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Drei Kühe stürzen 30 Meter in tiefe Schlucht: Bergung dauert zwei Tage

Kloof 2

Ein ungewöhnlicher Unfall während des jährlichen Alpabzugs hat in der Schweiz zu einer komplexen Bergungsaktion geführt. Drei Kühe stürzten rund 30 Meter tief in die Griessschlucht im Berner Oberland und kamen dabei ums Leben. Weil die Tiere zwischen 500 und 700 Kilogramm wogen und tief in einer engen Schlucht lagen, waren Spezialisten zwei Tage lang damit beschäftigt, sie zu bergen. Am Ende wurden die Kühe mit einem Helikopter abtransportiert.

In Kürze

  • Drei Kühe stürzten beim Abstieg von den Bergweiden rund 30 Meter tief in eine Schlucht.
  • Die Tiere wogen zwischen 500 und 700 Kilogramm und konnten nicht direkt mit einem Helikopter erreicht werden.
  • Die Bergung dauerte zwei Tage und erforderte Spezialisten, ein stillgelegtes Wasserkraftwerk und schließlich einen Helikopter.

Eine Kuh läuft weg, zwei folgen

Der Unfall passierte im September während des Alpabzugs, also in der Zeit, in der das Vieh nach dem Sommer von den Bergweiden zurück ins Tal gebracht wird. Eine Herde war auf der normalen Route in Richtung Kiental unterwegs, als eine der Kühe plötzlich vom Weg abkam. Zwei weitere Tiere folgten ihr.


Alle drei stürzten anschließend etwa 30 Meter tief in die Griessschlucht. Von der Straße aus waren die Tiere nicht mehr zu sehen. Der Bauer alarmierte daraufhin die Schweizer Rettungsflugwacht Rega.


Die Lage machte die Bergung sofort kompliziert. Die Schlucht ist tief, eng und kurvenreich, an mehreren Stellen gibt es überhängende Felsen. Außerdem verlaufen Kabel durch das Gebiet. Deshalb konnte ein Helikopter die Kühe nicht direkt aus der Schlucht heben.a

Retter müssen in die tiefe Schlucht

Spezialisten der Alpinen Rettung Schweiz wurden hinzugezogen, um die Tiere vom Boden aus zu erreichen. Zwei Canyoning-Spezialisten mussten sich mehrfach abseilen, bevor sie zu den Kühen gelangen konnten. Ein Tier war vom Wasser bereits über einen Wasserfall gespült worden und lag etwa 20 Meter tiefer.


Die beiden anderen Kühe befanden sich in einem Wasserbecken in einer schwer zugänglichen Auskolkung der Schlucht. Die Tiere mussten so schnell wie möglich entfernt werden. Weil die Kadaver im Wasser lagen, bestand die Gefahr, dass das Wasser verunreinigt wird.

Wie bekommt man eine 700 Kilo schwere Kuh aus einer Schlucht?

Damit begann der schwierigste Teil der Aktion. Die Kühe wogen nach Angaben der Rega zwischen 500 und 700 Kilogramm und ließen sich mit reiner Muskelkraft kaum bewegen.


Die Retter nutzten unter anderem einen speziellen Sack, der mit Wasser gefüllt wird und so Zugkraft erzeugen kann. Damit gelang es, die beiden Kühe in ein tiefer gelegenes Wasserbecken zu bewegen.


Kurz vor einem Wasserfall blieben die Tiere jedoch erneut stecken. Da es inzwischen zu spät wurde, um die Bergung sicher fortzusetzen, musste die Aktion am nächsten Tag weitergehen.

Sogar ein Wasserkraftwerk musste stillgelegt werden

Am zweiten Tag kamen zwei weitere Canyoning-Spezialisten in die Schlucht. Oberhalb des Wasserbeckens, in dem die Kühe lagen, befand sich jedoch eine Ableitung eines privaten Wasserkraftwerks. In Absprache mit dem Betreiber wurde die Anlage vorübergehend stillgelegt.


Erst danach konnten die Retter mehrere Seile von der Schlucht zum Wald auf der gegenüberliegenden Seite spannen. Mit diesem System wurden die schweren Tiere zunächst angehoben und anschließend seitlich verlagert. Danach konnten die Kühe kontrolliert über den Wasserfall in das tiefer gelegene Bachbett gebracht werden.

Helikopter kann erst ganz zum Schluss helfen

Erst unten im Tal konnte schließlich ein Helikopter eingesetzt werden. Er flog die drei Tiere nacheinander an einem 60 Meter langen Seil zur nächstgelegenen Straße.


Auch dieser letzte Teil der Bergung verlief unter schwierigen Bedingungen. Durch die jüngsten Gewitter führte die Schlucht viel Wasser, und tief hängende Wolken erschwerten den Flug zusätzlich.


Von der Straße aus konnten die Tiere schließlich mit einem Fahrzeug abtransportiert werden. Laut Rega organisiert die Einsatzzentrale jedes Jahr rund 1700 Einsätze für die Schweizer Berglandwirtschaft. Bei dieser Aktion sorgten vor allem die enge Schlucht, das Hochwasser, das Gewicht der Tiere und die Wetterbedingungen für zusätzliche Herausforderungen.

Icoon IDB

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