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Kölner Dom
© Pixabay

Zahlreiche Stätten in Deutschland, die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden, eignen sich auch prima als Wanderdestinationen. Die meisten Wanderer träumen von der Besteigung der ganz großen Gipfel dieser Welt oder planen im Geiste schon Touren zu bekannten Plätzen in den Alpen. Dabei muss man gar nicht so weit reisen, um eindrucksvolle Naturschauspiele und Denkmäler zu erleben. Auch im eigenen Land gibt es viel zu entdecken. Indenbergen zeigt, welche interessanten UNESCO-Ziele es für Wanderfans und Naturliebhaber in Deutschland gibt.

Kurz zusammengefasst

  • Deutschland gehört zu den Ländern mit vielen Welterbestätten: In Deutschland sind aktuell rund 55 UNESCO‑Welterbestätten eingetragen, darunter bedeutende Kultur‑ und Naturorte mit herausragendem Wert für die Menschheit.
  • Vielfältige UNESCO‑Stätten: Dazu zählen historische Bauwerke, Altstädte, technische Denkmäler, Kulturlandschaften und einzigartige Naturgebiete, die alle unter besonderem Schutz stehen.
  • Highlights für BesucherInnen: Beliebte Beispiele sind beeindruckende Kathedralen, mittelalterliche Städte und ikonische Bauwerke, die sich auch gut als Ausflugsziele für Wanderer und Kulturinteressierte eignen.

Der Kölner Dom – wandern auf dem Jakobsweg

Zwar scheint die Rheinmetropole Köln nicht die ideale Destination für Wanderer zu sein, die gerne in der Natur unterwegs sind, doch am UNESCO-Weltkulturerbe Kölner Dom beginnt ein Jakobsweg. Über eine Distanz von 240 Kilometern verläuft dieser von Köln bis nach Bingen entlang des Rheins. Unterwegs kommen Wanderer ganz sicher auf ihre Kosten, denn der linksrheinische Jakobsweg verläuft teilweise auf dem Rheinburgenweg, der 2012 als der zweitschönste Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet wurde. Auch zu empfehlen ist eine Wandertour zum Drachenfels, welche von Köln aus mit dem Auto in unter einer Stunde erreichbar ist.

Das Wattenmeer der Nordsee – durch den Schlamm wandern

Wer sagt, dass Wanderungen immer in den Bergen stattfinden müssen? Das geht ebenso gut im Flachland und ist in diesem Fall sicher nicht weniger anstrengend. Denn das Wattenmeer an der Nordsee ist seit 2009 UNESCO-Welterbe und bietet für Wanderer eine eher unbekannte körperliche Herausforderung: Wer über mehrere Stunden die Füße immer wieder aus dem festen Schlamm ziehen musste, wird am nächsten Tag sicher seine Beine spüren. Aber eine Wattwanderung ist so viel mehr als nur anstrengen. Es ist ein unglaublich faszinierendes Gefühl über den Meeresboden zu wandern, der bei Flut noch von der Nordsee bedeckt war.

  • Unser Tipp: Mit einem Wanderführer kann man sogar bis zu den vorgelagerten Inseln wandern.

Klosterinsel Reichenau im Bodensee – erstklassige Wanderwege

Die Bodenseeregion ist bekannt für ihr gut ausgebautes Netz erstklassiger Wanderwege. So wurde etwa im Jahr 2014 der SeeGang als erster Strecken-Premiumwanderweg am Bodensee mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet. Die Wanderungen rund um den Bodensee lassen sich gut mit einem Besuch der Klosterinsel Reichenau kombinieren, die mitten im Bodensee liegt und seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb – unterwegs auf dem Neandertalerweg 

Im Schwäbischen Jura befinden sich sechs Höhlen, in denen älteste Zeugnisse menschlicher Kunst gefunden wurden und die seit 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Eiszeithöhlen befinden sich in den Tälern der Ach und der Lone in der Schwäbischen Alb und sind auch zu Fuß gut zu erreichen. Wer möchte kann sogar alle sechs Höhlen an einem Tag erkunden. Wanderer folgen dazu dem 11,5 Kilometer langen Neandertalerweg. Insgesamt sollten dafür drei bis vier Stunden eingeplant werden.

Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe
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Gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe: Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe

Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe – leichte und kurze Wanderungen

Seit 2013 ist der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel ein weiterer Punkt auf Deutschlands Liste der UNESCO-Weltkulturerben. Bei dieser Sehenswürdigkeit handelt es sich um Europas größten Bergpark, der berühmt ist für seinen einzigartigen Baum- und Pflanzenreichtum, seine Museen und Denkmäler sowie seine romantischen Wasserspiele. Der Park eignet sich besonders für kurze, körperlich nicht zu anstrengende Touren.

Grube Messel – beim Wandern Geschichte entdecken

In Hessen, in der Nähe von Darmstadt, können Wanderer die Fossillagerstätte Grube Messel besichtigen, wo täglich thematische Führungen zu den dort geborgenen und perfekt erhaltenen Fossilen stattfinden. Die Grube kann aber auch selbst erwandert werden, denn ausführliche Informationstafeln helfen beim Verständnis. Auch wenn bei dieser Tour keine großen sportlichen Herausforderungen im Vordergrund stehen, ist diese Wanderung lohnend, wie jährlich rund 100.000 Besucher bezeugen. 2021 wurde die Region außerdem um eine weitere UNESCO-Welterbestätte reicher: Die Bauten auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Von einer Künstlerkolonie 1899 gegründet, prägte die Mathildenhöhe Architektur, Kunst und Design der Moderne.

Wartburg in Thüringen – Kultur erwandern

Über der Stadt Eisenach im Thüringer Wald prangt ein weiteres, für Wanderer reizvolles UNESCO-Welterbe, denn auch hier kann Kultur mit einer landschaftlich schönen Wandertour verbunden werden. Der Rundweg von Eisenach zur Wartburg führt unter anderem durch die Drachenschlucht, ist rund 13 Kilometer lang und gespickt mit einigen, teilweise recht steilen Anstiegen. Insgesamt sollten für die Tour zwischen vier und fünf Stunden eingeplant werden. Wenn dir diese Tour nicht lang genug ist, kannst du dich auch für den Fernwanderweg Rennsteig entscheiden. Der beliebte Höhenwanderweg im Thüringer Wald ist etwa 170 km lang und wird meist in 5 - 8 Etappen erwandert.

SchUM-Stätten - Wanderung auf dem RheinTerrassenWeg

Speyer, Mainz und Worms bildeten im Mittelalter das europäische Zentrum des jüdischen Lebens und sind bekannt als die SchUM-Stätten, die seit 2021 das erste jüdische UNESCO-Welterbe Deutschlands sind. Die Bezeichnung "SchUM" ist eine Zusammensetzung aus den ersten Buchstaben der hebräischen Städtenamen im Mittelalter. Diverse historische Gebäude und Friedhöfe in den drei Städten sind Zeitzeugen der Geschichte über das Judentum in Detuschland, wie der Wormser Synagogenbezirk und der Judenhof in Speyer. Wer auf dem 75 Kilometer langen RheinTerrassenWeg zwischen Worms und Mainz unterwegs ist, kann nicht nur die SchUM-Stätten besuchen, der Wanderweg führt auch durch diverse Weinorte in Rheinhessen, so dass man neben historisch interessanten Sehenswürdigkeiten auch in den Genuss großartiger Weine kommt.

Westlicher Donaulimes - römische Geschichte erleben

Der Limes war ein Teil der Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Land der Germanen. Er bestand aus Wachtürmen, Mauern und natürlichen Begrenzungen wie Flüssen. Auch die Donau gehörte zu den Grenzflüssen entlang der Befestigung. Seit 2021 gehören die erhaltenen Anlagen entlang der Donau zum UNESCO-Welterbe. Die Strecke lässt sich hervorragend zu Fuß oder – noch besser – mit dem Fahrrad erkunden. Denn der 900 km lange Limes-Radweg führt entlang des ehemaligen Befestigungswalls von Bad Hönningen bis nach Passau. Besonders sehenswert sind der Donaudurchbruch bei Kelheim, das Castell Abusina bei Eining, das Kloster Weltenburg und die Stadt Regensburg, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Weiterführende Informationen zum UNESCO-Weltkulturerbe

Aktuell enthält die Liste der UNESCO 52 Natur- und Kulturdenkmäler aus Deutschland, zu denen auch bekannte Städte wie Bamberg, Lübeck und Hamburg mit seiner Speicherstadt zählen. Ebenso ist Trier Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und stellt für Wanderer mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, die bequem erlaufen werden können, ein attraktives Ausflugsziel dar. Wanderer, die sich für Industriekultur interessieren, kommen in Essen an der Zeche Zollverein auf ihre Kosten und können dabei das Ruhrgebiet und seine Halden erwandern.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum UNESCO-Weltkulturerbe

Was versteht man unter UNESCO-Weltkulturerbe?

UNESCO-Weltkulturerbe sind Orte von außergewöhnlichem kulturellem, historischen oder natürlichen Wert, die international geschützt werden, damit sie für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Dazu zählen historische Städte, Bauwerke, Denkmäler oder besondere Naturlandschaften wie Nationalparks oder einzigartige Landschaften.

Welche UNESCO-Weltkulturerbe gibt es in Deutschland?

Deutschland hat aktuell 52 UNESCO-Weltkulturerbestätten (Stand 2026), darunter Kultur- und Naturstätten. Einige bekannte Beispiele:

Kulturstätten

  • Aachener Dom, erstes deutsches Weltkulturerbe
  • Kölner Dom
  • Schloss Augustusburg und Falkenlust in Brühl
  • Wartburg in Eisenach
  • Bauhaus-Stätten in Weimar, Dessau, Bernau
  • Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier
  • Speyerer Dom

Natur- und Kulturlandschaften

  • Oberes Mittelrheintal: romantische Rheinlandschaft
  • Wattenmeer: Nordseeküste
  • Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord
  • Messel-Fossillagerstätte: Hessen

Viele weitere Städte, Burgen, Industrieanlagen und Landschaften gehören ebenfalls dazu, wie z. B. die Stadt Bamberg, die Münster von Naumburg oder die Bauwerke der Zeche Zollverein in Essen.

Was sind die bekanntesten Weltkulturerbe?

Zu den bekanntesten UNESCO-Weltkulturerbestätten weltweit zählen Orte, die für ihre Geschichte, Architektur oder Natur spektakulär sind und oft auch touristische Highlights darstellen:

Kulturstätten

  • Pyramiden von Gizeh – Ägypten
  • Chinesische Mauer – China
  • Taj Mahal – Indien
  • Kolosseum – Rom, Italien
  • Machu Picchu – Peru
  • Petra – Jordanien
  • Aachener Dom – Deutschland

Natur- und Kulturlandschaften

  • Grand Canyon – USA
  • Great Barrier Reef – Australien
  • Galápagos-Inseln – Ecuador
  • Serengeti-Nationalpark – Tansania
  • Wattenmeer – Deutschland/Niederlande/Dänemark

Diese Stätten sind weltweit bekannt, weil sie einzigartig, historisch oder landschaftlich herausragend sind und das kulturelle oder natürliche Erbe der Menschheit repräsentieren.

Was ist der Unterschied zwischen Weltkulturerbe und Welterbe?

Kurz gesagt: Jedes Weltkulturerbe ist ein Welterbe, aber nicht jedes Welterbe ist ein Weltkulturerbe, weil es auch Natur- oder gemischte Stätten gibt. Der Unterschied liegt in der Spezifizierung:

  • Welterbe: Allgemeiner Begriff für alle Stätten, die von der UNESCO als besonders schützenswert für die Menschheit anerkannt sind. Dazu gehören Kulturstätten, Naturstätten und gemischte Stätten.
  • Weltkulturerbe: Eine Unterkategorie des Welterbes, die speziell kulturelle, historische oder architektonische Werte umfasst, also z. B. Bauwerke, Städte, Denkmäler oder archäologische Stätten.
Miriam

Über Miriam

Für Miriam müssen es keine großen Höhenmeter sein. Abwechslungsreich und gespickt mit schönen Aussichten sind die perfekten Wanderwege für sie und wenn am Ende noch eine schöne Hütte wartet, ist der Tag in den Bergen perfekt.