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Italienischer Ort hat genug von halbnackten Touristen: Bußgelder bis 200 Euro

Varenna 2
© Pixabay / iphotoklick

Wer in diesem Sommer an den Comer See reist, sollte nach dem Strandbesuch besser etwas überziehen. Im beliebten Ort Varenna drohen Touristen künftig Bußgelder von bis zu 200 Euro, wenn sie im Bikini, in Badehose oder mit freiem Oberkörper durch das historische Zentrum laufen.

In Kürze

  • In Varenna am Comer See gelten strengere Kleidungsregeln für Touristen
  • Wer im Bikini, in Badehose oder mit freiem Oberkörper durchs Zentrum läuft, riskiert ein Bußgeld
  • Die Strafen liegen zwischen 50 und 200 Euro
  • Auch große Reisegruppen und Lautsprecher bei Führungen werden eingeschränkt

Varenna will die Lebensqualität schützen

Varenna zählt in den vergangenen Jahren zu den beliebtesten Orten am Comer See. Das Dorf hat nur rund 650 Einwohner, empfängt aber jedes Jahr Hunderttausende Besucher. Laut Bürgermeister Mauro Manzoni sind die neuen Maßnahmen notwendig, um die Lebensqualität im Ort zu schützen. Touristen seien weiterhin willkommen, doch die Lebensqualität der Einwohner dürfe nicht dem Massentourismus geopfert werden.

Ärger über Strandkleidung im Ortszentrum

Vor allem an heißen Sommertagen laufen viele Besucher in Badekleidung oder mit freiem Oberkörper durch die engen Gassen des Dorfes. Das sorgt bei Einwohnern und Geschäftsleuten schon länger für Unmut. Händler unterstützen die neuen Regeln. Am Strand ist Badekleidung natürlich kein Problem, doch in Geschäften, Restaurants, Kirchen und auf Plätzen erwartet der Ort angemessene Kleidung.

Das ist künftig nicht mehr erlaubt

  • Im Bikini oder in Badehose durch das historische Zentrum laufen
  • Mit freiem Oberkörper Geschäfte, Restaurants oder Plätze besuchen
  • Mit großen Gruppen die schmalen Gassen blockieren
  • Als Guide bei Führungen Lautsprecher benutzen

Auch Regeln für Reisegruppen

Die Kleidervorschriften sind Teil eines größeren Maßnahmenpakets. Organisierte Gruppen dürfen künftig aus maximal 25 Personen bestehen. Außerdem dürfen Guides die engen Gassen nicht blockieren und tragbare Lautsprecher sind verboten. Mit diesen Regeln will die Gemeinde mehr Ruhe ins Zentrum bringen und verhindern, dass das Dorf im Sommer komplett vom Tagestourismus dominiert wird.

Immer mehr Reiseziele greifen durch

Varenna ist nicht der einzige Ort, der strenger gegen bestimmte Formen des Tourismus vorgeht. In mehreren beliebten Urlaubsorten in Italien, Spanien und Kroatien gelten inzwischen Kleidervorschriften, Lärmregeln oder Einschränkungen für Gruppenreisen. Für Urlauber bedeutet das vor allem: Informiere dich vorab über die lokalen Regeln. Was am Strand völlig normal ist, kann im Zentrum eines Dorfes oder einer Stadt schnell ein Bußgeld nach sich ziehen.