Die 5 schönsten Klettersteige für Einsteiger in Italien

Die 5 schönsten Klettersteige für Einsteiger in Italien

14. Oktober 2018

von: Lena in Regionen

Auch in den Dolomiten und der Brenta kommen Klettersteig-Fans voll auf ihre Kosten mit einer großen Auswahl an einfachen Klettersteigen. Wer nach Südtirol reist, am Gardasee residiert oder Cortina D’Ampezzo unsicher macht, sollte stets ein Klettersteigset, einen Klettergurt und einen Helm im Gepäck haben. Zwischen kargen Felsen und tiefen Blicken auf kristallklare Seen gibt es in diesen italienischen Regionen nämlich kurze und lange Via Ferrata zum Ausprobieren, Auspowern und Genießen. Auch Kinder können mit der entsprechenden Ausrüstung auf den leichten Klettersteigen mit kurzer Gehdauer ihre Kletterfähigkeiten ausprobieren und so ein neues Hobby entdecken. IndenBergen hat für Sie gleich 5 Klettersteigtouren zusammengestellt, die für Anfänger eine Menge Spaß versprechen.

1. Sentiero attrezzato Burrone-Giovanelli – uralter Steig in Brenta

Wenn man sich auf die Suche nach dem ältesten Klettersteig in der Brenta macht, regiert der Sentiere attrezzato Burrone-Giovanelli ganz weit vorne. Bereits seit 100 Jahren führt der Steig über und in die Burrone-Schlucht bei Mezzocorona. Wer sich ca. 4,5 Stunden lang sportlich betätigen will, startet auf dem Ortsparkplatz von Mezzocorona bei San Michele. Vorbei an einigen Weinkellereien führt der Zustieg schließlich auf einem schmalen Weg bis zu einem Wasserfall. Einige Leitern müssen erklommen werden, bis es in der Klamm selbst plötzlich kühl und schattig wird. Dann beginnt das eigentliche Klettervergnügen himmelwärts in den Berg hinein. Über Monte, wo es zwei Einkehrmöglichkeiten gibt, führt der Weg wieder hinab ins Tal.

2. Sentiero Clemente Chiesa – Geschichte zum Anfassen in Val Scura

Ein Ausflug in das Val Scura lohnt allemal. Wer von Trento ins Val Sugana fährt, um dort etwa den Caldonazzosee zu besuchen, kann den südlichen Einschnitt ins Tal kaum verpassen. Und dort wartet nicht nur ein toller Klettersteig, sondern auch Erdgeschichte zum Anfassen. Bizzare Sägezahnprofile, Felsausbrüche und unzählige Gesteinsarten im Bachbett machen die Via Ferrata Clemente Chiesa zu einem Paradies, auch für Kinder ab 10 Jahren. Startpunkt für die knapp 4-stündige Tour ist der Parkplatz des Ristorante Alla Vedova in Lévico Terme. Auf Forstwegen läuft man tief ins Val Scura, bevor mit Sicherungen versehen der erste Bergaufstieg erfolgt. Auf Trittbügeln quert man Felsen, auf Leitern gewinnt man Höhe und gegen Ende wartet auf Klettersteig-Fans ein beeindruckender Wasserfall.

3. Sentiero attrezzato del Colodri – Kletterspaß für Kinder am Gardasee

Arco, das Städtchen am Gardasee, ist das Klettermekka schlechthin. Ganz klar, dass es auch direkt in der Stadt einen Klettersteig gibt. Und der Colodri, wie man ihn kurz nennt, ist der perfekte Einsteigersteig für Kinder. Für die komplette Rundtour braucht man nur knapp 1 Stunde und 45 Minuten, der Klettersteig selbst ist exzellent gesichert. Nach dem Einstieg muss man ein wenig suchen und sich ins Gebüsch schlagen, aber dann ist man sofort auf dem richtigen Weg. Langsam und stetig geht es nach oben, bis man schließlich auf dem Monte Brione steht und wieder bis zum Gardasee blicken kann. Spätestens am Gipfelkreuz können sich kleine Kletterer dann mit einem Picknick stärken. Über die Wallfahrtskirche Santa Maria di Làghel geht es zurück nach Arco.

Ein Beitrag geteilt von Eli (@elielieli23) am

4. Günther-Messner-Gedächtnissteig – über den Kamm in Südtirol

Im innersten Villnößtal erfreuen uns nicht nur blühende Apfelbäume und feinste Südtiroler Spezialitäten, sondern auch die Kletterwelt der Messner-Brüder. Für den 1973 am Nanga Parbat ums Leben gekommenen Günther Messner wurde die Via Ferrata als Rundtour angelegt. Startpunkt für die lange, aber einfache Runde, ist die Zanser Alm. Ein bisschen mehr als 7 Stunden ist man unterwegs, wenn man nach kurzem Taleinwärts-Wandern auf den Steig trifft. Drahtseile sichern den Aufstieg über bizarre Felsformationen. Bis man den Grat erreicht, hat man schon einige grandiose Aussichten hinter sich. Über den Höhenweg geht es mit Fixseilen auf den Gipfel des Wälscher Rings. Über die Schlüterhütte und Gampenalm geht es zurück zur Zanser Alm.

5. Pisciadù-Klettersteig – Der Klassiker in den Dolomiten

Für Dolomiten-Fans ist er der Klassiker. Denn er bietet nicht nur feinstes Klettervergnügen mit tollen Aussichten, sondern auch die Hängebrücke am Exnerturm, die Teil des Klettersteigs ist. Ganz in der Nähe des Grödner Jochs lockt der vergleichsweise kurze Steig gerade am Wochenende eine Menge Ferratisti an. Die parken alle an der Schüttergrube der Ostrampe der Grödner-Joch-Straße und winden sich über Drahtseile und Eisenklammern in die Höhe. Je höher man kommt, umso schwieriger wird der Steig. Bis ganz nach oben braucht man ein wenig Kondition. Jedoch kann man jederzeit aussteigen und direkt zur Pisciadù-Hütte wandern. Dort warten leckere Spezialitäten auf müde Beine.

Weiterführende Informationen für Klettersteig-Anfänger

Klettersteige sollte man nicht unterschätzen, egal wie leicht sie sind. Sie verlangen nicht nur Kondition und Kraft, sondern auch absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bevor man sich also in große Höhen wagt, gilt es an kleinen Steigen, wie beispielsweise dem Colodri herauszufinden, ob man mit der Höhe gut umgehen kann und keine Angst bekommt. Wer sich dafür entscheidet, braucht eine gute Ausrüstung. Die besteht aus Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Wer möchte, nimmt auch noch ein paar Handschuhe mit, da die Drahtseile oft etwas scharfkantig sein können. Ein Tipp für alle die noch unsicher sind: Einfach zunächst eine Tour mit Bergführer buchen und sich alles ganz genau zeigen lassen.

Urlaub in den Bergen