Es ist ja schon irgendwie eine romantische Vorstellung: Sich bei einer Wanderung im herbstlich-bunten Wald auf die Suchen nach ein paar Pilzen zu machen, diese aufzustöbern und anschließend daheim zu einem leckeren Gericht zu verarbeiten. Leider enden solche Ambitionen in der Herbstzeit nicht selten im Krankenhaus, weil anstatt dem harmlosen Pilz, die giftige Variante erwischt wurde. IndenBergen stellt dir fünf Pilze vor, die jeder Wanderer kennen sollte.
Kurz zusammengefasst
- Fünf Pilze, die Wanderer kennen sollten: Pfifferling, Fliegenpilz, Maronen-Röhrling, Stockschwämmchen und Morchel.
- Beim Pilzesammeln ist Vorsicht geboten: Viele essbare Pilze sehen giftigen Arten zum Verwechseln ähnlich. Deshalb sollten nur Pilze gesammelt werden, die eindeutig bestimmt werden können, im Zweifel gilt: lieber stehen lassen.
- Schnell handeln bei Verdacht auf Pilzvergiftung: Treten nach dem Verzehr Beschwerden auf, sollte sofort die Giftinformationszentrale oder ein Arzt kontaktiert werden. Übrig gebliebene Pilzreste können helfen, die Ursache schnell zu bestimmen und die richtige Behandlung einzuleiten.
1. Pfifferlinge
Da diese Pilzsorte im Herbst oft im Restaurant auf den Tellern zu finden ist, erkennen viele Wanderer diese Pilze auch im Wald meist leicht. Pfifferlinge sind einfach an ihrer leuchtenden goldgelben Farbe zu erkennen und wachsen – je nach Region – von Mitte Juni bis in den Spätherbst. Verwechslungsgefahr besteht jedoch mit dem "falschen" Pfifferling, der allerdings nicht giftig ist, er schmeckt nur nicht besonders gut. Gefährlich wird es allerdings bei dem "Spitzgebuckelten Rauhkopf", der dem Pfifferling in frühen Wachstumsphasen ähnlich sieht. Deshalb ab besten nur große Pilze sammeln, um eine Verwechslung zu vermeiden.
2. Fliegenpilz
Diese Pilzsorte ist berühmt und gleichzeitig berüchtigt, denn bereits seit früher Kindheit wird man, beim Spielen im Wald, vor diesem kleinen Pilz mit der rot-weißen Kappe gewarnt. Und das völlig zurecht, denn bei diesem giftigen Exemplar gilt Finger weg! Bei Verzehr folgt das sogenannte Pantherina-Syndrom, das einem Alkoholrausch ähnelt. Ungefährlich ist allerdings der ähnlich aussehende Kaiserling, der als besonders wohlschmeckender Speisepilz gilt. Verwechselt werden die beiden Pilze, da beim Fliegenpilz die weißen Punkte durch starken Regen abgewaschen werden können.
3. Maronen-Röhrlinge
Hier wird es vielleicht schon etwas anspruchsvoller, bei der Frage, ob Wanderer auch diesen Pilz am Wegesrand erkennen. Wegen seiner dicken und auffälligen braunen Kappe wird er auch als Braunkappe bezeichnet. Anfänger verwechseln dieses Exemplar jedoch oft mit einem Steinpilz. Ein sicherer Test ist es jedoch, mit dem Finger die Röhren des Pilzes einzudrücken. Beim Maronen-Röhrling entsteht eine blaugrüne Färbung, beim Steinpilz nicht. Oft wird der Maronen-Röhrling auch mit Gallenröhrling, Sandröhrling und Filzröhrling verwechselt. Es besteht aber keine Gefahr, denn keiner davon ist giftig.
4. Stockschwämmchen
Diesen Pilz finden Wanderer üblicherweise von April bis November im Wald und nutzen ihn gerne für ein leckeres und wärmendes Pilzgericht im Herbst. Allerdings kann dieser Pilz mit dem giftigen Gifthäubling verwechselt werden, weshalb besondere Vorsicht geboten ist. Bei einer Verwechslung droht nämlich eine tödliche Vergiftung. Auch die Kostprobe kleinster Mengen sollte vermieden werden, da der Gifthäubling bereits in einer kleinen Dosis einen Leberschaden herbeiführen kann. Erkennen lässt sich der Unterschied am Stiel. Die Stockschwämmchen haben abstehende Schüppchen im dunklen Bereich des Stiels.
5. Morcheln
Morcheln sind für Wanderer nicht leicht zu finden, stellen aber bei einem Fund ein umso größeres Highlight dar, denn dieser Pilz gilt als einer der besten und teuersten Edelpilze. Wer sich auf die Suche machen möchte, sollte beachten, dass die Chancen im Herbst sehr gering sind, denn Morcheln sind Frühjahrspilze. Diese Pilzart wächst vornehmlich, wo es hell, feucht, windgeschützt und sonnig ist. Allerdings droht auch hier die Gefahr einer Vergiftung, wenn die Morchel bereits erkennbar alt und faulig ist. Zur Sicherheit sollten Morcheln vor dem Verzehr einige Minuten abgekocht werden, dadurch verliert der Pilz seine Giftstoffe.
Was tun bei einer Pilzvergiftung?
Wanderer, die das Gefühl haben, nach dem Verzehr von Pilzen Symptome zu bemerken, sollten auf jeden Fall einen Arzt oder die Giftzentrale kontaktieren. Pilzreste sollte man sichern, damit der Experte gegebenenfalls sofort erkennt, um welchen Pilz es sich handelt und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann. Häufig werden Pilzvergiftungen nicht nur durch den Verzehr von giftigen Pilzen, sondern auch von zu alten oder faulen Pilzen verursacht. Aus diesem Grund sollte man Pilze vor dem Verzehr immer genau prüfen und im Zweifelsfall lieber nicht essen.
Pilze sammeln: 10 Tipps für eine sichere und erfolgreiche Pilzsuche
Pilze sammeln verbindet Bewegung in der Natur mit der Freude am Entdecken. Ob im Wald oder am Waldrand, besonders im Spätsommer und Herbst sprießen viele essbare Pilzarten aus dem Boden. Doch Vorsicht: Nicht jeder Pilz ist genießbar, und einige giftige Arten sehen essbaren Doppelgängern zum Verwechseln ähnlich. Mit den folgenden Tipps bist du gut vorbereitet und kannst deine Pilzsuche sicher genießen.
- Sammle nur Pilze, die du eindeutig kennst: Die wichtigste Regel lautet: Nur Pilze mitnehmen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst. Im Zweifel gilt immer: stehen lassen.
- Nutze ein Bestimmungsbuch oder eine Pilz-App: Ein aktueller Pilzführer oder eine seriöse Bestimmungs-App kann bei der Identifizierung helfen. Verlasse dich jedoch nicht ausschließlich auf Fotos.
- Verwende einen Korb statt einer Plastiktüte: Ein luftiger Korb schützt die Pilze vor dem Zerdrücken und ermöglicht es gleichzeitig, dass Pilzsporen während des Transports wieder in den Wald gelangen.
- Schneide Pilze vorsichtig ab oder drehe sie behutsam heraus: So bleibt das unterirdische Pilzgeflecht möglichst unbeschädigt und kann neue Fruchtkörper bilden.
- Sammle nur frische und gesunde Exemplare: Alte, matschige oder von Schimmel befallene Pilze sollten im Wald bleiben. Sie dienen Tieren als Nahrung und unterstützen den natürlichen Kreislauf.
- Beachte regionale Sammelregeln: In Naturschutzgebieten gelten häufig besondere Vorschriften. Informiere dich vorab darüber, ob und in welchem Umfang Pilze gesammelt werden dürfen.
- Lass unbekannte Pilze stehen: Auch wenn ein Pilz interessant aussieht: Unbekannte Arten sollten nicht angefasst oder mitgenommen werden. Sie erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem.
- Reinige die Pilze möglichst direkt im Wald: Entferne Erde, Nadeln und Laub bereits vor Ort. So bleibt der Sammelkorb sauber und die Pilze sind später leichter zu verarbeiten.
- Verarbeite die Pilze zeitnah: Frische Pilze verderben schnell. Bereite sie möglichst noch am selben Tag zu oder lagere sie nur kurz und kühl.
- Im Zweifel einen Pilzsachverständigen fragen: Wenn Unsicherheit besteht, solltest du deine Funde von einem Pilzsachverständigen kontrollieren lassen. Das bietet die größte Sicherheit vor einer Pilzvergiftung.
Pilze sammeln ist ein spannendes Naturerlebnis, wenn du mit Respekt und Vorsicht unterwegs bist. Wer nur sicher bestimmte Pilze sammelt, Rücksicht auf die Natur nimmt und die geltenden Regeln beachtet, kann sich jedes Jahr aufs Neue über eine erfolgreiche und sichere Pilzsaison freuen.