Wer nach Südtirol reist, am Gardasee residiert oder Cortina D’Ampezzo unsicher macht, sollte stets das Klettersteigset mit im Gepäck haben. Zwischen kargen Felsen und tiefen Blicken auf kristallklare Seen gibt es in diesen italienischen Regionen nämlich kurze und lange Via Ferrata zum Ausprobieren, Auspowern und Genießen. Auch Kinder können mit der entsprechenden Ausrüstung auf den leichten Klettersteigen ihre Kletterfähigkeiten ausprobieren und so ein neues Hobby entdecken. IndenBergen hat für dich gleich fünf Klettersteigtouren zusammengestellt, die für AnfängerInnen eine Menge Spaß versprechen.
Kurz zusammengefasst
- EinsteigerInnen-Klettersteige in Italien: Burrone-Giovanelli, Clemente Chiesa, Colodri, Günther-Messner-Gedächtnissteig und Pisciadù.
- Die Touren bieten unterschiedliche Erlebnisse, von Schluchten und Wasserfällen über familienfreundliche Routen am Gardasee bis zu Dolomitenpanoramen.
- Die Dauer und der Anspruch können variieren.
- Auch leichte Klettersteige erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und passende Ausrüstung wie Gurt, Klettersteigset und Helm. Wer unsicher ist, sollte mit einem Bergführer oder einer Bergführerin starten.
1. Sentiero attrezzato Burrone-Giovanelli – uralter Steig in Brenta
Wenn man sich auf die Suche nach dem ältesten Klettersteig in der Brenta im Trentino macht, regiert der Sentiero attrezzato Burrone-Giovanelli ganz weit vorne. Bereits seit 100 Jahren führt der Steig über und in die Burrone-Schlucht bei Mezzocorona. Wer sich ca. 4,5 Stunden lang sportlich betätigen will, startet auf dem Ortsparkplatz von Mezzocorona bei San Michele. Vorbei an einigen Weinkellereien führt der Zustieg schließlich auf einem schmalen Weg bis zu einem Wasserfall. Einige Leitern müssen erklommen werden, bis es in der Klamm selbst plötzlich kühl und schattig wird. Dann beginnt das eigentliche Klettervergnügen himmelwärts in den Berg hinein. Über Monte, wo es zwei Einkehrmöglichkeiten gibt, führt der Weg wieder hinab ins Tal.
2. Sentiero Clemente Chiesa – Geschichte zum Anfassen in Val Scura
Ein Ausflug in das Val Scura lohnt allemal. Wer von Trento ins Val Sugana fährt, um dort etwa den Caldonazzosee zu besuchen, kann den südlichen Einschnitt ins Tal kaum verpassen. Und dort wartet nicht nur ein toller Klettersteig, sondern auch Erdgeschichte zum Anfassen. Bizzare Sägezahnprofile, Felsausbrüche und unzählige Gesteinsarten im Bachbett machen die Via Ferrata Clemente Chiesa zu einem Paradies, auch für Kinder ab 10 Jahren. Startpunkt für die knapp 4-stündige Tour ist der Parkplatz des Ristorante Alla Vedova in Lévico Terme. Auf Forstwegen läuft man tief ins Val Scura, bevor mit Sicherungen versehen der erste Bergaufstieg erfolgt. Auf Trittbügeln quert man Felsen, auf Leitern gewinnt man Höhe und gegen Ende wartet auf Klettersteig-Fans ein beeindruckender Wasserfall.
3. Sentiero attrezzato del Colodri – Kletterspaß für Kinder am Gardasee
Arco, das Städtchen am Gardasee, ist das Klettermekka schlechthin. Ganz klar, dass es auch direkt in der Stadt einen Klettersteig gibt. Und der Colodri, wie man ihn kurz nennt, ist der perfekte Einsteigersteig für Kinder. Für die komplette Rundtour braucht man nur knapp 1 Stunde und 45 Minuten, der Klettersteig selbst ist exzellent gesichert. Nach dem Einstieg muss man ein wenig suchen und sich ins Gebüsch schlagen, aber dann ist man sofort auf dem richtigen Weg. Langsam und stetig geht es nach oben, bis man schließlich auf dem Monte Brione steht und wieder bis zum Gardasee blicken kann. Spätestens am Gipfelkreuz können sich kleine Kletterer dann mit einem Picknick stärken. Über die Wallfahrtskirche Santa Maria di Làghel geht es zurück nach Arco.
4. Günther-Messner-Gedächtnissteig – über den Kamm in Südtirol
Im innersten Villnösstal erfreuen uns nicht nur blühende Apfelbäume und feinste Südtiroler Spezialitäten, sondern auch die Kletterwelt der Messner-Brüder. Für den 1973 am Nanga Parbat ums Leben gekommenen Günther Messner wurde die Via Ferrata als Rundtour angelegt. Startpunkt für die lange, aber einfache Runde, ist die Zanser Alm. Ein bisschen mehr als sieben Stunden ist man unterwegs, wenn man nach kurzem Taleinwärts-Wandern auf den Steig trifft. Drahtseile sichern den Aufstieg über bizarre Felsformationen. Bis man den Grat erreicht, hat man schon einige grandiose Aussichten hinter sich. Über den Höhenweg geht es mit Fixseilen auf den Gipfel des Wälscher Rings. Über die Schlüterhütte und Gampenalm geht es zurück zur Zanser Alm.
5. Pisciadù-Klettersteig – Der Klassiker in den Dolomiten
Für Dolomiten-Fans ist er der Klassiker. Denn er bietet nicht nur feinstes Klettervergnügen mit tollen Aussichten, sondern auch die Hängebrücke am Exnerturm, die Teil des Klettersteigs ist. Ganz in der Nähe des Grödner Jochs lockt der vergleichsweise kurze Steig gerade am Wochenende eine Menge Ferratisti an. Die parken alle an der Schüttergrube der Ostrampe der Grödner-Joch-Straße und winden sich über Drahtseile und Eisenklammern in die Höhe. Je höher man kommt, umso schwieriger wird der Steig. Bis ganz nach oben braucht man ein wenig Kondition. Jedoch kann man jederzeit aussteigen und direkt zur Pisciadù-Hütte wandern. Dort warten leckere Spezialitäten auf müde Beine.
Gut gesichert hoch hinaus: Tipps für den Einstieg
Der erste Klettersteig muss nicht gleich hochalpin sein. Mit einer passenden Route, guter Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung wird der Einstieg ins Klettern in den Bergen zum sicheren Abenteuer.
- Klein anfangen: Wähle für die erste Tour einen kurzen, gut gesicherten Klettersteig mit leichter Schwierigkeit.
- Ausrüstung prüfen: Helm, Klettergurt und Klettersteigset gehören dazu. Handschuhe können den Griff am Drahtseil angenehmer machen.
- Tour und Wetter checken: Informiere dich vorab über Bedingungen, Gehzeiten, Zu- und Abstiege sowie mögliche Ausstiegspunkte.
- Sicher unterwegs sein: Bleib stets korrekt am Drahtseil gesichert und achte auf genügend Abstand zu anderen Kletternden.
- Mit Unterstützung starten: Wer noch unsicher ist, lernt die Grundlagen am besten mit einer erfahrenen Begleitung oder BergführerInnen.