Für jeden Wanderer dürften die Dolomiten ein Begriff sein. Die markante Gebirgsgruppe ist ein Weltnaturerbe der UNESCO und gilt als eines der beliebtesten Wanderziele der Alpen. Unzählige Touren führen durch die einmalige Landschaft, von der geruhsamen Hüttenwanderung bis zur hoch anspruchsvollen Kletterpartie. Welche Wanderungen sich besonders lohnen? IndenBergen stellt in diesem Artikel die fünf schönsten Wanderwege in den Dolomiten vor.
Kurz zusammengefasst:
- Vorstellung von fünf besonders schönen Wanderwege in den Dolomiten, einer die Region, die mit über 13.000 km Wegen für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade geeignet ist – von einfachen Talwanderungen bis zu anspruchsvollen alpinen Touren.
- Zu den vorgestellten Touren gehören u. a. die Wanderung durch die Langkofelscharte, der Sextner Rundweg für Familien, sowie eine anspruchsvolle Route von der Fischleinbodenhütte zur Dreizinnenhütte und zurück durchs Fischleintal.
- Viele Touren sind mit Panoramablicken auf berühmte Dolomiten-Landschaften und Berghütten verbunden und je nach Route unterschiedliche Anforderungen an Kondition und alpine Erfahrung stellen.
Gröden: Durch die Langkofelscharte
Durch die gewaltige Scharte zwischen Langkofel und Plattkofel wandern: So anspruchsvoll das jetzt erst einmal klingt, diese Route ist auch für den durchschnittlichen Wanderer machbar. Denn es muss nicht alles zu Fuß, mit eigener Muskelkraft erstiegen werden. Wer möchte, beginnt das Abenteuer mit einer Gondelfahrt und spart sich 700 Höhenmeter. Anschließend führt der Weg durch die Scharte hinab zur Langkofelhütte. Besonders beeindruckend: Zwischen den Felsmassiven wird es zum Teil so eng, dass die Sonne den Boden nie erreicht.
- Start: Rifugio Toni Demetz in der Langkofelscharte
- Länge: 8,1 km | Dauer: ca. 4 Stunden | Höhenmeter: 400 hm Aufstieg, 900 hm Abstieg
- Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer
- Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
- Gut zu wissen: Kleiner Tipp an die Autofahrer: Parken am Sellajochhaus, denn das Parken am Lift ist kostenlos.
Prags: Sommerwanderung Pragser Berg
Die etwa 4 km lange asphaltierte Bergstraße führt entlang des Pragser Berges von Schmieden nach St. Veit. Insgesamt knapp 1,5 Stunden verläuft der sonnige Wanderweg durch das Tal mit Blick auf die eindrucksvolle Bergkulisse. Diese Wanderroute ist gut geeignet für die Akklimatisierung zum Beginn des Wanderurlaubs. Da der Weg einer geraden Bergstraße folgt, ist es nicht möglich, sich zu verlaufen. Zu anspruchsvoll für die körperliche Fitness ist die Wanderung nicht, denn insgesamt werden nur 121 Höhenmeter überwunden.
- Start: Schmieden
- Länge: 3,4 km | Dauer: 1,5 Stunden | Höhenmeter: 121 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: je nach Schneelage das ganze Jahr
- Gut zu wissen: Die Angaben des Wegs gelten nur für eine Richtung.
Sexten: Familienwanderung Sextner Rundweg
Für Wanderer, die mit Kindern einen Wanderurlaub machen oder die nur eine Halbtagestour suchen, eignet sich der Sextner Rundweg mit seinen 6,6 km Länge, die gut in 2,5 Stunden zu bewältigen sind. Der Rundweg ermöglicht, das Sextental zu erkunden. Die Route ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil, der entlang der nordöstlichen Talseite verläuft, beschäftigt sich in sieben Stationen mit den historischen Aspekten und Besonderheiten von Sexten. Der zweite Teil des Weges an der Südseite des Tales befasst sich mit naturkundlichen Themen.
- Start: Moos (Sexten)
- Länge: 6,6 km | Dauer: 2,5 Stunden | Höhenmeter: 227 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
- Gut zu wissen: Verlaufen ist unmöglich. Der gesamte Rundweg durch das Sextental ist gut sichtbar mit der Nummer 1 markiert.
Fischleintal: Von der Dreizinnenhütte zur Talschlusshütte
Obwohl anspruchsvoll, wird diese Wanderung als Top-Wanderung in den Dolomiten eingeschätzt. Die 18 km Länge und über 1.000 m Höhenunterschied haben es in sich. Los geht es von der Fischleinbodenhütte auf 1.454 m zur Dreizinnenhütte auf einer Höhe von 2.405 m am Fuß des Paternkofels vor der imposanten Kulisse der Drei Zinnen. Weiter geht es über die Büllelejochhütte zur Talschlusshütte am Ende des Fischleintals mit Blick in die Bergwelt des Drei-Zinnen-Naturparks. Die Wanderung endet, wo sie auch begonnen hat, an der Fischleinbodenhütte. Für diese Wanderung sind eine hervorragende Kondition, gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig.
- Start: Fischleinbodenhütte
- Länge: 18,1 km | Dauer: 7 bis 8 Stunden | Höhenmeter: 1.120 m
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober (je nach Schneelage)
- Gut zu wissen: Neben der Büllelejochhütte sind zwei kleine Top-rope-Klettergärten (3 – 6 UIAA) eingerichtet, Routenlänge ca. 7 m bzw. 40 m, außerdem Bouldermöglichkeiten (bis 7a) und eine kurze Alpintour (8 UIAA, 3 SL).
Seiser Alm: Wanderung um den Plattkofel und Langkofel
Die Wanderung um die Langkofelgruppe erfordert zwar körperliche Ausdauer, aber schwierige Steigungen sind nicht Teil der Route. Insgesamt umfasst der Wanderweg einen Höhenunterschied von 500 m. Die Wanderung startet an der Bergstation des Florianlifts und passiert auch das Felsenlabyrinth der Steinernen Stadt. Wer möchte, kann hier auch die Wanderung unterbrechen und sich dem Klettern an den Felswänden widmen. Der Schwierigkeitsgrad der über 140 Routen reicht von 4 bis 7c. Die meisten liegen bei 4, bzw. 6a und 6b. Wer der Wanderung weiter folgt, kommt wieder zum Startpunkt.
- Start: Bergstation Florianlift
- Länge: 17,6 km | Dauer: 6,5 Stunden | Höhenmeter: 500 m
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
- Gut zu wissen: Die vielen Felsblöcke in der Steinernen Stadt haben alle unterschiedliche Namen und machen die Stadt zu einem der größten Klettergebiete im Land. Es gibt 15 Sektoren bzw. Steinblöcke.
Wandern in den Dolomiten
In den von der UNESCO als Welterbe gelisteten Dolomiten erwarten Wanderer mehr als 13.000 Kilometer Wanderwege. Sowohl für Familien mit Kindern stehen einfachere Wanderwege im Tal mit Blick auf die beeindruckende Bergkulisse zur Verfügung, als auch für ambitionierte BergsteigerInnen gibt es diverse Höhenwege, die mit mehrtägigen Wanderungen und Übernachtungen in Schutzhütten verbunden sind. Beliebte Ziele für Wanderungen sind die Drei Zinnen, der Pragser Wildsee, die Secada und der Rosengarten. Besonders zu empfehlen ist eine Wanderung zu einer Hütte, so lässt sich Wanderspaß und die kulinarischen Köstlichkeiten Südtirols verbinden.
Tipps zum Wandern in den Dolomiten
Die Dolomiten gehören zu den beliebtesten Wanderregionen Europas und bieten eine beeindruckende Kombination aus spektakulären Felsformationen, grünen Almwiesen und gut ausgebauten Wanderwegen. Damit deine Tour sicher und entspannt verläuft, lohnt es sich, einige grundlegende Tipps zur Planung, Ausrüstung und zum Verhalten in den Bergen zu beachten.
- Früh starten: Viele beliebte Ziele (z. B. rund um die Drei Zinnen) werden im Sommer sehr voll. Ein früher Start hilft, Menschenmengen und Gewitter am Nachmittag zu vermeiden.
- Wetter genau prüfen: In den Dolomiten kann das Wetter schnell umschlagen. Prüfe die Prognose für Höhenlagen und plane eine Ausweichroute ein.
- Genug Wasser und Verpflegung mitnehmen: Nicht jede Tour führt regelmäßig an bewirtschafteten Hütten vorbei. Plane ausreichend Wasser ein, besonders bei längeren oder sonnigen Touren.
- Richtige Ausrüstung: Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind wichtig. Zusätzlich empfehlenswert: Regenjacke, Sonnenschutz, Wanderstöcke und eine Karte oder Offline-Navigation.
- Schwierigkeitsgrad realistisch einschätzen: Viele Wege sind technisch einfach, aber durch Höhe und Länge anstrengend. Informiere dich vorab über Distanz, Höhenmeter und Wegbeschaffenheit.
- Hütten als Pausenpunkte nutzen: Berghütten bieten nicht nur Essen und Getränke, sondern oft auch spektakuläre Aussichtspunkte und Informationen zu den umliegenden Wegen.