Imposantes Naturspektakel: Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen

Imposantes Naturspektakel: Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen

13. November 2017

von: Katharina in Regionen

Die Partnachklamm ist eine 700 m lange, vom Wildbach Partnach bis zu über 80 Meter tief eingeschnittene Klamm im oberbayrischen Reintal. 1912 zum Naturdenkmal erklärt und seitdem für Besucher begehbar, zählt das Geotop zu den Hauptattraktionen Garmisch-Partenkirchens. Vor allem in den Sommermonaten lockt die Klamm täglich Scharen von Besuchern an. Die Partnachklamm ist aber nicht nur ein lohnenswertes Ausflugsziel. Sie ist auch der Einstieg für eine Vielzahl toller Bergwanderungen im Reintal. Tagsüber ist ein kleines Eintrittsgeld zu entrichten, außerhalb dieser Zeiten ist die Begehung kostenfrei auf eigene Gefahr möglich. IndenBergen hat alles Wissenswerte rund um das beeindruckende Naturschauspiel für Sie zusammengestellt.

Partnachklamm: Vom Triftbach zum populären Ausflugsziel

Bereits im 18. Jahrhundert wagten sich mutige Einheimische in die Partnachklamm, um unter Lebensgefahr Brennholz zu transportieren. Bis in die 60er-Jahre wurde die Klamm als Triftbach genutzt. Mit einem Erkennungszeichen des Eigentümers gekennzeichnet, wurden die Holzstämme in den Fluss geworfen und vom Schmelzwasser zu Tal transportiert. Das Lösen von verkeilten Baumstämmen forderte über die Jahre jedoch viele Menschenleben. Schnell wurden Stimmen laut, die eine Erschließung der Partnachklamm forderten. Dies geschah 1886 durch das Anlegen eines Triftsteigs. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Schlucht auch touristisch erschlossen. Dabei wurden unter extremen Belastungen sogar Tunnel in das Gestein getrieben. Über einen gut ausgebauten Wanderweg kann die Klamm heute bei guten Witterungsbedingungen ganzjährig begangen werden.

blick auf Partnachklamm
Der etwas andere Blick auf die Partnachklamm.© www.bayern.by - Bernhard Huber

So ist die Partnachklamm entstanden

Vor rund 240 Millionen Jahren bildeten sich auf dem Gebiet der heutigen Partnachklamm auf dem Grunde eines flachen Meeres dunkelgraue, harte Schichten alpinen Muschelkalks. Etwa fünf Millionen Jahre später lagerten sich deutlich weichere Mergel ab, die sogenannten „Partnachschichten“. Im Rahmen der alpidischen Faltung entstand aus diesen Gesteinsschichten der „Wamberger Sattel“. Die Erosionskraft der vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt gespeisten Partnach war groß genug um die weicheren Schichten schnell abzutragen, mit der anhaltenden Gelände-Hebung Schritt zu halten und sich so in den harten alpinen Muschelkalk einzuschneiden. So bildet heute der Fluss im Bereich des Muschelkalkes die typische, eng eingeschnittene Talform einer Klamm, in den Bereichen der weicheren Partnachschichten herrschen breitere Talformen vor.

Anreise, Preise und Öffnungszeiten

Die Partnachklamm befindet sich nahe des Ortsteils Partenkirchen. Vom Parkplatz des Olympia-Skistadions aus führt ein rund 20-minütiger, ebenerdiger Spazierweg zum Eingang der Klamm. Alternativ können die Besucher sich von einer der bereitstehenden Pferdekutschen bequem dorthin chauffieren lassen – besonders für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Tagsüber zahlen Erwachsene 5 Euro Eintritt, Kurgäste oder Einheimische 4 Euro. Für Kinder und Jugendliche kostet der Eintritt 2 Euro. Außerhalb der Öffnungszeiten ist die Klamm auf eigene Gefahr kostenfrei begehbar. Bitte beachten: In der Klamm tropft und rieselt das Wasser auch nach längerer Zeit ohne Niederschlag von den Wänden. Festes Schuhwerk ist daher unerlässlich, Regenbekleidung empfohlen.

Klammverwalter bei der Arbeit
Für die Sicherheitin der Klamm sorgt Klammverwalter Rudolf Achtner.© www.bayern.by - Bernhard Huber

Gut zu wissen: Sommer wie Winter – ein top Ausflugsziel

Während die meisten Schluchten in der kalten Jahreszeit geschlossen sind, bietet die Partnachklamm das ganze Jahr über ein einzigartiges Naturschauspiel. Im Winter ragen von den steilen Felswänden meterlange Eiszapfen, die zu riesigen Eiswänden zusammenwachsen. Aus den Felsen quellen glasklare, dicke Eisschichten und die eisige Partnach bahnt sich ihren Weg zwischen eisbedeckten Felsbrocken und Eiszapfen. So ist die Partnachklamm das ganze Jahr über ein tolles Erlebnis. Am oberen Ausgang der Klamm laden verschiedene Wanderwege zu einer Bergtour ein. Die Auswahl ist groß. Zur Wahl stehen sowohl leichte Wanderungen zur nächstgelegenen Almhütte als auch anspruchsvolle Touren, wie zum Beispiel auf die Zugspitze oder zum Schloss Schachen.

Praktische Informationen zur Region

Ebenfalls im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, in der Nähe von Mittenwald, befindet sich die Höllentalklamm bei Grainau-Hammersbach, die kleinere, teilweise auf österreichischem Gebiet gelegene Leutaschklamm, die seit 2006 mit einem eindrucksvollen Klammsteig erschlossen ist, und die Schleifmühlklamm bei Unterammergau. Aber die Region hat weit mehr als imposante Schluchten zu bieten. Im Winter lädt Garmisch-Partenkirchen zum Skifahren, Snowboarden und Skilanglauf. Im Sommer finden Wanderer, Kletterer und Mountainbiker ein endloses Angebot an Touren aller Schwierigkeitsgrade.

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