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Hunderte Touristen stehen in langer Schlange für den Shuttle zu den Drei Zinnen

Bus Stop Misurina
© Tiia Monto / Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0

Eine lange Schlange mit Hunderten Touristen, die auf den Shuttle zu den Drei Zinnen warten: Bilder vom Andrang bei den weltberühmten Felsgipfeln werden derzeit massenhaft in den sozialen Medien geteilt. Das Video sorgt in Italien erneut für Diskussionen über Overtourism in den Dolomiten. Die Gemeinde Auronzo di Cadore prüft deshalb, ob Besucher künftig auch für den Bus vorab einen Platz oder ein Zeitfenster reservieren müssen.
Die Drei Zinnen gehören zu den bekanntesten Bergkulissen der Alpen. Besonders im Sommer ziehen die markanten Felstürme große Mengen an Wanderern und Tagesgästen an. An beliebten Tagen füllen sich nicht nur die Wanderwege, auch an den Verbindungen zur und von der Auronzohütte entstehen lange Warteschlangen.

In Kürze

  • Ein Video zeigt Hunderte Touristen, die auf den Shuttle zu den Drei Zinnen warten.
  • Die Bilder sorgen in Italien erneut für Diskussionen über den Andrang in den Dolomiten.
  • Die Gemeinde Auronzo di Cadore denkt über ein Reservierungssystem für den Bus nach.
  • Für Autos und die Buslinie 444 ab Toblach ist eine Reservierung bereits Pflicht.

Video von langer Warteschlange geht viral

Auf den viel geteilten Aufnahmen ist eine lange Schlange wartender Besucher an der Shuttleverbindung zu den Drei Zinnen zu sehen. Bei früheren Spitzenmomenten sollen in Misurina schätzungsweise rund 300 Menschen gleichzeitig auf den Bus gewartet haben.


Der Andrang entstand trotz zusätzlicher Fahrzeuge. Nach Angaben der Gemeinde werden solche Spitzen vor allem nach mehreren Tagen mit schlechterem Wetter sichtbar. Sobald die Bedingungen besser werden, wollen viele Urlauber gleichzeitig das erste sonnige Zeitfenster nutzen.


Das führt nicht nur zu Warteschlangen an den Bushaltestellen. Auch rund um die Auronzohütte, auf der bekannten Drei-Zinnen-Runde und an Aussichtspunkten wie dem Paternsattel kann es dann besonders voll werden.

Mehr Busse lösen das Problem nicht vollständig

Das Verkehrsunternehmen Dolomiti Bus hat den Fahrplan ab Misurina bereits erweitert. Es gibt einen zusätzlichen frühen Bus, außerdem werden tagsüber mehrere Fahrzeuge zwischen Misurina und der Auronzohütte eingesetzt.


Trotzdem kann die Kapazität in Spitzenzeiten nicht ausreichen. Für diesen Shuttle gibt es aktuell kein festes Zeitfenster. Dadurch können große Gruppen von Wanderern ungefähr gleichzeitig an der Haltestelle eintreffen, etwa am späten Nachmittag nach ihrer Tour.


Die Gemeinde sieht das reine Aufstocken der Busse deshalb nicht als dauerhafte Lösung. Zusätzliche Fahrzeuge können die Wartezeit verkürzen, ändern aber nichts an der großen Zahl von Menschen, die an einem Tag dasselbe Berggebiet besuchen.

Rifugio Auronzo
Rifugio Auronzo

Reservierungssystem für Shuttle wird geprüft

Auronzo di Cadore will deshalb mit Dolomiti Bus besprechen, ob auch für den Shuttle ab Misurina ein Reservierungssystem eingeführt werden soll. Besucher müssten dann vorab einen Sitzplatz oder einen bestimmten Abfahrtszeitraum buchen. So könnte der Zustrom besser über den Tag verteilt werden. Außerdem ließe sich möglicherweise verhindern, dass mehr Menschen hinauffahren, als Busse, Wanderwege und Infrastruktur verkraften.


Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch ist bisher nicht klar, ob es tatsächlich eine tägliche Besucherobergrenze geben wird. Nicola Bombassei, der innerhalb der Gemeinde für den Zugang zum Gebiet zuständig ist, erklärte, dass die Drei Zinnen keine 15.000 Besucher pro Tag bewältigen könnten. Selbst 10.000 Menschen an einem Tag seien zu viel. Frühere Empfehlungen gingen von einer deutlich niedrigeren Zahl von etwa 4.500 bis 5.000 Besuchern pro Tag aus.

Für Autos gilt bereits eine Reservierungspflicht

Der Zugang zur Auronzohütte wurde in den vergangenen Jahren bereits stärker reguliert. Wer mit dem Auto über die Mautstraße zum Parkplatz bei der Hütte fahren möchte, muss vorab online reservieren. Ohne gültige Buchung ist die Auffahrt mit dem Auto nicht möglich.


Auch für die Buslinie 444 ab Toblach ist eine Reservierung Pflicht. Reisende müssen sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt vorab festlegen. Für den Shuttle ab Misurina, bei dem die aktuellen Warteschlangen entstanden sind, gilt diese Pflicht bisher noch nicht. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Verbindungen nicht miteinander zu verwechseln.

Was bedeutet das für Urlauber?

Wer die Drei Zinnen in diesem Sommer besuchen möchte, muss vorerst nicht mit einer neuen allgemeinen Besuchergrenze rechnen. Eine gute Vorbereitung ist aber notwendig. Für den Parkplatz bei der Auronzohütte und den Shuttle ab Toblach musst du vorab reservieren. Wer mit dem Bus ab Misurina reist, kann vor allem an sonnigen Tagen und in den stärksten Sommerwochen mit langen Wartezeiten konfrontiert werden.


Ein früher Start kann helfen, dem größten Andrang zu entgehen. Bedenke aber, dass es später am Tag gerade bei den Bussen zurück nach Misurina voll werden kann. Prüfe deshalb vorher genau, welche Verbindung du nutzt, welche Reservierungsregeln gelten und wann der letzte Bus fährt. Wer mehr Ruhe sucht, besucht das Gebiet am besten außerhalb der Hochsaison oder an einem weniger beliebten Tag. Auch dann bleibt es sinnvoll, die aktuelle Erreichbarkeit vorher zu kontrollieren.

Diskussion über Grenzen des Tourismus wächst

Die Situation bei den Drei Zinnen passt in eine breitere Diskussion über den Andrang an bekannten Orten in den Dolomiten. Auch rund um die Seceda und die Bergpässe in Gröden wird über Reservierungen, Zeitfenster und Verkehrsbeschränkungen gesprochen.

 

Dabei geht es nicht nur darum, Besucher schneller zu transportieren. Gemeinden, Verkehrsunternehmen und Naturschutzorganisationen müssen auch klären, wie viele Menschen empfindliche Berggebiete täglich verkraften können.

 

Das virale Video macht sichtbar, dass die bisherigen Maßnahmen bei den Drei Zinnen die größten Spitzen noch nicht verhindern. Ob ein Reservierungssystem für den Shuttle daran etwas ändern kann, wird sich in der kommenden Zeit zeigen.