Die Tiroler Behörden rufen Wanderer und andere Besucher dazu auf, Bärensichtungen unverzüglich zu melden. Anlass sind die acht bestätigten Sichtungen eines Bären im Bezirk Landeck seit März. Obwohl die Behörden betonen, dass keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung besteht, wurden inzwischen zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um das Tier besser verfolgen zu können.
Kurz zusammengefasst
- Im Bezirk Landeck wurde in diesem Jahr bereits achtmal ein Bär gesichtet
- Tirol bittet Einwohner und Wanderer, Sichtungen unverzüglich zu melden
- Die Behörden dürfen das Tier unter bestimmten Voraussetzungen verscheuchen und gegebenenfalls mit einem GPS-Sender ausstatten
- Nach Angaben der Behörden besteht derzeit keine erhöhte Gefahr für Einwohner oder Touristen
Bär seit Monaten in Landeck unterwegs
Seit März wurde der Bär mehrfach im Westen Tirols gesichtet. Dies geschah unter anderem mithilfe von Wildkameras, Videoaufnahmen, Fußabdrücken, Haaren und Kot.
Ende Juni kam zudem der Verdacht auf, dass der Bär an der Tötung eines Schafs auf einer Alm bei Nauders beteiligt war. Die Ergebnisse der entnommenen Proben liegen noch nicht vor.
Nach Angaben der Tiroler Behörden deuten die aktuellen Daten darauf hin, dass es sich um einen einzigen Bären handelt. Die Anwesenheit mehrerer Bären in dem Gebiet wird derzeit als sehr unwahrscheinlich angesehen.
Sichtungen sofort melden
Tirol bittet Einwohner, Wanderer und andere Besucher, Sichtungen von Bären oder anderen großen Raubtieren so schnell wie möglich über das Meldeformular des Landes oder bei den örtlichen Behörden zu melden. Fotos und Videos sind dabei besonders wertvoll. Sie können helfen, die Anwesenheit des Tieres zu bestätigen und seine Route besser zu erfassen.
Das Land Tirol bittet darum, bei einer Bärensichtung das entsprechende Sichtungsformular auszufüllen und per E-Mail an [email protected] zu senden.
Keine erhöhte Gefahr, aber Vorsicht ist geboten
Alle bestätigten Sichtungen fanden bisher weit entfernt von Dörfern und Wohngebieten statt. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Bär aktiv die Nähe zu Menschen sucht.
Dennoch nimmt die Tiroler Landesregierung die Sorgen der Einwohner und Almwirte ernst. Deshalb wurde eine Verordnung erlassen, die es ermöglicht, in bestimmten Jagdgebieten im Bezirk Landeck bei Bedarf rasch einzugreifen. Die Maßnahme gilt vorläufig für acht Wochen.
Abschrecken ist nun offiziell erlaubt
Die Verordnung ermöglicht es, den Bären unter strengen Auflagen abzuschrecken. Ziel ist es, dem Tier deutlich zu machen, dass die Nähe zu Menschen unangenehm ist, ohne es dabei zu verletzen oder zu töten. Dabei können unter anderem Lichtsignale, laute Geräusche, Knallpatronen und Gummigeschosse eingesetzt werden. Außerdem kann der Bär, falls dies als notwendig erachtet wird, mit einem Sender ausgestattet werden, um seine Bewegungen besser verfolgen zu können.
Bären tauchen häufiger in den Alpen auf
Die Sichtung in Tirol ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten wurden in verschiedenen Teilen der Alpen wieder häufiger Bären gemeldet. So wurde kürzlich auch ein Bär von einer Wildkamera im Brandnertal in Vorarlberg erfasst.
Die meisten Bären durchstreifen die Alpen nur vorübergehend und meiden den Kontakt mit Menschen. Dennoch sorgen Sichtungen oft für Unruhe, vor allem in Gebieten mit Weidevieh auf den Almen.
So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung
- Bleiben Sie auf den markierten Wanderwegen
- Machen Sie beim Wandern ausreichend Lärm
- Hinterlassen Sie keine Essensreste in der Natur
- Halten Sie Hunde an der Leine
- Wenn Sie einem Bären begegnen, bleiben Sie ruhig und halten Sie Abstand
Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung gering bleibt, zeigen die jüngsten Sichtungen, dass Bären wieder häufiger durch Teile der Alpen streifen. Für Wanderer ist Wachsamkeit ratsam, ohne dass es einen Grund gibt, beliebte Wandergebiete zu meiden.