Die Schweiz mit ihren höchsten Bergen Europas, ihrer Vielzahl an Bergseen, imposanten Gipfeln und beeindruckenden Panoramablicken zieht Wanderer geradezu magisch an. Wandern am Matterhorn, am Lago Maggiore, im wunderschönen Tessin und in der Jungfrau-Region, die Schweiz bietet anspruchsvolle und vor allem ansprechende Wanderrouten für jedes Niveau. IndenBergen stellt die fünf schönsten Wanderungen in den Schweizer Alpen vor.
Kurz zusammengefasst
- Die Schweiz verfügt über ein rund 65.000 Kilometer langes Wanderwegenetz.
- Welche Anforderungen werden an die einzelnen Wegkategorien an Kondition, Trittsicherheit und Ausrüstung gestellt und für wen sind sie geeignet.
- Praktische Tipps zur Tourenplanung: von der Wettervorhersage über die richtige Ausrüstung bis hin zur realistischen Selbsteinschätzung.
- Ein hilfreicher Ratgeber für alle, die sicher und gut vorbereitet in den Schweizer Alpen wandern möchten.
Wandern in der Schweiz
Die Schweiz zählt zu den beliebtesten Wanderzielen Europas. Mehr als 65.000 Kilometer markierte Wanderwege führen durch beeindruckende Berglandschaften, vorbei an glasklaren Seen, tosenden Wasserfällen und idyllischen Almen. Ob gemütliche Talwanderung, aussichtsreiche Bergtour oder anspruchsvolle Alpinroute, dank der klaren Wegmarkierungen findet jeder Wanderer die passende Strecke für sein Können und seine Kondition.
Gadmen: Tagestour auf den Triftgletscher
Von der Bergstation Underi Trift geht die 2,5 Stunden lange Tour entlang der Hängebrücke Trift, des Triftsees des Gletschers und der Windegghütte. Die Hängebrücke ist ein besonderes Highlight der Tour, da sie zu den längsten und höchsten in Europa zählt. Die Wanderung ist leicht zu bewältigen, der Weg zur Hütte muss zwar geklettert werden, ist aber mit einem Seil gesichert. Zur Hütte gibt es auch Wege, bei denen die Hängebrücke nicht zwingend passiert werden muss. Von der Hütte geht es wieder an den Abstieg bis zur Bergstation.
- Start: Underi Trift (Seilbahn)
- Länge: 5,1 km | Dauer: 2,5 Stunden | Höhenmeter: 670 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: k. A.
- Gut zu wissen: Anfang April 2006 wurde bekannt gegeben, dass die Pinguine des Tierparks Dählhölzli den Sommer 2006 im Triftsee verbringen würden, da dort das ideale Klima herrsche. Dabei handelte es sich allerdings um einen Aprilscherz.
Gstaad: Vom Lauenensee zur Geltenhütte
Der Bergweg führt ab Lauenensee in das wilde Geltental, durch eindrucksvolle Schluchten und an kleinen Wasserfällen vorbei. Unter einem führt der Weg sogar hindurch. Die Wasserfälle, die Teil dieser Wanderung sind, sind der Tungelschuss und der Geltenschuss. Im oberen Teil der Wanderung sind Treppen bzw. Seile präpariert. Hier ist also Trittsicherheit gefragt. Auf der Geltenhütte angekommen heißt es rasten auf 2.002 m Höhe am Fuße des Wildhorns und des Geltengletschers im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen. Besonderes Highlight dieser Tour ist der Ausblick auf den Lauenensee.
- Start: Lauenensee, Legerlibrügg
- Länge: 7,9 km | Dauer: knapp 4 Stunden | Höhenmeter: 680 m
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Beste Jahreszeit: k. A.
- Gut zu wissen: Wer möchte, kann auf dem Lauenensee auch ein Boot mieten und dort anschließend die heißgelaufenen Füße ins Wasser halten.
Pizol: 5-Seen-Wanderung bei Bad Ragaz
Die 5-Seen-Wanderung ist eine der schönsten und beliebtesten Panorama-Bergwanderungen der Schweiz und zieht jährlich zahlreiche Wanderer an. Fünf kristallklare Bergseen und einzigartige Einblicke ins UNESCO-Weltnaturerbe Sardona sind unbestrittene Highlights der Route ebenso wie die Weitsicht in die Glarner und Bündner Bergwelt, ins Rheintal und bis an den Bodensee. Die Wanderung ist anspruchsvoll und führt in fünf Stunden über drei anstrengende Auf- bzw. Abstiege. Die Höhendifferenz bei den Aufstiegen beträgt 750 m und beim Abstieg 1.100 m.
- Start: Pizolhütte
- Länge: 10, 7 km | Dauer: 5 Stunden | Höhenmeter: 750 m Aufstieg | 1.100 m Abstieg
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Beste Jahreszeit: In wärmeren Monaten, da sonst noch Schneefelder auf dem Weg liegen können
- Gut zu wissen: Da während dieser Wanderung mehrere Gondeln genutzt werden müssen, lohnt es sich, das Spezialticket 5-Seen-Wanderung zu kaufen.
Berner Alpen: Gletscherweg Aletsch
In der Aletsch Arena erwartet Wanderer ein eindrucksvoller Wanderweg mit Eis, Fels, Wasser und interessanter Alpenflora. Von der Bergstation der Gondelbahn Bettmerhorn auf 2.647 m können Wanderer nicht nur den atemberaubenden Blick auf den Aletschgletscher genießen, sondern nähern sich ihm auf dieser Wanderung sogar Stück für Stück. Außerdem ist der Märjelensee Teil der landschaftlich spannenden Route. Insgesamt ist die ca. 14 km lange Wanderung in rund vier Stunden zu schaffen und erfordert auch keine Höchstleistungen an körperlicher Fitness. Da die Strecke zu einer der populärsten Routen gehört, sollten Wanderer aber nicht damit rechnen, dort völlig allein unterwegs zu sein.
- Start: Bergstation der Gondelbahn Bettmerhorn
- Länge: 13,9 km | Dauer: 4,5 Stunden | Höhenmeter: 100 m Anstieg | 824 m Abstieg
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Beste Jahreszeit: k. A.
- Gut zu wissen: Nach der Berghütte Gletscherstube und dem Märjelensee gehen Wanderer durch das Unnere Tälli oder Obers Tälli Richtung Salzgäb. Eine kürzere Variante verläuft durch den 1 km langen Tälligrattunnel.
Zermatt: Panoramaweg mit Blick aufs Matterhorn
Das Matterhorn ist weltweit eines der bekanntesten Wahrzeichen der Schweiz und zieht Jahr für Jahr zahlreiche Wanderer an. Auf diesem Panorama-Weg präsentiert sich das Matterhorn mit Nord- und Ostflanke. Wer den Weg von Norden nach Süden, also vom Ritzengrat hinunter nach Blauherd wählt, hat stets das Matterhorn im Blickfeld.
- Start: Blauherd (2.571 m) bei Zermatt
- Länge: 2 km | Dauer: 0:50 Stunden | Höhenmeter: 250 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: Juni bis September
- Gut zu wissen: Ist das Matterhorn afrikanisch? Der Berg besteht als Erosionsrelikt der Afrikanisch/Adriatischen Kontinentalplatte aus "afrikanischem" Gestein. Am Panoramaweg beantworten Infotafeln in mehreren Sprachen solche und andere wichtige Fragen zum Matterhorn, sodass Wanderer nicht nur imposante Eindrücke, sondern auch neues Wissen mit nach Hause nehmen.
Praktische Infos zu den Schweizer Alpen
Was die Berglandschaft angeht, ist die Schweiz sicher das Land der Superlative. Das Aletschgebiet wurde sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen neben dem Aletschgletscher auch das Matterhorn in Zermatt sowie Eiger, Mönch und Jungfrau im Berner Oberland. 60 % des Landes wird von den Schweizer Alpen bedeckt, das bedeutet für Wanderer eine umfassende Auswahl an Wanderwegen und Fernwanderwegen.
Tipps zum Wandern in der Schweiz
Damit deine Wanderung in den Schweizer Alpen zu einem sicheren und unvergesslichen Erlebnis wird, solltest du deine Tour gut vorbereiten. Mit der richtigen Planung, passender Ausrüstung und etwas Rücksicht auf die Natur lassen sich viele Risiken vermeiden.
- Wähle eine passende Route: Informiere dich vorab über Länge, Höhenmeter und Schwierigkeitsgrad und entscheide dich für eine Tour, die zu deiner Kondition und Erfahrung passt.
- Beachte die Wegmarkierungen: Die Schweizer Wanderwege sind klar gekennzeichnet. Gelbe, weiß-rot-weiße und weiß-blau-weiße Markierungen zeigen an, welche Anforderungen dich auf der Strecke erwarten.
- Informiere dich über das Wetter: In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Prüfe deshalb vor dem Start die Wettervorhersage und verzichte bei Gewitter oder schlechten Bedingungen auf anspruchsvolle Touren.
- Nimm die richtige Ausrüstung mit: Feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend zu Trinken, Snacks sowie ein vollständig geladenes Mobiltelefon sollten bei jeder Wanderung selbstverständlich sein.
- Plane genügend Zeit ein: Starte möglichst früh und kalkuliere ausreichend Zeit für Pausen und den Rückweg ein, damit du nicht unter Zeitdruck gerätst.
- Bleibe auf den markierten Wegen: So erhöhst du deine Sicherheit und schützt gleichzeitig die empfindliche Natur und Tierwelt der Schweizer Alpen.