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Schon die Römer nutzten sie: Diese Wege führen seit über 2000 Jahren durch die Alpen

Schmaler Wanderweg

Lange bevor Bergwandern ein Hobby wurde, waren die Alpen bereits ein Knotenpunkt der Zivilisationen. Dort, wo heute Fernwanderer mit GPS und leichten Rucksäcken unterwegs sind, zogen einst Kelten, Römer, Händler und Boten mit schweren Lasten oder wichtigen Botschaften über schmale Bergpässe. Ihre Wege bildeten die Grundlage einiger der bekanntesten Alpenrouten von heute. Sieben historische Wege, die zeigen: Die Alpen waren nie eine Barriere, sondern vielmehr eine Verbindung.

Kurz zusammengefasst

  • Die Alpen werden seit Tausenden von Jahren überquert: Zunächst von Hirten und Jägern, später von Kelten und Römern, die bestehende Pfade zu wichtigen Handels- und Militärrouten zwischen Nord- und Südeuropa ausbauten.
  • Bekannte historische Wege wie der Col de Montgenèvre, die Via Claudia Augusta und der Große Sankt-Bernhard-Pass spielten eine zentrale Rolle als Verbindungen für Handel, Heere und Reisende durch das Gebirge.
  • Viele dieser alten Routen sind bis heute sichtbar und teilweise begehbar. Man wandert also auf Wegen, die seit Jahrtausenden genutzt werden und die Alpen eher verbinden als trennen.

Vom Maultierpfad zur Kaiserroute

Schon in der Urgeschichte entstanden schmale Pfade über Bergkämme, ausgetreten von Hufen, Füßen und der Zeit. Die Römer nutzten sie eifrig und taten, was sie am besten konnten: standardisieren, befestigen und beschleunigen. So wurden empfindliche Bergpfade zu strategischen Verbindungen zwischen Nord- und Südeuropa. Viele dieser Routen sind auch heute noch erkennbar und überraschend gut zu begehen.

1. Col de Montgenèvre: einer der ältesten Alpenpässe

Zwischen dem italienischen Val di Susa und dem französischen Briançon liegt der Col de Montgenèvre (1.850 Meter). Wahrscheinlich haben diesen Pass bereits in der frühen Antike Hirten genutzt und später römische Legionen. Im Jahr 120 v. Chr. wurde diese Route Teil der Via Domitia, der Lebensader zwischen Italien und Spanien. Heute wandert man dort durch eine Landschaft, die sich seit Jahrtausenden im Wandel befindet.

Via Claudia Augusta
© Ferienregion Tirolwest / Roman Huber

2. Via Claudia Augusta: die große Nord-Süd-Verbindung

Vielleicht die bekannteste römische Alpenstrecke. Sie verband die Po-Ebene mit Süddeutschland und wurde zur Hauptverbindung zwischen Donau und Mittelmeer. Über den genauen Verlauf streiten HistorikerInnen bis heute, doch ihr Einfluss ist unbestreitbar.

3. Großer-Sankt-Bernhard-Pass: über die Alpen auf 2.500 Metern

Dass Jäger und Hirten dort schon in der Eisenzeit hinübergingen, wirkt fast unvorstellbar. Doch genau das geschah. Die Römer bauten die Route dann weiter zu einem wichtigen Übergang zwischen dem Aostatal und dem Wallis aus. Der Pass wurde Jupiter geweiht und war als Mons Iovis bekannt. Jahrhunderte später folgten Pilger, Kaufleute und schließlich TouristInnen.

4. Via Julia Augusta: die Militärschnellstraße des Augustus

Diese schnurgerade römische Straße begann an der Adriaküste und teilte sich in Richtung Südfrankreich und Kärnten. Sie war auf Geschwindigkeit ausgelegt: Legionen konnten die Alpen in wenigen Tagen überqueren. Heute folgen AutofahrerInnen und RadfahrerInnen noch immer weitgehend derselben Trasse.

Nockberge
© Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement GmbH
Die Landschaft der Nockberge in Kärnten

5. Bernsteinstraße: Handelsroute von Nord nach Süd

Die Bernsteinstraße ist keine einzelne Straße, sondern ein ganzes Netz von Wegen. Diese Route verband die Adria mit der Ostsee und verlief quer durch die südöstlichen Alpen. Ihren Namen verdankt der Weg dem Bernstein, einst ein kostbareres Tauschmittel als Gold. Heute sind Teile dieser Route wunderbare Panorama-Wanderungen durch Slowenien und Kärnten.

6. Splügenpass: Grenze zwischen Nord und Süd

Nördlich des Comer Sees liegt der Splügenpass, ein klassischer Übergang zwischen Italien und der Schweiz. Schon vor den Römern wurde der Pfad genutzt, später ausgebaut und im 19. Jahrhundert neu angelegt. Die Kombination aus rauer Hochgebirgslandschaft und historischer Infrastruktur macht diesen Pass zu einer lebendigen Geschichtsstunde.

7. Via Raetia: der Vorläufer des Brennerpasses

Als Geschwindigkeit wichtiger wurde als Höhe, übernahm die Via Raetia. Über den Brennerpass wurde die Route nach Augsburg zwei bis drei Tage kürzer. Mittelalterliche Kaiser, Reformatoren und Dichter folgten diesem Weg und bis heute ist er der meistbefahrene Alpenübergang.

Miriam

Über Miriam

Für Miriam müssen es keine großen Höhenmeter sein. Abwechslungsreich und gespickt mit schönen Aussichten sind die perfekten Wanderwege für sie und wenn am Ende noch eine schöne Hütte wartet, ist der Tag in den Bergen perfekt.