Klettersteige in Tirol? In dem österreichischen Bundesland befinden sich zahlreiche Klettersteige für jedes Niveau. Auf einem Klettersteig ist es möglich, ohne Klettererfahrung zu klettern. Bei einem Klettersteig folgt man einer Bergroute, die durch ein Stahlseil gesichert ist, an dem man sich festhalten kann. Unterwegs stößt man auf viele Hindernisse wie Stege, Leitern und Klettersteige. In diesem Artikel haben wir 10 Klettersteige in Tirol aufgelistet.
Kurz zusammengefasst
- Klettersteige für jedes Können: Tirol bietet abwechslungsreiche Klettersteige, von einfachen Übungsrouten für EinsteigerInnen und Familien bis hin zu anspruchsvollen Touren für erfahrene Alpinisten.
- Spektakuläre Natur inklusive: Ob entlang tosenden Wasserfällen, über luftige Grate oder mit Blick auf beeindruckende Gipfel, jeder Klettersteig begeistert mit einzigartigen Ausblicken und einem besonderen Bergerlebnis.
- Die richtige Ausrüstung ist Pflicht: Für eine sichere Tour gehören Helm, Klettergurt, Klettersteigset und feste Bergschuhe zur Grundausstattung. AnfängerInnen sollten zudem mit einer leichten Route beginnen oder einen erfahrenen Guide hinzuziehen.
Welche Ausrüstung benötigt man für einen Klettersteig?
Wer sich auf einen Klettersteig wagen möchte, benötigt neben festen Bergschuhen einen Helm, einen Klettergurt, zwei Karabiner und ein Verbindungsstück mit Stoßdämpfern. Klettersteigsets werden häufig auch in Outdoor-Geschäften vermietet. Beim Klettern auf einem Klettersteig sollte man ruhig und kontrolliert klettern: Kräfte schonen, Abstand halten und darauf achten, dass beide Karabiner des Klettersteigsets mit dem Stahlseil verbunden sind. Beim Hängen sollte immer nur ein Karabiner ausgelöst werden. Für AnfängerInnen empfiehlt es sich, mit einem Führer loszugehen.
Schwierigkeitsgrade Klettersteige (Schall-Skala, Österreich):
- A: leicht
- B: mittelschwer
- C: schwer
- D: sehr schwer
- E: extrem schwer
1. Kaiser-Max-Klettersteig, E, Innsbruck
Extrem schwierig, so wird der Kaiser-Max-Klettersteig, einer der ältesten Klettersteige der Ostalpen, an der Martinswand bei Innsbruck, beschrieben. Nachdem der Anfang wie eine Aufwärmübung erscheint, hat man im zweiten Abschnitt plötzlich eine fast senkrechte Bergwand vor sich. Auch das Gelände aus griffigen Felsplatten stellt eine Herausforderung dar.
2. Galitzenklamm, B/C, Lienz
In der Nähe von Lienz im Osten von Tirol verläuft ein Klettersteig entlang der sprudelnden Wasserfälle der Galitzenklamm am Fuße des Rauchkofels. Der Anfang des Weges ist nicht allzu schwierig, aber je höher man kommt, desto kniffliger wird es. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte vielleicht alternativ den Wasserschaupfad durch die Klamm nehmen, Der ist abenteuerlich genug.
3. Route bei der Muttekopfhütte, B/C, Imst
In der Nähe der Muttekopfhütte oberhalb von Imst befindet sich ein moderner, kurzer Klettersteig mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Auch für Kinder, die bereits etwas Klettererfahrung haben, ist dieser Weg gut zu bewältigen. Der Aufstieg von der Bergstation Alpjoch der Imster Bergbahnen zum Startpunkt dauert ca. 50 Minuten.
4. Übungsklettersteig Rofan, A/B, Maurach
Der Übungsklettersteig Rofan befindet sich in der Nähe des Achensees und ist trotz seiner geringen Länge von 50 Metern ideal zum Üben. Aufgrund des Schwierigkeitsgrades und der Länge ist dieser Weg auch für Kinder sehr gut geeignet. Erreichbar ist der Rofan-Klettersteig über die Rofanseilbahn in Maurach.
5. Kleiner Ballun, B, Galtür
Der kleine Ballun ist der Familienklettersteig von Galtür. Er ist über die Bergstation der Birkhahnbahn zu erreichen und ist für Kinder ab acht Jahren geeignet. Es wurden alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um diese Tour so sicher wie möglich zu gestalten, weswegen der Little Ballun perfekt gesichert ist.
6. Tajakante Klettersteig, E, Ehrwald
Der Tajakante Klettersteig, der an der Talstation der Ehrwalder Almbahnen in Ehrwald startet, dauert etwa drei Stunden und erfordert eine gute Kondition. Die anspruchsvolle Route verläuft entlang eines Grates, garantiert 600 Höhenmeter und schöne Ausblicke inmitten einer schroffen Berglandschaft. Der Abstieg ist alpin, Trittsicherheit ist ein Muss. Ein guter Übernachtungstipp ist die Coburger Hütte in der Nähe des Seebensees mit Blick auf die Zugspitze.
7. Marokka, B/C, Fieberbrunn
Fieberbrunn von oben betrachten, das ist auf dem Klettersteig Marokka möglich. Die anspruchsvolle Tour führt bis auf 2.019 Meter Höhe und bietet alles, was fortgeschrittene Kletterer suchen: einen spannenden Routenverlauf, anspruchsvolle Passagen, eine schwingende Seilbrücke und nicht zuletzt einen schönen Gipfel. Noch nicht ausgeklettert? Leg eine Pause im Wildseeloderhaus ein und wage dich dann auf den Henne-Klettersteig.
8. Lehner Wasserfall, C/D+, Ötztal
Diese Klettersteigtour in Lehn, nahe Umhausen und Längelfeld, bietet alles, was diese Form des Kletterns so schön macht. Schöne Aussichten, spannende Routen und anspruchsvolle Hindernisse. Das Highlight der Route im Ötztal ist ein überhängender Felsen, den man bei Bedarf auch umwandern kann.
9. Kletterpark, Pitztaler Gletscher
Wenn es im Tal drückend heiß ist, kann man am Pitztaler Gletscher bei angenehmen Temperaturen großartig klettern. Es gibt vier Routen: Erlebnisweg (B+), Murmeltiersteig (C), Gamssteig (D) und Steinbocksteig (D+).
10. Anton-Renk-Klettersteig, D/E, Fendels
Der Anton-Renk-Klettersteig in Fendels ist aufgrund der sehr schwierigen Route und der Tatsache, dass ein Abkürzen nicht möglich ist, nur für Profis geeignet. Obwohl die 260 Höhenmeter und die Kletterzeit von eineinhalb Stunden kurz sind, ist die Route durch zwei überhängende Felsen sehr herausfordernd.
Tipps für die sichere Begehung eines Klettersteigs
Ein Klettersteig verbindet Wandern, Klettern und alpines Abenteuer miteinander. Gesicherte Passagen, spektakuläre Felswände und beeindruckende Ausblicke machen diese Bergsportart zu einem besonderen Erlebnis. Damit die Tour nicht nur spannend, sondern auch sicher wird, solltest du dich gut vorbereiten und einige wichtige Tipps beachten.
- Wähle einen Klettersteig, der zu deinem Können passt: Klettersteige gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, von einfachen Routen für EinsteigerInnen bis hin zu anspruchsvollen alpinen Herausforderungen. Informiere dich vorab über Schwierigkeit, Länge, Höhenmeter und benötigte Zeit und wähle eine Tour, die deinen Erfahrungen und deiner Kondition entspricht.
- Kontrolliere deine Ausrüstung vor dem Start: Ein Helm, Klettergurt und ein geprüftes Klettersteigset gehören zur Grundausstattung. Überprüfe vor der Tour, ob alle Verschlüsse richtig funktionieren und ob die Ausrüstung unbeschädigt ist. Auch feste Bergschuhe mit gutem Profil sorgen für sicheren Halt.
- Informiere dich über Wetter und Bedingungen: Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Starte keine Klettersteigtour bei Gewittergefahr, Regen oder starken Windverhältnissen, da nasser Fels rutschig und das Risiko deutlich höher ist.
- Gehe langsam und konzentriert: Auch wenn der Klettersteig spannend ist: Sicherheit geht vor Tempo. Nutze die Sicherungen richtig, halte ausreichend Abstand zu anderen Kletterern und vermeide unnötige Hektik, besonders an ausgesetzten Stellen.
- Kräfte einteilen und Pausen einplanen: Klettersteige können körperlich fordernd sein, da Arme, Beine und Konzentration dauerhaft beansprucht werden. Trinke regelmäßig, mache Pausen an geeigneten Stellen und spare Kraft für die letzten Abschnitte der Tour.
- Respektiere die Natur und andere BergsteigerInnen: Bleibe auf den vorgesehenen Wegen, vermeide Steinschlag und nimm deinen Müll wieder mit ins Tal. Ein rücksichtsvoller Umgang sorgt dafür, dass alle BergfreundInnen die Tour sicher und unbeschwert genießen können.
- Plane den Rückweg mit ein: Der Klettersteig endet nicht immer mit dem letzten Drahtseil. Informiere dich auch über den Abstieg und kalkuliere genügend Zeit für den gesamten Tourenverlauf ein. Ein entspannter Rückweg gehört genauso zu einer gelungenen Bergtour wie der Aufstieg.