Bekommst du schon weiche Knie, wenn du auf einer Bergstraße bergab fährst, und erst recht, wenn du hoch oben in den Bergen in die Tiefe schaust? Dann leidest du eindeutig unter Höhenangst. Das ist besonders schwierig, wenn du eigentlich gern in die Alpen fährst. Die traumhaften Ausblicke, die frische Luft, das Rauschen des Windes oder das Klingeln der Kuhglocken – nur diese schaurigen Tiefen, die könnten einfach wegbleiben. Manchmal stößt man beim Wandern ganz plötzlich darauf. SCHRECKLICH! Und dann? Wie geht es weiter? In diesem Artikel geben wir dir einige Tipps, wenn du beim Wandern in den Bergen unter Höhenangst leidest.
Kurz zusammengefasst
- Praktische Tipps für Menschen mit Höhenangst beim Wandern in den Bergen, wie etwa sich vorher gut über die Route zu informieren, offen darüber zu sprechen und realistische Strecken auszuwählen.
- Konkrete Strategien wie den Blick nach vorne statt in die Tiefe richten, Wanderstöcke nutzen, Atem- und Entspannungsübungen sowie das schrittweise Trainieren im Gelände sollen mehr Sicherheit und Kontrolle geben.
- Zusätzlich wird empfohlen, Touren langsam zu steigern, eigene Grenzen zu respektieren und bei Bedarf mit einem Bergführer oder einer Bergführerin zu wandern, um Vertrauen und Unterstützung in schwierigen Situationen zu haben.
Höhenangst beim Wandern in den Bergen
So schön die Berge auch sind: Wenn du beim Wandern unter Höhenangst leidest, kannst du sie einfach weniger genießen. Wenn die Angst überwiegt und du ständig an die Höhe denken musst, auf der du dich befindest, wirst du angespannt und bist weniger entspannt unterwegs. Außerdem willst du dir natürlich gar nicht erst vorstellen, dass du jetzt fallen könntest und genau daran denkst du dann doch immer wieder. Versuche deshalb, deine Gedanken zu trainieren und unter Kontrolle zu halten. Wir haben einige Tipps, die dir helfen können.
Wovor hast du genau Angst?
Bei einer Höhenangst-Attacke hilft es, sich erst einmal ruhig hinzusetzen und für sich selbst zu überlegen, wovor man eigentlich Angst hat. Oft hat man nämlich nicht nur Angst vor den nächsten drei Schritten, sondern auch vor allem, was danach noch kommen könnte. Wenn ihr euch die Route gemeinsam anschaut, weiß möglicherweise jemand aus der Gruppe, was noch vor euch liegt. Und wer weiß: Vielleicht ist am Ende alles gar nicht so schlimm.
Über deine Ängste sprechen
Höhenangst kann den Urlaub ziemlich verderben. Man kann sich dann auch enorm vor der nächsten Wanderung fürchten. Vor allem, wenn man erwartet – oder eben nicht weiß –, dass ein schwieriger Abschnitt kommt. Höhenangst kostet viel Kraft. Sprich offen darüber. Es ist gut, vorher schon zu sagen, dass dir eine Stelle vielleicht zu gruselig ist und du dann nicht weitergehen möchtest. Vielleicht möchte der Rest der Gruppe oder dein Wanderpartner dann lieber eine andere Route wählen, die für euch beide passt. Oder ihr überlegt euch im Voraus eine Alternative, falls du nicht weitergehen willst.
Vorab den Routenverlauf ansehen
Wisse, was dich erwartet. Oft ist es die Angst vor dem Unbekannten. Wenn du die Route genau recherchierst, erkennst du meist schon, wo es spannend werden könnte. Frag beim Tourismusbüro oder bei einer Bergführer-Agentur nach, wie die Strecke genau aussieht. Wenn du in einer Beschreibung „schwindelfrei“ liest, dann gibt es dort gerade besonders herausfordernde Abschnitte, für die du keine Höhenangst haben solltest. In so einem Fall wählst du besser eine andere Route.
Verbessere deine Technik und sammle mehr Erfahrung
In den Bergen hilft es durchaus, wenn du ein bisschen Erfahrung hast und Wandertechniken kennst. Das heißt, du kannst dich auch darauf vorbereiten. Übe das Gehen auf steinigem Gelände, über schmale Balken und auf steilem, rutschigem Gras. Wenn du dir deiner eigenen Fähigkeiten sicherer bist, sind anspruchsvolle Stellen weniger beängstigend. So verschiebst du gewissermaßen die Grenze, ab wann du unter Höhenangst leidest. Und mal ehrlich: Wie oft bist du eigentlich beim Wandern schon gestürzt?
Schau nicht nach unten
Du machst es natürlich trotzdem, aber es hilft wirklich, nicht in die Tiefe zu schauen. Versuche also, das zu vermeiden. Konzentriere dich auf den Wanderweg und gehe, wenn möglich, auf der Bergseite. Schau auf den Weg, nach vorne, nach oben und ignoriere das Tal und die Tiefe.
Nutze Wanderstöcke
Mit Wanderstöcken fühlst du dich sicherer. Wenn du Höhenangst hast, ist es angenehm, die Stöcke richtig einsetzen zu können. Mit Stöcken gehst du sozusagen auf vier Beinen, wodurch du stabiler bist. Außerdem kannst du einen möglichen Fehltritt leichter abfangen. Lerne erst, mit Stöcken zu gehen, bevor du in die Berge aufbrichst.
Geh nicht über deine Grenzen
Wenn du sehr müde oder erschöpft bist, wird alles schwieriger. Bist du anfällig für Höhenangst, kann sie sich dadurch verstärken. Baue die Länge und Intensität deiner Wanderungen deshalb langsam auf. Gewöhne dich wieder an die Anstrengung und auch an die Höhe. Geh Schritt für Schritt weiter und höher und habe keine Eile.
Atme kräftig aus und entspanne deine Schultern
Hast du deine Höhenangst gerade nicht mehr unter Kontrolle? Dann nimm dir kurz Zeit, bevor du weitergehst oder umkehrst. Atme tief ein und so kräftig wie möglich aus. Achte danach auf deine Schultern und drücke sie bewusst nach unten. Wahrscheinlich bist du so angespannt wie ein Flitzebogen. Durch etwas Entspannung fühlst du dich besser und stehst auch lockerer auf den Beinen und nicht wie Bambi auf dem Eis.
Buche einen Wanderführer
Du möchtest diese beeindruckende Wanderung unbedingt machen, hast aber Angst, dass es dir doch zu viel wird? Dann besteht natürlich immer die Möglichkeit sich mit einem Wanderführer auf den Weg zu machen. Das gibt nicht nur viel Sicherheit, sondern er oder sie kann dir im Ernstfall auch mit einem Seil helfen, wenn es wirklich zu viel wird. Außerdem bekommst du Tipps, um deine Wandertechnik zu verbessern, wodurch du mehr Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten gewinnst. Und natürlich kennen er oder sie die Umgebung und wissen, an welchen Stellen es vielleicht schwierig werden könnte.
Trau dich trotzdem!
Höhenangst wirklich zu überwinden, gelingt vielleicht nicht. Aber lass dich nicht entmutigen, wenn du einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hast. Geh trotzdem los! Versuche im Nachhinein herauszufinden, was genau deine Höhenangst ausgelöst hat. Suche dir eine Route, auf der sich das vermeiden lässt.