Ein Klettersteig im Val di Fassa ist seit dem Sommer 2024 wegen instabiler Felsen gesperrt. Trotzdem nutzen Wanderer die gesperrte Route weiterhin. Ende Juli gerieten zehn Menschen während schlechten Wetters auf der Ferrata delle Scalette in eine Notlage. Bereits früher in diesem Sommer musste die Bergrettung zwei weitere Wanderer auf dem gesperrten Abschnitt zu Hilfe kommen. Die Bergretter sprechen deshalb eine erneute Warnung aus.
Kurz zusammengefasst
- Die Ferrata delle Scalette im Val di Fassa ist seit Juli 2024 gesperrt.
- Am 31. Juli gerieten zehn Menschen während schlechten Wetters auf dem gesperrten Klettersteig in eine Notlage.
- Zwei weitere Wanderer mussten am 13. Juli unterstützt werden.
- Die Route wurde nach einem großen Felssturz und wegen instabiler Felsen gesperrt.
- Die Bergrettung ruft Wanderer dazu auf, das Verbot zu respektieren.
Zehn Wanderer geraten auf gesperrtem Klettersteig in Not
Die Bergrettung im Trentino schlägt erneut Alarm wegen der Ferrata delle Scalette im Val di Fassa. Der teilweise mit Sicherungen ausgestattete Wanderweg durch die Catinaccio-Gruppe ist bereits seit mehr als zwei Jahren offiziell gesperrt, wird aber weiterhin genutzt.
Das führte in diesem Sommer erneut zu mehreren Rettungseinsätzen. Am 31. Juli befanden sich zehn Menschen auf dem gesperrten Klettersteig, als das Wetter umschlug. Die Gruppe konnte nicht mehr selbstständig weitergehen. Sechs Mitglieder der Bergrettung mussten zu Fuß aufsteigen, um die Wanderer in Sicherheit zu bringen. Niemand benötigte dringend medizinische Hilfe.
Es war nicht das erste Mal in diesem Sommer, dass die Retter zum gesperrten Abschnitt ausrücken mussten. Am 13. Juli gerieten zwei junge Wanderer in Schwierigkeiten, nachdem sie von der Rifugio Antermoia aufgebrochen waren. Einer von ihnen hatte leichte Verletzungen am Knie. Die beiden befanden sich auf etwa 1.930 Metern Höhe in einer instabilen Rinne auf der Route in Richtung Gardeccia. Vier Bergretter gingen zu Fuß zu ihnen.
Warum ist die Ferrata delle Scalette gesperrt?
Die Sperrung gilt bereits seit Ende Juli 2024. An diesem Tag gingen in der Larsec-Gruppe, zwischen der Pala di Mesdì und der Gran Cront, große Mengen Gestein ab.
Der Felssturz bewegte sich etwa 200 Meter durch eine Rinne und erreichte den Wanderweg SAT E583 in ungefähr 50 Metern Entfernung, auf einer Höhe von rund 1.900 Metern. Bei dem Felsabgang wurde niemand verletzt.
Da in der Umgebung außerdem mehrere instabile Felsblöcke entdeckt wurden, beschloss der Bürgermeister von Sèn Jan di Fassa, den Abschnitt sofort zu sperren. Diese Sperrung gilt auch im August 2026 weiterhin.
Verwirrung durch die Wiedereröffnung anderer Wanderwege
Dass die Bergrettung gerade jetzt erneut warnt, hängt auch mit den jüngsten Entwicklungen in der Region zusammen. Mehrere Wanderwege in Richtung Rifugio Vajolet und Rifugio Antermoia wurden kürzlich wieder geöffnet, nachdem es dort zu Erdrutschen gekommen war.
Das gilt ausdrücklich nicht für die Ferrata delle Scalette. Der Wanderweg SAT E583 bleibt gesperrt.
Die Ferrata delle Scalette ist normalerweise Teil einer bekannten Tour durch das Cògol del Larsech. Von Gardeccia führt die Route in Richtung Rifugio Antermoia und zum Passo di Laussa. Anschließend kann man über das Rifugio Passo Principe und durch das Val di Vajolet zurückwandern.
Bergrettung warnt Wanderer
Der Soccorso Alpino e Speleologico Trentino bittet Bergwanderer eindringlich darum, Sperrungen in den Bergen zu respektieren.
Wer einen gesperrten Wanderweg oder Klettersteig betritt, bringt nach Angaben des Rettungsdienstes nicht nur sich selbst in Gefahr. Wenn etwas passiert, müssen auch die Bergretter das unsichere Gelände betreten, um Hilfe zu leisten.
Für Wanderer ist es daher wichtig, vor dem Aufbruch nicht nur eine Wanderkarte, eine App oder eine GPX-Route zu überprüfen, sondern auch den aktuellen Zustand und mögliche Sperrungen einer Route zu kontrollieren. Gerade in den Dolomiten können Steinschlag, Erdrutsche und andere Bedingungen dazu führen, dass eine bekannte Route vorübergehend oder für längere Zeit nicht zugänglich ist.