Nachhaltig Wandern: 7 Tipps, wie Bergsteiger die Natur schonen können

Nachhaltig Wandern: 7 Tipps, wie Bergsteiger die Natur schonen können

24. August 2018

von: Sarah in Reisetipps

Wanderer und Bergsteiger lieben die Natur und wollen diese auch schonen. Dabei bewegen sie sich am liebsten stundenlang durch Wälder und Wiesen. Auch wenn sie dabei besonders aufpassen, keinen Müll zurücklassen und nur auf markierten Wegen gehen, kann es sein, dass die Natur trotzdem Schaden nimmt. Möglicherweise wurde doch unbeabsichtigt auf eine junge Pflanze getreten oder ein Vogel wurde beim Brüten aufgeschreckt. Das wollen Wanderer natürlich unbedingt verhindern, weil ihnen die Natur am Herzen liegt. Deswegen stellt IndenBergen 7 Tipps zusammen, wie Wanderer sich in den Bergen noch umweltschonender verhalten können und zeigt, wie nachhaltiges Wandern geht.

So wird Wandern nachhaltiger

Selbst wenn Wandern bereits ein sehr naturverbundener Sport ist, gibt es doch noch Möglichkeiten, den eigenen Wanderurlaub noch nachhaltiger zu gestalten. Dies beginnt schon bei der Anreise. Wanderer sollten sich fragen, ob es wirklich das eigene Auto sein muss oder ob der Zug nicht doch die bessere Variante ist. Vor Ort haben Bergsteiger dann die Möglichkeit, vornehmlich lokale Bio-Produkte zu konsumieren. Außerdem gilt, bei Wanderungen am besten wiederverwendbare Lebensmittelbehälter zu verwenden, um unnötigen Müll zu vermeiden. Mit den folgenden kleinen Änderungen können Wanderer schon Großes in Sachen Nachhaltigkeit bewirken.

1. Nicht mit dem eigenen PKW anreisen

Wer in den Bergen Urlaub machen will, muss dort erst einmal hinkommen. Und dafür benutzen die meisten immer noch den eigenen PKW anstelle der öffentlichen Verkehrsmittel. Dabei sind gerade bekannte Tourismusgebiete in Bayern und Österreich sehr gut angebunden und leicht zu erreichen. Wer ein paar Wochen im Voraus bucht, hat auch noch die Chance, die Sparangebote der Deutschen Bahn zu ergattern. Außerdem ist die Fahrt viel entspannter, da niemand im Stau steht und später völlig gestresst von der langen Autofahrt am Urlaubsort ankommt. Ein weiterer Vorteil: Der Blick auf die wunderschöne Landschaft kann von allen genossen werden.

2. Im Urlaubsort das Fahrrad oder den Wanderbus benutzen

Viele Unterkünfte in den Wandergebieten bieten Fahrräder zum Verleih an und oft kooperieren die Verkehrsverbände mehrerer Wanderorte, um ein Streckennetz für einen Wanderbus zu ermöglichen. Daher können Wanderer das eigene Auto (wenn sie doch damit angereist sind) wenigstens vor Ort stehen lassen und so Abgase reduzieren. Oft ist der Wanderbus mit einer Touristenkarte ohnehin kostenlos. Wer das Fahrrad nimmt, kann auch die umfassenden Fahrradwege der einzelnen Regionen austesten und so noch mehr von der Umgebung erleben. In vielen Tälern ist „bike and hike“ bereits Trend. Außerdem spart man sich die nervige Parkplatzsuche an den Liften.

Foto: Pixabay

3. Outdoor Kleidung kaufen

Sicher ist spezielle Trekking- und Wanderkleidung nicht ganz billig, aber auf Dauer lohnt es sich. Denn wer nach jeder Wandersaison das einfache und billigproduzierte T-Shirt wegwerfen muss, verursacht Müll und hat am Ende auch mehr Geld ausgegeben. Besondere Outdoor-Kleidung hingegen ist für die extremen Wetterverhältnisse in den Bergen geschaffen und hält auch mehrere Jahre. Außerdem müssen Wanderer nicht darauf achten, dass Wanderkleidung dem letzten Trend entspricht. Den Murmeltieren in den Bergen ist es schließlich egal, ob die Hose ein Modell aus der letzten Saison ist.

Foto: Pixabay

4. Wiederverwendbare Essensbehälter und Trinkflaschen

Jeder Wanderer weiß, dass kein Abfall in der Natur zurückgelassen werden soll. Aber noch besser ist es, den Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Daher am besten, anstatt im Supermarkt eine Plastikflasche mit Wasser zu kaufen, lieber eine Sportflasche kaufen und immer wieder mit frischem, kaltem Bergwasser auffüllen. Schmeckt sowieso besser. Und das Gleiche gilt auch für das Essen. Wer sich morgens in der Unterkunft seine Brotzeit zubereitet und sie ihn einer Brotbox mitnimmt, vermeidet Plastikmüll und hat schon wieder etwas Gutes für die Umwelt getan.

5. Geschützte Räume heimischer Tiere achten

Es ist für Wanderer kaum möglich, genau zu wissen, welche Tierart gerade wo brütet oder balzt. Deswegen kann es durchaus vorkommen, dass Bergsteiger die Tierwelt unbeabsichtigt stören. Um dies zu verhindern, bietet die Kooperation des Deutschen Alpenvereins und der Bayerischen Forstverwaltung „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“ wertvolle Informationen. Dort können Wanderer sich informieren, welche Verhaltensregeln gerade in der eigenen Urlaubsregion gelten, um die heimische Natur nicht zu stören. Als allgemeine Regeln gelten immer, die Wege nicht zu verlassen und sich möglichst ruhig zu verhalten.

6. Lokale Geschäfte und Bauern unterstützen

Wer in einer Wanderregion eine Ferienwohnung gemietet hat und sich selbst versorgt, kann seinen Wanderurlaub nachhaltiger gestalten, indem er nicht in den großen Supermärkten einkaufen geht, sondern Produkte von lokalen Bauern kauft. Oft gibt es bei den hiesigen Bauernhöfen auch einen Hofladen mit Kartoffeln, Milch, Honig und Gemüse. Durch den Kauf von Produkten wird die lokale Wirtschaft angekurbelt und lange Transportwege der Lebensmittel werden vermieden. Eine weitere Möglichkeit also, den Wanderurlaub noch nachhaltiger zu machen.

7. Ökologisch wandern mit geführten Touren

Für Wanderer empfiehlt es sich auch immer, sich das Angebot der geführten Touren vor Ort anzusehen. Denn die lokalen Bergführer wissen bestens über die Natur und die Umgebung Bescheid und weisen möglicherweise auf Dinge hin, auf die man selber nie geachtet hätte. Außerdem kann die Verbundenheit dieses örtlichen Bergführers ein Augenöffner sein für die besonderen Eigenarten und Schönheiten der Region. Dies gilt besonders für weniger touristisch erschlossene Wandergebiete, in denen noch Ursprünglichkeit herrscht und in denen der Massentourismus noch nicht angekommen ist.

Weiterführende Informationen zum Thema nachhaltig Wandern und Awareness

Wanderer verstehen den Rhythmus der Natur und haben ein Gespür für die Umgebung wilder Berglandschaften. Ihren Wanderurlaub nutzen sie, um ihr Leben zu entschleunigen und um in der Natur wieder zu sich selbst zu finden. Daher werden mittlerweile Wanderpakete mit Meditationen und Mindfulness-Workshops angeboten. Dabei geht es darum, wieder einen Fokus zu bekommen für die wichtigen Dinge. Dies gelingt am besten in der eindrucksvollen Welt der Berge, wo es mit Hektik auch nicht schneller geht. Ebenso bieten Wanderregionen mittlerweile auch Pilgerwege an, um Wandern mit Öko-Philosophie zu verbinden.

Urlaub in den Bergen