Erlebnis dann, wenn auch noch ein imposanter Sternenhimmel hinzukommt. IndenBergen stellt die Orte in Österreich vor, die perfekt sind für Sternengucker.
Kurz zusammengefasst
- Die Berge sind der perfekte Ort zum Sternegucken: Dank klarer Luft und geringer Lichtverschmutzung lassen sich Milchstraße, Sternbilder und Sternschnuppen besonders gut beobachten.
- Österreich bietet zahlreiche Top-Spots: Der Blog stellt besonders dunkle Regionen und Sternenparks vor, in denen der Nachthimmel besonders beeindruckend ist.
- Mit der richtigen Vorbereitung wird das Erlebnis noch besser: Warme Kleidung, eine Decke, etwas Geduld und idealerweise eine mondlose, wolkenfreie Nacht sorgen für optimale Bedingungen.
- Auch ohne Teleskop lohnt sich der Blick nach oben: Ferngläser oder Sternen-Apps helfen bei der Orientierung, doch viele Himmelsphänomene sind bereits mit bloßem Auge sichtbar.
1. Nationalpark Gesäuse
Eine europaweite unvergleichliche Möglichkeit, einen wunderschönen Nachthimmel mit Sternenbildern zu erleben, bietet der Nationalpark Gesäuse, der sich in der Steiermark über die Orte Admont, Johnsbach, Weng, Hieflau, Landl und St. Gallen erstreckt. Johnsbach wurde als der dunkelste Ort Österreichs gemessen, mit der niedrigsten Lichtverschmutzung, sodass Wanderer hier sogar die beeindruckende Milchstraße mit bloßem Auge erkennen können. In dem Nationalpark werden sogar nächtliche Fotoworkshops und Veranstaltungen zum „Sternderl-Schauen“ angeboten.
2. Lungau im Salzburger Land
Bei Wanderern, Langzeitfotografen und Romantikern ist die Region Lungau im Süden des Salzburger Landes besonders beliebt, denn sie gehört zu den am wenigsten lichtverschmutzten Regionen Europas. Dies liegt vornehmlich an der Höhe der Berge und der Tatsache, dass die Orte sehr klein sind, wodurch wenige künstliche Lichtquellen gegeben sind. Wer genauer wissen möchte, was er sich da eigentlich ansieht, der kann eine Wanderung auf dem Planetenlehrpfad von Tamsweg entlang der Taurach bis St. Andrä machen.
3. Lichtschutzgebiet Dürrenstein
Neben Naturschutzgebieten gibt es in den Bergen mittlerweile auch Lichtschutzgebiete, unter anderem das Lichtschutzgebiet Dürrenstein im gleichnamigen Wildnisgebiet. Dort finden Wanderer nicht nur den größten Urwald Mitteleuropas, sondern können in der Nacht auch 700 Sterne mit bloßem Auge erkennen. Weiter sehen Wanderer die Milchstraße und das Zodiakallicht, aber auch den sogenannten Gegenschein, der als ein absolutes Phänomen gilt. Diesen zu sehen ist, als würde man eine ausgestorben geglaubte Tierart wiederentdecken.
4. Sternenweg Großmugl
Nur 30 Minuten von Wien entfernt befindet sich der Sternenweg Großmugl im Weinviertel. Dort können Wanderer einiges über funkelnde Sterne, die Milchstraße, Sternschnuppen, die Internationale Raumstation, den Mond und die Planeten erfahren. Der Weg ist für Jung und Alt geeignet und Infotafeln beschreiben, welche Phänomene Wanderer am Himmel sehen. Der Wanderweg ist knapp 1,5 Kilometer lang.
5. Alpenhof mit Feriensternwarte
Für Wanderer, die den Sternen gerne mehr als einmal nahe sein möchten, am liebsten einen ganzen Wanderurlaub lang, ist der Sattleggers Alpenhof auf der Emberger Alm in Kärnten ideal. Dort auf 1.800 Metern Höhe gibt es sogar eine Feriensternwarte. Gäste können dort auch regelmäßig an Sternwanderungen teilnehmen. Wer möchte, kann auch sein eigenes Teleskop mitbringen und es in der Nacht auf dem weitläufigen Gelände des Alpenhofs aufstellen. Zudem gibt es noch eine wetterfeste Sternhütte mit Abrolldach, ein spätes Frühstück für Astronomen, warme Getränke für die Nacht, herrliche, dunkle Nächte, kein Fremdlicht und wenig Wind.
Tipps zum Sternegucken in den Bergen
Fernab von Städten und künstlichem Licht bieten die Berge ideale Voraussetzungen, um den Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht zu erleben. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du nicht nur unzählige Sterne entdecken, sondern auch die Milchstraße, Sternschnuppen oder sogar Planeten beobachten. Diese Tipps helfen dir dabei, das Beste aus deiner Sternennacht herauszuholen.
- Suche einen dunklen Ort: Wähle einen Platz fernab von Ortschaften und Straßen, damit möglichst wenig Lichtverschmutzung den Blick auf den Nachthimmel stört.
- Achte auf die richtige Nacht: Klare, möglichst mondlose Nächte bieten die besten Bedingungen, um Sterne und die Milchstraße zu beobachten.
- Gewöhne deine Augen an die Dunkelheit: Warte etwa 20 bis 30 Minuten und vermeide helles Handylicht, damit deine Augen sich optimal anpassen können.
- Zieh dich warm an: Auch im Sommer kann es in den Bergen nachts empfindlich kühl werden. Warme Kleidung, eine Decke oder eine Isomatte sorgen für mehr Komfort.
- Nutze Rotlicht: Eine Stirnlampe mit Rotlicht oder der Rotlichtmodus deines Smartphones schont deine Nachtsicht.
- Verwende eine Sternen-App: Apps wie Sky Tonight oder Stellarium helfen dir dabei, Sternbilder, Planeten und andere Himmelsobjekte zu erkennen.
- Ein Fernglas reicht oft aus: Für beeindruckende Beobachtungen von Sternhaufen oder dem Mond ist kein Teleskop erforderlich.
- Informiere dich über Himmelsereignisse: Sternschnuppennächte oder besondere Planetenkonstellationen machen das Erlebnis noch spektakulärer.
- Denke an die Sicherheit: Bleibe auf bekannten Wegen, nimm eine Stirnlampe für den Rückweg mit und informiere im Idealfall jemanden über deine Tour.
- Nimm dir Zeit: Genieße die Ruhe der Berge und lass den Blick einfach über den Sternenhimmel schweifen. Oft sind es gerade diese stillen Momente, die lange in Erinnerung bleiben.