Die 5 schönsten Klettersteige für Fortgeschrittene in Österreich

Die 5 schönsten Klettersteige für Fortgeschrittene in Österreich

8. Oktober 2018

von: Lena in Regionen

Mit etwas Übung schafft man auch schwierige Klettersteige oder solche, die für Fortgeschrittene vorgesehen sind. Denn sobald alle A/B-Klettersteige in Österreich bezwungen sind und man Kraft und Ausdauer gesammelt hat, darf man sich getrost geübter Klettersteiggeher nennen. Ausgerüstet mit Helm, Klettersteigset und Klettergurt steht dem anspruchsvollen Klettervergnügen auf unzähligen Via Ferrata nichts mehr im Wege. Besonders attraktiv auf schwierigeren Steigen: es locken Seilbrücken, Hängebrücken, Stahlseilrutsche oder Flying Fox und Tunnelanstiege. IndenBergen hat die Wanderstiefel geschnürt, und für Sie 5 atemberaubende Felspartien herausgesucht, die garantiert viel Klettergenuss versprechen.

1. Rongg-Wasserfall-Klettersteig – ausgesetzter Sportsteig

Zum Glück hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass der Ort Gargellen in der Silvretta gleich zwei Klettersteige zu bieten hat. Neben dem bekannten in Punkt 2 vorgestellten Vaude Steig, gibt es noch den Rongg-Wasserfall-Klettersteig. Er startet am Parkplatz der Gargellener Bergbahn und führt in die malerische Klamm des Ronggbachs. Das akustisch untermalte Klettervergnügen startet mit einer stabilen Seilbrücke direkt über dem Wasser. Eisenkrampen führen weiter hinauf, direkt in einen Kessel. Über einen fast senkrechten Aufschwung geht es dann ganz nah an den Wasserfall heran. Nach nur 1 Stunde und 15 Minuten hat man die Via Ferrata gemeistert und steht im schattigen Wald. Es lohnt sich der Weiterweg zur Sommerwirtschaft Ronggalpe.

2. Vaude Schmugglersteig – beliebte Runde

Als rundum gelungen bezeichnen Fans des alpinen Klettervergnügens den Steig, der von Sportartikelhersteller Vaude gesponsert wurde. Er startet an der Bergstation der Gargellener Bergbahn und verspricht 3 Stunden wahres Vergnügen und viel landschaftlichen Genuss. Der Aufstieg erfolgt mit der Bergbahn, vom Gipfel des Schafbergs sind es dann nur wenige Meter bis zum Einstieg. Das Sicherungsseil gibt stets die Richtung vor und es geht bergauf. Nach kurzer Zeit gabelt sich der Weiterweg, rechts geht es die anspruchsvolle Variante mit langen Seilbrücken und der 20 Meter langen Schmugglerwand hoch, links geht es zur moderaten Variante über die Kristallwand. Beide Varianten haben Notaustiege und bieten phänomenale Rundumblicke über das Vorarlberger Montafon.

3. Steinwand-Klettersteig – spannendes Vergnügen

Ebenfalls nur 1 Stunde und 15 Minuten dauert das Klettererlebnis an der Steinwand. Ausgangspunkt für den ortsnahen Steig ist der Parkplatz Burgstall in Arzl bei Imst. Erst 2008 wurde die Via Ferrata eingeweiht und bietet seitdem zwei Varianten. Die mittelschwere Tour startet mäßig und wechselt sich mit Aufschwüngen und leichten Passagen ab. Die markante Rampe der Steinwand zeichnet den Weg vor, es geht auf Eisenstiften und Krampen nach oben. Stets im Blick die schwere „Angy-Eiter-Route“. Über eine Treppe und einige Leitern erreicht man schließlich ganz oben die Aussichtsplattform, die ein paar Meter über den Abgrund ragt. Besonders schön an warmen und sonnigen Tagen ist der Abstieg durch den Wald zurück nach Arzl.

4. Elferkofel-Klettersteig – Überschreitung für Genießer

Das Stubaital wird zwar vom wuchtigen Habicht dominiert, doch ebenso viel Bergfreude haben die Elfertürme zu bieten, die man von Neustift aus begehen kann. Zur fast 5 Stunden dauernden Tour auf den Elferkofel bietet die Talstation der Elfer-Gondelbahn den perfekten Startpunkt. Eine echte Genuss-Ferrata bietet neben Klettervergnügen auch knackige Wanderrouten, tolle Aussichten und eine Überschreitung. All das finden Ferratistis am Elferkofel. Recht rasant geht es schon zu Beginn auf schroffe Felsspitzen zu. Mehrere Felstürme werden waagrecht umgangen bevor man durch einen Kamin zum Gipfel aufsteigen kann. Wer will, nimmt die Gratroute mit einem weiteren Kamin mit und macht sich erst dann auf zum Abstieg über den langgestreckten Nordgrat.

5. Innsbrucker Klettersteig – Höhenrausch über der Stadt

Nur wenn Wolken am Himmel hängen, bleibt einem der Blick auf die Stadt verwehrt, sonst führt der Steig die ganze Zeit parallel zu Innsbruck und erlaubt bezaubernde Tiefblicke. Was die Via Ferrata schwierig macht, ist nicht der technische Anspruch, sondern die Länge. Rund 6 Stunden ist man unterwegs, wenn man ihn komplett begeht. Da Teil 2 durch einen langen Sattel abgetrennt ist, kann man diesen jedoch jederzeit unterbrechen. Sowohl Ein- als auch Ausstieg bilden die Schlüsselstellen auf der Nordkette. Wer die ohne Probleme bewältigt, hat sehr viel Freude. Hinauf geht es mit der Hafelekar-Seilbahn, dann folgt die 10 Meter hohe Einsteigswand. Ein solide Hängebrücke lässt tief blicken und es gibt immer wieder Notausstiege. Wer den kompletten Steig klettert, umrundet auch die Sagengestalt Frau Hitt.

Weiterführende Informationen zu Klettersteigen

Bereits im 19. Jahrhundert begannen Bergfreunde damit, erste Eisenwege in die Alpen zu hauen. In Bayern, Tirol und am Dachstein liegen die Ursprünge des Klettersteiggehens. Neben dem Hüttenbau ging es darum, neue Wege anzulegen. Von Klettersteigen spricht man aber erst, nachdem die Wiener an ihrem Hausberg Eisenrouten gebaut und somit Klettervergnügen salonfähig gemacht haben. Seitdem hat sich viel getan und die Routen werden schwerer aber auch sicherer. Der eigentliche Boom kam erst in den 60er-Jahren, als nach dem Krieg der Tourismus begann. In den Dolomiten entstanden schnell mehr als 100 Steige, während erst 1993 der erste Klettersteig in der Schweiz angelegt worden ist. Warum das alpine Vergnügen so gut ankommt: Viel Spaß und wenig Risiko!

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