Wandern auf dem Berliner Höhenweg: Zu Fuß durchs Zillertal

 © Marlene Vey 
Wandern auf dem Berliner Höhenweg: Zu Fuß durchs Zillertal

11 August 2019

von: Marlene in Reisetipps

Der Berliner Höhenweg ist ein Fernwanderweg in den Zillertaler Alpen. Von Hütte zu Hütte zu laufen ist für viele Wanderer ein einmaliges Erlebnis. Während der Weitwanderung ist der Weg das Ziel. Mit diesem Gedanken zieht auch IndenBergen-Bloggerin Marlene mit dem Rucksack auf den Schultern los. Im Nachhinein berichtet sie über ihre Erfahrungen, verrät die essenziellen Dinge, die auf einer Weitwanderung keinesfalls fehlen dürfen und stellt die schönsten Orte vor, an denen sie auf der Tour vorbeigekommen ist.

Weitwanderung auf dem Berliner Höhenweg

Über 80 Kilometer führt der Berliner Höhenweg in 6 Etappen durch die Zillertaler Alpen. Insgesamt werden auf der Weitwanderung 6.605 Höhenmeter bergauf und 6.840 Höhenmeter bergab überwunden. In weiten Teilen liegt der Weg oberhalb von 2.000 Meter Höhe und schlängelt sich durch die hochalpine Landschaft im Zillertal. Vorbei an Gletscherzungen, Bergseen und gemütlichen Hütten. Auf eben jenen Hütten wird dann auch übernachtet. Meist spartanischer als im Tal. Statt Hotelzimmer winkt hier eher das Matratzenlager. Ein gemeinsamer Waschraum ist dort ebenso normal wie die extra-Gebühr für warmes Wasser beim Duschen.

Einstieg am Alpengasthof Breitlahner

Wir gehen nur einen Teil des Berliner Höhenwegs. Unsere erste Etappe ist die Berliner Hütte. Das Navi soll uns zum Alpengasthof Breitlahner führen. Der liegt unterhalb der Hütte und hält einen öffentlichen Parkplatz bereit. Ganz wichtig: Viel Kleingeld mitnehmen. Der Parkscheinautomat nimmt nur Münzen und pro Tag wird ein Tagessatz von 6 Euro fällig. Der Zubringerweg zur Hütte, den wir anschließend zu Fuß bewältigen, ist im unteren Teil eine leicht zu begehende Forststraße. Erst im letzten Viertel wird es schmaler und ein bisschen anspruchsvoller. Insgesamt eignet sich der 3-stündige Zustieg auch als Wanderung für Tagesgäste, die abends wieder zum Auto zurückkehren wollen.

Es kann nicht immer die Sonne scheinen

Wir starten im Regen. Das frustriert zuerst ein bisschen, doch sobald man die ersten Meter unter dem Wolkenbruch zurückgelegt hat, verwandelt sich die Abneigung gegen das Wetter in Gleichgültigkeit. Das können wir jetzt eh nicht ändern. Auf der Regenjacke perlen Wassertropfen ab. Die Kapuze habe ich tief ins Gesicht gezogen, der Kopf ist gesenkt. So sehe ich zwar nicht viel von der Umgebung, bin jedoch vor der Nässe erstmal geschützt. Und das ist auch gut so. Mit steigender Höhe sinken die Temperaturen. Wir sind Ende September unterwegs und der kühle Herbstwind macht sich an diesem Tag schon leicht bemerkbar.

Ein Blick in den Rucksack

Umso dankbarer bin ich, nach der Ankunft in trockene, warme Klamotten schlüpfen zu können. Die hat den Regenschauer dank des Regenschutzes über dem Rucksack trocken überstanden. Gepackt habe ich diesmal mit Packliste. Schließlich möchte man auf einer Mehrtagestour ungern zu viel dabei haben. Im Gepäck sind also Wechselklamotten, ein weiteres T-Shirt, Regenschutz, Handschuhe und Stirnband für kältere Temperaturen am Abend oder im Schatten. Außerdem dürfen Sonnenbrille und Sonnenschutz nicht fehlen. Genauso wenig wie Blasenpflaster, ein paar kraftbringende Snacks zwischendurch und ausreichend Wasser. Für den Aufenthalt auf der Hütte sind außerdem ein dünner Hüttenschlafsack, Bargeld zur Bezahlung und die Stirnlampe mit dabei.

Lohnenswertes Fotomotiv: Hängebrücke an der Olpererhütte

Es ist schwer, sich auf einer Weitwanderung auf ein Highlight festzulegen. Als wir oberhalb des Schlegeisspeichers auf Höhe der Olpererhütte entlangmarschieren, kann ich mich aber wirklich nicht sattsehen. Unter uns liegt der türkisblaue Stausee. Im Hintergrund erheben sich massive, karge Felswände. Wenige Schritte später laufen wir dann auf weitere Menschen auf. Aufgereiht in eine Schlange stehen sie an der bekannten Hängebrücke an. Die Hängebrücke gilt als eines der Top-Fotomotive in den Alpen. Kein Wunder, die Szenerie schaut an dieser Stelle fast unwirklich aus. Optisch scheint die Brücke über einer tiefen Schlucht zu schweben. Keine Frage: Wir brauchen hier auch ein Foto!

Hängebrücke Olpererhütte
(Foto: © Marlene Vey)

Ankunft an der Berliner Hütte

Berliner Hütte
(Foto: © Marlene Vey)

Blick auf das eindrucksvolle Gletscherpanorama

Berliner Höhenweg
(Foto: © Marlene Vey)

Fazit zum Berliner Höhenweg

Die Weitwanderung über 6 Tagesetappen auf dem Berliner Höhenweg eignet sich eher für erfahrene Bergwanderer, die bis zu 8 Stunden lange Tagesetappen bewältigen können. Nicht zu unterschätzen ist, dass es immer mal unwegsam sein kann und man nur langsamer voran kommt. Dadurch, dass die einzelnen Hütten aber alle auch vom Tal aus erreichbar sind, ist ein Verkürzen der Tour jederzeit möglich. So eignet sich ein Stück des Berliner Höhenwegs eventuell auch als längere Wanderung an einem verlängerten Wochenende. Wer die Tour plant, sollte jedoch sicherheitshalber die Hütten im Voraus reservieren, um sicher einen Schlafplatz zu kriegen.

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