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Wandern auf dem Lechweg: 125 km vom Formarinsee nach Füssen

Wanderer mit Hund am Formarinsee

Der Lechweg ist ein etwa 125 Kilometer langer Wanderweg, der dem Lech von seinem Quellgebiet am Formarinsee bis zum Lechfall in Füssen folgt. Unterwegs wanderst du durch Vorarlberg, das Tiroler Lechtal und schließlich über die Grenze nach Deutschland. Die Route ist technisch weniger anspruchsvoll als viele andere mehrtägige Wanderungen in den Alpen und kann in sechs bis zehn Tagen bewältigt werden. In diesem Blogartikel erfährst du alles über die Etappen, den Schwierigkeitsgrad, die beste Reisezeit und die Höhepunkte entlang des Weges.

Kurz zusammengefasst

  • Der Lechweg folgt dem Lech über etwa 125 Kilometer vom Formarinsee bis zum Lechfall in Füssen.
  • Du kannst die Route in sechs bis zehn Tagen wandern; acht Tage sind eine komfortable Einteilung.
  • Die Tour ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, aber mehrere lange Wandertage hintereinander erfordern eine gute Kondition.
  • Der Weg führt durch Österreich und Deutschland und bietet eine abwechslungsreiche Landschaft vom Hochgebirge bis ins Alpenvorland.

Der Lechweg: 125 km Wandern entlang eines wilden Alpenflusses

Der Lechweg ist ein etwa 125 Kilometer langer Weitwanderweg. Du startest hoch oben in den Bergen am Formarinsee auf 1.793 Metern Höhe und folgst anschließend dem Lauf des Lechs über Vorarlberg und Tirol bis ins deutsche Füssen. Dort endet die Wanderung am Lechfall auf etwa 800 Metern Höhe.

Die Route verläuft nicht durchgehend direkt entlang des Flusses. Regelmäßig wanderst du höher über Berghänge, durch Wälder, an Dörfern vorbei oder über Aussichtspunkte oberhalb des Tals. Dennoch bleibt der Lech während fast der gesamten Tour der rote Faden.

Der Lechweg ist als „Leading Quality Trail“ zertifiziert und gilt als vergleichsweise zugänglicher Weitwanderweg in den Alpen. Große technisch anspruchsvolle Passagen und extrem steile Bergpässe fehlen größtenteils. Die Herausforderung liegt vor allem in der Anzahl der Kilometer, die du an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen zurücklegst.

Wo beginnt und endet der Lechweg?

Der Lechweg beginnt im Quellgebiet des Lechs am Formarinsee in Vorarlberg. Der See selbst ist allerdings nicht im wörtlichen Sinne die Quelle des Flusses. Von dort aus folgst du zunächst dem Formarinbach. Weiter unten fließen der Formarinbach und der Spullerbach zusammen, wodurch der junge Lech entsteht.

Vom hoch gelegenen Quellgebiet wanderst du in Richtung Lech am Arlberg und Warth. Danach führt die Route hinunter ins Tiroler Lechtal, wo du unter anderem Steeg, Holzgau, Bach, Elbigenalp und Weißenbach passierst.

Nach der Region Reutte überquerst du die Grenze nach Deutschland. Die letzten Kilometer führen unter anderem am Alpsee und in der Umgebung der bayerischen Königsschlösser entlang. Der offizielle Endpunkt liegt am Lechfall in Füssen.

Wandern entlang des Lechs auf dem Lechweg

Wie anspruchsvoll ist der Lechweg?

Der Lechweg wird als mittelschwerer Weitwanderweg beschrieben. Alpine Erfahrung ist für die meisten Etappen nicht erforderlich. Allerdings wanderst du regelmäßig über Bergwege, Waldpfade und unebenen Untergrund. Eine gute Wanderkondition ist wichtiger als technische Erfahrung. Besonders bei einer Einteilung auf sechs oder sieben Tage liegen mehrere Etappen bei etwa 20 Kilometern oder darüber.

 

Auch sind nicht alle Abschnitte gleich leicht. Die Strecke zwischen Holzgau und Bach enthält beispielsweise steilere Bergwege und die bekannte Hängebrücke. Wer unter Höhenangst leidet, hat allerdings die Möglichkeit, dort eine alternative Route durch das Höhenbachtal und am Simmswasserfall entlang zu nehmen. Für Wanderer, die noch nie eine mehrtägige Tour unternommen haben, ist eine Einteilung auf acht oder zehn Tage sinnvoller.

In wie vielen Tagen kann man den Lechweg wandern?

Es gibt verschiedene offizielle Etappeneinteilungen:

  • 6 Tage: sportlich, mit langen Wandertagen
  • 7 Tage: die klassische Variante für Wanderer mit guter Kondition
  • 8 Tage: eine entspanntere und beliebte Einteilung
  • 10 Tage: für alle, die sich mehr Zeit für die Route und die Dörfer unterwegs nehmen möchten

Darüber hinaus gibt es eine kürzere Frühjahrsvariante und die Möglichkeit, die Route auch in umgekehrter Richtung zu wandern. Wer von Füssen zum Formarinsee wandert, muss allerdings etwa 1.000 zusätzliche Höhenmeter beim Aufstieg bewältigen.

Hotel Aurora im Lechtal
© Raphaela Seifert

Hoteltipp: Hotel Aurora

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Der Lechweg in 8 Etappen

Eine angenehme Möglichkeit, die gesamte Route zu wandern, ist eine Einteilung über acht Tage. Die aktuelle offizielle Einteilung sieht ungefähr folgendermaßen aus:

Etappe 1: Vom Formarinsee nach Lech am Arlberg

  • Entfernung: 14,4 km
  • Gehzeit: etwa 5 Stunden

Der erste Tag beginnt direkt hoch oben in den Bergen. Vom Formarinsee wanderst du durch das Quellgebiet des Lechs in Richtung Zug und Lech am Arlberg. Obwohl du in großer Höhe startest, ist diese Etappe technisch vergleichsweise einfach. Zudem verläuft der größte Teil bergab.

Etappe 2: Von Lech am Arlberg nach Warth

  • Entfernung: 10,6 km
  • Gehzeit: etwa 5 Stunden

Von Lech wanderst du oberhalb des Flusstals in Richtung Warth. Trotz der kurzen Entfernung enthält diese Tagesetappe mehrere ansteigende Abschnitte. Warth liegt auf etwa 1.500 Metern Höhe und ist einer der höchstgelegenen Übernachtungsorte entlang des Lechwegs.

Etappe 3: Von Warth nach Steeg

  • Entfernung: etwa 15,2 km
  • Gehzeit: etwa 5 Stunden

Von Warth wanderst du über eine Panoramaroute in Richtung Tiroler Lechtal. Die Landschaft verändert sich allmählich vom hochalpinen Gebiet zu einem breiteren Flusstal. In Steeg hast du dann die Möglichkeit, die Naturkäserei Sojer zu besuchen. Sie ist die einzige Käserei im Lechtal. Im Geschäft werden verschiedene regionale Käsesorten und Milchprodukte verkauft.

Etappe 4: Von Steeg nach Bach

  • Entfernung: 15,4 km
  • Gehzeit: etwa 6 Stunden

Diese Etappe führt unter anderem über Holzgau und gehört zu den bekanntesten Abschnitten des Lechwegs. Auf diesem Teil der Stecke befindet sich nämlich die Holzgauer Hängebrücke. Die Brücke ist mehr als 200 Meter lang und hängt etwa 110 Meter über der Höhenbachschlucht. Bei ihrer Eröffnung gehörte sie zu den längsten und höchsten Hängebrücken Österreichs.

Wer nicht über die Hängebrücke gehen möchte, nutzt einfach die ursprüngliche Route durch das Höhenbachtal. Dabei kommst du am Simmswasserfall vorbei.

Etappe 5: Von Bach nach Elmen

  • Entfernung: 14,9 km
  • Gehzeit: etwa 5,5 Stunden

An diesem Tag wanderst du weiter durch das Herz des Tiroler Lechtals. Unterwegs passierst du unter anderem Elbigenalp und Häselgehr. Bei Häselgehr liegt der besondere Doserwasserfall. Nach einem auffälligen jährlichen Muster tritt das Wasser ungefähr am 23. April wieder zutage, während der Bach um den 11. November herum größtenteils trockenfällt. Wahrscheinlich wird dies durch einen unterirdischen Wasserspeicher verursacht, der sich während der Schneeschmelze füllt.

Etappe 6: Von Elmen nach Weißenbach

  • Entfernung: etwa 20 km
  • Gehzeit: etwa 6,5 Stunden

Dies ist einer der längeren Wandertage. Die Route führt über Vorderhornbach, Stanzach und Forchach nach Weißenbach. Besonders rund um Stanzach zeigt sich der Charakter des Lechs als wilder Fluss deutlich. Dort fließt das Wasser zwischen breiten Kiesbänken und natürlichen Flussarmen.

Etappe 7: Von Weißenbach nach Pflach

  • Entfernung: etwa 19 km
  • Gehzeit: etwa 6,5 Stunden

Die siebte Etappe führt durch die Umgebung von Reutte. Unterwegs wanderst du über Wängle und an der höher gelegenen Costarieskapelle vorbei in Richtung Frauensee. Von den höher gelegenen Abschnitten hast du einen Blick über das breite Tal rund um Reutte, bevor du wieder zum Lech hinuntersteigst.

Bergsee auf dem Lechweg

Etappe 8: Von Pflach nach Füssen

  • Entfernung: 15,3 km
  • Gehzeit: etwa 5,5 Stunden

Während der letzten Etappe lässt du das Tiroler Lechtal hinter dir und überquerst die Grenze nach Deutschland. Die Route führt über Waldwege, am Alpsee und in der Umgebung der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein vorbei bis nach Füssen. Der offizielle Endpunkt ist der Lechfall. An dieser Stelle fließt der Fluss über eine Staustufe in eine enge Schlucht.

Höhepunkte entlang des Lechwegs

Allein die wechselnde Landschaft macht den Lechweg interessant. Du beginnst in einer hoch gelegenen Berglandschaft und endest acht Tage später im deutlich breiteren Alpenvorland. Einige Orte verdienen unterwegs jedoch besondere Aufmerksamkeit.

  • Formarinsee: Der Ausgangspunkt am Formarinsee liegt auf 1.793 Metern Höhe. Die Umgebung ist deutlich rauer und alpiner als der größte Teil des übrigen Lechwegs.
  • Lech am Arlberg und Warth: Die ersten Dörfer liegen noch hoch zwischen den Bergen. Besonders der Kontrast zum breiteren Lechtal, das danach folgt, macht diesen Abschnitt interessant.
  • Naturkäserei Sojer in Steeg: Die Käserei in Steeg verarbeitet die Milch von Bauernhöfen und Almen aus der Umgebung zu verschiedenen Käsesorten und anderen Milchprodukten. Es gibt ein Geschäft und für Gruppen sind nach Vereinbarung auch Führungen möglich.
  • Hängebrücke von Holzgau: Die etwa 200 Meter lange Hängebrücke über der Höhenbachschlucht ist eines der bekanntesten Bauwerke entlang der Route. Sie hängt etwa 110 Meter über der Schlucht. Die Brücke muss allerdings nicht überquert werden. Wer Höhenangst hat, kann über den ursprünglichen Wanderweg durch das Höhenbachtal gehen.
  • Doserwasserfall: Der Wasserfall bei Häselgehr ist vor allem wegen seines saisonalen Charakters besonders. Ab Ende April fließt dort in der Regel wieder Wasser, während der Bach im November austrocknet.
  • Wilder Lech bei Stanzach: Rund um Stanzach und Forchach zeigt sich der Fluss von seiner natürlichsten Seite. Breite Kiesbänke, mehrere Flussarme und angrenzende Auwiesen prägen hier die Landschaft.
  • Füssen und der Lechfall: Die Route endet in Füssen, sodass du die Wanderung problemlos um einen zusätzlichen Tag in der deutschen Stadt verlängern kannst. Auch Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau liegen in der Nähe des letzten Abschnitts der Route und sind einen Besuch wert.

Praktische Tipps für den Lechweg

  • Reserviere Unterkünfte im Juli und August weit im Voraus.
  • Prüfe kurz vor der Abreise, ob die gesamte Route ab dem Formarinsee geöffnet ist.
  • Wandere mit festen Wanderschuhen und einem ausreichend profilierten Sohlenprofil.
  • Nimm auch im Sommer Regenkleidung und eine warme Kleidungsschicht mit.
  • Verwende Wanderstöcke, wenn du empfindlich auf lange Abstiege reagierst.
  • Kontrolliere täglich das Bergwetter.
  • Lade die Route offline herunter, auch wenn der Lechweg gut markiert ist.
  • Nutze Busverbindungen, wenn eine Etappe zu lang wird.
Mit Hund auf dem Lechweg wandern

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Lechweg

Wann ist die beste Reisezeit für den Lechweg?

Der gesamte Lechweg ist normalerweise von Mitte oder Ende Juni bis Anfang Oktober begehbar. Das hängt vor allem mit dem Schnee im hoch gelegenen Gebiet rund um den Formarinsee und dem Fahrplan des Wanderbusses zusammen.

Im Jahr 2026 wurde die gesamte Route ab dem Formarinsee am 18. Juni freigegeben. Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und hängt von der Schneelage ab.

Juli, August und September sind daher die zuverlässigsten Monate für die gesamte Route. Im Juli und August ist in der Regel mehr los, und Unterkünfte können schneller ausgebucht sein.

Du möchtest früher wandern? Ab etwa Mitte Mai kann häufig bereits eine verkürzte Frühjahrsvariante von Steeg nach Füssen gewandert werden. Diese ist etwa 80 Kilometer lang.

Wie gelangt man zum Ausgangspunkt am Formarinsee?

Die meisten Wanderer übernachten zunächst in Lech am Arlberg. Während der Wandersaison fährt vom Ort ein Wanderbus zum Formarinsee.

Im Jahr 2026 kostet eine einfache Fahrt einschließlich der Maut für die Straße etwa 26,- € pro Person. Fahrpläne und Preise können sich in jeder Saison ändern.

Der Formarinsee ist daher kein sinnvoller Ausgangspunkt, um mit dem eigenen Auto dorthin zu fahren. Der Bus von Lech aus ist die einfachste Möglichkeit.

Kann man den Lechweg ohne schweren Rucksack wandern?

Ja. Entlang der Route wird ein Gepäcktransport angeboten. Du lässt deinen Koffer oder deine Tasche morgens bei der Unterkunft stehen, und das Gepäck wird zur nächsten Übernachtungsunterkunft gebracht. Dadurch kannst du tagsüber nur mit einem Tagesrucksack wandern. Das macht den Lechweg auch für Wanderer interessant, die zwar eine mehrtägige Tour unternehmen möchten, aber nicht mit vollständigem Gepäck wandern wollen.

Im Jahr 2026 kostet ein im Voraus gebuchter Gepäcktransport über den offiziellen Lechweg-Shuttle ab 13,- € pro Gepäckstück und Etappe. Wenn du kurzfristig vor der Abreise buchst, ist es allerdings möglich, dass der Preis höher ist.

Is de Lechweg geschikt als eerste meerdaagse wandeling?

Voor fitte wandelaars kan de Lechweg een goede kennismaking zijn met een meerdaagse tocht in de Alpen.

De route blijft grotendeels onder de 2000 meter en bevat geen hoge bergpassen of passages waarvoor klimuitrusting nodig is. Bovendien passeer je vrijwel dagelijks dorpen en zijn er veel mogelijkheden om een etappe met de bus in te korten.

Onderschat de afstand niet. Acht dagen lang 15 tot 20 kilometer lopen over bergpaden is aanzienlijk zwaarder dan dezelfde afstand op vlak terrein.

Maak daarom vooraf enkele langere dagwandelingen en probeer bij voorkeur ook twee of drie dagen achter elkaar te wandelen.

Muss man jede Nacht die Unterkunft wechseln?

Ein weiterer Vorteil des Lechwegs ist der vergleichsweise gute öffentliche Nahverkehr durch das Tal. Mehrere Etappen sind mit dem Bus erreichbar.

Daher kannst du dich auch dafür entscheiden, mehrere Nächte in derselben Unterkunft zu verbringen und morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Ausgangspunkt deiner Etappe zu fahren. Nach der Wanderung nimmst du den Bus wieder zurück.

Besonders im Lechtal funktioniert das gut und erspart dir das tägliche Ein- und Auspacken.

Eignet sich der Lechweg als erste mehrtägige Wanderung?

Für fitte Wanderer kann der Lechweg eine gute Einführung in eine mehrtägige Tour in den Alpen sein.

Die Route bleibt größtenteils unter 2.000 Höhenmetern und enthält keine hohen Bergpässe oder Passagen, für die Kletterausrüstung erforderlich wäre. Zudem kommst du fast täglich durch Dörfer, und es gibt viele Möglichkeiten, eine Etappe mit dem Bus zu verkürzen.

Unterschätze die Entfernungen jedoch nicht. Acht Tage lang täglich 15 bis 20 Kilometer über Bergwege zu wandern, ist deutlich anstrengender als dieselbe Strecke auf flachem Gelände.

Bereite dich deshalb mit einigen längeren Tageswanderungen vor und versuche nach Möglichkeit, auch zwei oder drei Tage hintereinander zu wandern.

Kann man den Lechweg auch in umgekehrter Richtung wandern?

Ja. Die Route ist in beide Richtungen markiert. Von Füssen zum Formarinsee zu wandern, ist jedoch anstrengender, weil du etwa 1.000 Höhenmeter mehr im Aufstieg bewältigen musst als in der traditionellen Richtung.

Ist der Lechweg schwierig?

Technisch ist der Lechweg weniger anspruchsvoll als viele andere Weitwanderwege in den Alpen. Alpine Erfahrung ist demnach nicht unbedingt erforderlich, aber eine gute Kondition und Erfahrung auf Bergwegen sind wichtig.

Miriam

Über Miriam

Für Miriam müssen es keine großen Höhenmeter sein. Abwechslungsreich und gespickt mit schönen Aussichten sind die perfekten Wanderwege für sie und wenn am Ende noch eine schöne Hütte wartet, ist der Tag in den Bergen perfekt.