Was kann man in der Eifel unternehmen? Die Region bietet viel mehr als eine schöne Autofahrt: Dort findest du Vulkankrater, tiefe Sandsteinschluchten, weitläufige Wälder, Fachwerkstädtchen und Burgen. Da die Eifel sehr groß ist, hängt es von deinem Ausgangsort ab, welche Ausflugsziele sich sinnvoll miteinander kombinieren lassen. Im Folgenden findest du zehn schöne Ausflugsziele in der Eifel, mit praktischen Informationen zu Gehzeit, Erreichbarkeit, Saison und Besucherandrang.
Kurz zusammengefasst
- Die Eifel ist groß: Wähle pro Tag lieber ein Teilgebiet, statt kreuz und quer durch die Region zu fahren.
- Der Nationalpark Eifel, die Dauner Maare und die Teufelsschlucht sind besonders für NaturliebhaberInnen geeignet.
- Monschau, Burg Eltz, Manderscheid und Kommern verbinden Wandern mit Kultur und Geschichte.
Wähle deine Ausflugsziele nach Regionen in der Eifel
Die Eifel umfasst etwa 5.300 km² und erstreckt sich über einen großen Teil Westdeutschlands. Die Hohe Acht ist mit 746,9 Metern der höchste Berg der Region. Die Entfernungen zwischen bekannten Sehenswürdigkeiten können daher größer sein, als man auf den ersten Blick erwartet.
Für eine entspannte Planung ist es sinnvoll, die Ausflugsziele grob folgendermaßen aufzuteilen:
- In der Nordeifel liegen Monschau, der Nationalpark Eifel, Vogelsang IP, Kommern und Burg Satzvey.
- In der Vulkaneifel findest du die Dauner Maare, Manderscheid und den Nürburgring.
- Burg Eltz und der Laacher See liegen im östlichen Teil der Eifel.
- Die Teufelsschlucht liegt weiter im Süden, nahe der luxemburgischen Grenze.
Plane möglichst eine Region pro Tag ein. So bleibt Zeit für eine Wanderung, einen Burgbesuch oder eine längere Mittagspause und dein Tag besteht nicht hauptsächlich aus Autofahren.
1. Durch die historische Altstadt von Monschau wandern
Monschau ist eines der bekanntesten Städtchen in der Eifel. Das kompakte Zentrum liegt an der Rur und besteht aus schmalen Straßen, Schieferfassaden und Fachwerkhäusern. Ein auffälliges Gebäude ist das Rote Haus, das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus eines wohlhabenden Textilfabrikanten.
Du musst keinen ganzen Tag einplanen, um die Altstadt zu besichtigen. Der offizielle Stadtrundgang ab Burgau ist ungefähr zwei Kilometer lang und dauert ohne längere Pausen etwa 45 Minuten. Von der höher gelegenen Burg blickst du über die Dächer und die bewaldeten Hügel rund um das Städtchen.
Rund um das verkehrsberuhigte Zentrum gibt es etwa 800 kostenpflichtige Parkplätze. An sonnigen Wochenenden und während Veranstaltungen kann es voll werden. Wer in Ruhe fotografieren oder durch die Gassen schlendern möchte, sollte am besten früh da sein.
Monschau lässt sich gut mit einer Wanderung im Rurtal oder einem Besuch des Nationalparks Eifel verbinden.
2. Den Nationalpark Eifel mit Vogelsang IP verbinden
Der Nationalpark Eifel umfasst etwa 11.000 Hektar. Wälder, offene Hochflächen, Bäche und Stauseen prägen die Landschaft. Der 85 Kilometer lange Wildnis-Trail durchquert den Park in vier Etappen von jeweils 18 bis 25 Kilometern. Aber auch für kürzere Wanderungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten.
Ein geeigneter Ausgangspunkt ist Vogelsang IP, die ehemalige Anlage auf der Dreiborner Hochfläche. Heute kannst du dort Ausstellungen über die nationalsozialistische Geschichte des Ortes und über die Natur des Nationalparks besuchen. Das macht Vogelsang auch dann zu einem spannenden Ausflugsziel, wenn das Wetter nicht zu einer langen Wanderung einlädt.
Von der Anlage führen Wege über die offene Hochfläche und in Richtung Urftsee. Bleibe immer auf den markierten Wegen. Ein Teil des Gebiets war jahrelang militärisches Übungsgelände. Außerhalb der freigegebenen Wege kann noch Munition liegen.
Für die Kombination aus Ausstellung und Wanderung solltest du mindestens einen halben Tag einplanen. Für eine längere Tour zum Urftsee oder über die Hochfläche ist ein ganzer Tag realistischer.
3. Die Kraterseen der Vulkaneifel entdecken
Die Vulkaneifel wurde durch vulkanische Aktivitäten geformt. Über die Landschaft verteilt liegen Dutzende Maare: runde Explosionskrater, die teilweise mit Grundwasser gefüllt sind. Rund um Daun liegen drei bekannte Beispiele dicht beieinander: das Gemündener Maar, das Weinfelder Maar und das Schalkenmehrener Maar.
Eine Wanderung entlang mehrerer Maare zeigt anschaulich, wie unterschiedlich die Kraterseen sind. Das Weinfelder Maar liegt offen zwischen den Hügeln, während das Gemündener Maar größtenteils von Wald umgeben ist. Vom Mäuseberg und vom Dronketurm hast du einen schönen Blick über die Vulkanlandschaft.
Baden ist nicht überall erlaubt. Am Gemündener Maar und am Schalkenmehrener Maar gibt es ausgewiesene Bademöglichkeiten, aber Öffnungszeiten und Zugang können je nach Saison variieren. An den Dauner Maaren sind außerdem keine SUP-Boards oder andere selbst mitgebrachte Schwimmhilfen erlaubt. Informiere dich deshalb vorher über die aktuellen Regeln.
Ein Ausflug zu den Maaren eignet sich für kurze Wanderungen, eine längere Rundwanderung oder einen Sommertag am Wasser. An warmen Wochenenden ist es sinnvoll, früh anzureisen.
4. Zwischen den Felsen der Teufelsschlucht wandern
Die Teufelsschlucht bei Ernzen ist eine schmale Schlucht zwischen hohen Sandsteinwänden. Die Risse und Felsblöcke entstanden am Ende der letzten Eiszeit, als Teile der Felswand abbrachen. Treppen und schmale Durchgänge führen Wanderer bis etwa 28 Meter unter den oberen Rand des Plateaus.
Vom Naturparkzentrum Teufelsschlucht sind verschiedene Wanderwege ausgeschildert. Die kurze große Runde ist ungefähr 3,5 Kilometer lang und dauert etwa anderthalb Stunden. Trotz der überschaubaren Entfernung ist diese Strecke nicht für Kinderwagen geeignet: Der Weg führt über Treppen, Wurzeln und schmale Felspassagen.
Die längere „Teuflische Acht“ ist ungefähr sechs Kilometer lang. Diese Route verbindet die Schlucht mit den Felsen und Stromschnellen bei Irrel und dauert drei bis vier Stunden. Nach Regen können Steine und Baumwurzeln rutschig sein, weshalb festes Schuhwerk besonders wichtig ist.
Für Familien gibt es neben dem Besucherzentrum außerdem einen Dinosaurierpark. Wer vor allem wegen der Natur kommt, sollte möglichst früh aufbrechen, bevor die schmalsten Passagen voller werden.
5. Um den Laacher See wandern und Maria Laach besuchen
Der Laacher See ist der größte See in Rheinland-Pfalz. Anders als häufig angenommen, handelt es sich nicht um ein Maar, sondern um einen mit Wasser gefüllten Vulkankrater, der vor ungefähr 13.000 Jahren nach einem großen Ausbruch entstand. Am Ostufer kannst du an einigen Stellen noch Kohlendioxidbläschen, sogenannte Mofetten, im Wasser sehen.
Der direkte Weg rund um den See ist ungefähr 8,4 Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden. Eine längere Rundwanderung über die höher gelegenen Wege ist mehr als 14 Kilometer lang und dauert ungefähr vier Stunden.
Am Südwestufer des Sees liegt die Abtei Maria Laach. Die romanische Abteikirche wurde ab dem 11. Jahrhundert erbaut und ist noch immer mit einer Benediktinergemeinschaft verbunden. Die Kirche, der Klostergarten und das Seeufer gestalten diesen Ausflug besonders abwechslungsreich.
Baden ist nicht am gesamten Ufer erlaubt. Dafür steht ausschließlich der ausgewiesene Strand am Campingplatz RCN Laacher See am Nordufer zur Verfügung. An warmen Tagen und an Wochenenden kann es dort voll werden; unter der Woche ist die Wahrscheinlichkeit für eine ruhigere Wanderung größer.
6. Zur Burg Eltz wandern
Die Burg Eltz steht auf einem Felsen in einem bewaldeten Seitental der Mosel. Die Burg verfügt über mehrere Türme und Wohngebäude und ist über Jahrhunderte im Besitz derselben Familie geblieben. Besonders beeindruckend ist ihre Lage: Aus verschiedenen Richtungen führen Wanderwege durch den Wald zur Burg.
Vom offiziellen Parkplatz aus hast du die Möglichkeit zu Fuß zu gehen oder einen Shuttlebus zu nutzen. Ein schönerer Zugang ist der Weg von Moselkern. Diese Route ist ungefähr 2,5 Kilometer lang und dauert pro Strecke etwa 45 Minuten.
Für den Besuch ab dem Parkplatz einschließlich Führung und Schatzkammer werden ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden empfohlen. Das Innere ist nur während der Öffnungssaison zugänglich. Das Gelände und die historischen Gebäude sind nicht vollständig barrierefrei. Wer schlecht zu Fuß ist, sollte sich vorher informieren, welche Bereiche erreichbar sind.
Burg Eltz in Bildern
7. Die beiden Burgen von Manderscheid besichtigen
Bei Manderscheid stehen zwei mittelalterliche Burgen einander gegenüber. Die Niederburg liegt unten im Tal auf einem Felsen an der Lieser. Die Oberburg steht höher am gegenüberliegenden Hang. Von verschiedenen Wanderwegen aus ist es möglich, beide Ruinen gleichzeitig zu sehen.
Die Niederburg darf auch von innen besichtigt werden. Im März 2025 wurde dort nach umfangreichen Umbauarbeiten ein neuer, größtenteils barrierefreier Zugang mit der multimedialen Ausstellung „Burgenwelt“ eröffnet. Dadurch ist ein Teil der Anlage besser zugänglich geworden. Die umliegenden Wanderwege und Höhenunterschiede bleiben jedoch anspruchsvoller.
Für die Burgen und Aussichtspunkte allein reichen zwei bis drei Stunden aus. Aktive Wanderer können den Besuch um eine Route durch das Liesertal oder entlang von Teilen des Lieserpfads erweitern. Die Öffnungszeiten der Niederburg unterscheiden sich je nach Saison. Informiere dich deshalb vorher, insbesondere außerhalb der Sommermonate.
8. Den Nürburgring außerhalb eines Renntags erleben
Der Nürburgring ist vor allem durch die Nordschleife bekannt. Diese historische Rennstrecke ist 20,8 Kilometer lang, verfügt über 73 Kurven und überwindet etwa 300 Höhenmeter. An ausgewählten Tagen dürfen auch Privatpersonen während sogenannter Touristenfahrten selbst auf der Strecke fahren. Das Programm kann sich jedoch aufgrund von Veranstaltungen, Unfällen oder Wetterbedingungen kurzfristig ändern.
Auch ohne selbst zu fahren, besteht die Möglichkeit, Teile des Geländes zu besichtigen. Außerhalb großer Veranstaltungen gibt es unter anderem eine frei zugängliche Aussichtstribüne. Die Atmosphäre hängt stark vom Veranstaltungskalender ab: Während eines Rennwochenendes gibt es viel zu sehen. An ruhigen Tagen ist der Besuch vor allem für Gäste interessant, die sich für die Geschichte der Rennstrecke interessieren.
9. Das frühere Landleben in Kommern entdecken
Das LVR-Freilichtmuseum Kommern besteht aus historischen Bauernhöfen, Werkstätten, Dorfhäusern und anderen Gebäuden, die aus verschiedenen Teilen des Rheinlandes auf das Museumsgelände versetzt wurden. Die Einrichtung, die Felder und die Nutztiere zeigen, wie die Menschen in verschiedenen Epochen in dieser Gegend lebten und arbeiteten.
Das Gelände ist groß und liegt größtenteils im Freien. Dadurch fühlt sich ein Besuch eher wie ein Spaziergang durch mehrere alte Dörfer an als wie ein klassischer Museumsbesuch. Familien können unterwegs regelmäßig bei Tieren, Gärten und Vorführungen alter Handwerkskünste Halt machen.
Das Museum ist ganzjährig geöffnet, aber die täglichen Öffnungszeiten unterscheiden sich zwischen Sommer und Winter. Plane mindestens einen halben Tag ein. Wer alle Bereiche in Ruhe besichtigen möchte, kann hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.
Kommern bietet eine schöne Abwechslung, wenn du während deines Urlaubs nicht nur wandern möchtest. Bei anhaltendem Regen findet jedoch ein Teil des Programms weiterhin im Freien statt. Vollständig wetterunabhängig ist das Museum daher nicht.
10. Die Wasserburg Satzvey besuchen
Burg Satzvey ist eine gut erhaltene Wasserburg am nördlichen Rand der Eifel. Die Innenhöfe sind außerhalb von Veranstaltungen in der Regel frei zugänglich. Das Innere der Burg kannst du allerdings nur im Rahmen einer Führung besichtigen.
An Wochenenden und Feiertagen werden zu festen Zeiten Führungen angeboten. Darüber hinaus finden im Laufe des Jahres Ritterturniere, Märkte und andere Veranstaltungen statt. An solchen Tagen gelten gesonderte Eintrittsregelungen und es ist deutlich voller.
Überprüfe deshalb zuerst den Veranstaltungskalender. Wer vor allem die Architektur und die Innenhöfe besichtigen möchte, wählt besser einen regulären Öffnungstag. Für Familien kann gerade eine Veranstaltung den Besuch jedoch noch interessanter machen.
Burg Satzvey lässt sich gut mit dem Freilichtmuseum in Kommern verbinden, da beide Sehenswürdigkeiten in der Nordeifel liegen.
Was ist die beste Reisezeit für Ausflüge in der Eifel?
Vom Frühjahr bis einschließlich Herbst sind die meisten Wanderwege, Burgen und Attraktionen im Freien zugänglich. Im Sommer kannst du eine Wanderung an den Maaren oder am Laacher See mit einem Bad verbinden. Schwimmen ist jedoch ausschließlich an ausgewiesenen Stellen erlaubt.
Der Herbst ist besonders reizvoll für Waldwanderungen und Aussichtspunkte. Bedenke allerdings die kürzeren Tage sowie feuchte und rutschige Wege. Im Winter bleiben Naturgebiete und einige Museen zugänglich, aber Burgen, Shuttlebusse und Gastronomiebetriebe haben möglicherweise eingeschränkte Öffnungszeiten oder bleiben vollständig geschlossen.
Informiere dich bei saisonabhängigen Ausflugszielen daher immer kurz vor der Abfahrt über die aktuellen Öffnungszeiten, Wetterbedingungen und mögliche Wegsperrungen.