Was sind Waalwege? Die 5 schönsten in Südtirol stellen wir Ihnen auch gleich vor!

Was sind Waalwege? Die 5 schönsten in Südtirol stellen wir Ihnen auch gleich vor!

15. April 2018

von: Lena in Wissen

Wenn man sich auf Spurensuche begibt, findet man die frühsten Zeugnisse der in Südtirol beheimateten Waalwege noch aus dem 12. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um Kanäle, die zur Bewässerung der Felder angelegt worden sind. Dabei sind die Waale meist nur 50 cm breit und bilden ein breit gefächertes und eng vernetztes Bewässerungssystem. Die Bezeichnung „Waal“ leitet sich vom lateinischen „aqualis“ für Wasserlauf ab. Im 19. Jahrhundert wurden viele historische Waale unter der Erde verlegt und verrohrt, bis sich 1980 eine Initiative bildete, die zur Rettung der Waale aufrief und so den Verlust der alten Anlagen verhindern konnte. Im Vinschgau findet man heute noch 400 Kilometer Waalwege, die feinstes Spaziervergnügen versprechen. IndenBergen stellt Ihnen die 5 schönsten vor.

1. Zaalwal, Vinschgau

Besonders schön an Waalwegen ist, dass sie meist nicht besonders herausfordernd sind, da das Wasser nicht bergan strömen kann. Bergab allemal und so kommen oft auch kurze Tourengeher in den Genuss. Zum Beispiel auf dem sehr alten Zaalwal im Vinschgau. Startpunkt für die einstündige Tour, die man jedoch beliebig verlängern kann, ist Kortsch. Flach geht es hier durch einen abwechslungsreichen Wald, immer entlang des sanft dahinfließenden Waals. Während man sich selbst auf 1.000 Metern befindet, gibt es immer wieder Ausblicke auf die bis zu 3.000 Meter hohe Bergwelt Südtirols. Unter anderem auf die Laaser Spitze und den höchstgelegenen Marmorbruch Europas. Wer weiter wandern will, hängt den 4,5 km langen Ilswaal hintendran.

Wandern entlang Bewässerungskanäle
Sanft und Leise: Wandern auf Waalwegen bedeutet Entspannung © Meraner Land/ ED, Peer

2. Berg- und Leitenwaal, Schluderns

Gespeist werden sie aus einer gemeinsamen Quelle, was früher zu großen Streitigkeiten unter den Landwirten geführt hat. Heute sind sie jeden Schritt wert. Zum einen aufgrund der romantischen Naturkulisse aber auch aufgrund der historischen Bedeutung. Das Ende des Waalwegs liegt in Ganglegg, dort finden sich Siedlungsreste aus der Bronze- und Römerzeit. Bis auf eine Höhe von 1.100 Metern hinauf folgt man dem Berg- und Leitenwaal, der in Schluderns startet. Für den 7,3 Kilometer langen Berg- und Leitenwaal benötigt man ca. 2 Stunden und bewältigt 340 Höhenmeter. Da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt, unbedingt Proviant mitnehmen.

3. Tscharser- und Schnalswaal, Kastelbell

Wer Reinhold Messners Schloss Juval besuchen will, startet am besten im Vinschgauer Kastelbell im Trentino. Dort beginnt nämlich der Tscharser- und Schnalswaalweg, der in 7,2 Kilometern bis zum sehenswerten Mountain Museum führt. Mit 300 Höhenmeter ist dieser Waal ebenfalls etwas anstrengender, belohnt am Ziel aber mit dem Restaurant Schlosswirt. Wer sich unterwegs schon stärken will, kann im Buschenschank Sonnhof einkehren. Die Brettljausen machen die ganze Familie satt. Der Waal stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 12 Jahre lang erbaut. Noch heute trifft man dort eine der letzten Waaler-Hütten im Vinschgau. Hier wird zwei Mal täglich der Wasserlauf kontrolliert.

4. Latschanderwaal, Latsch

Normalerweise beziehen die Waale ihr Wasser aus einem Gletscher, doch der Latschanderwaal ist anders. Er wird aus der Etsch gespeist und führt durch sehr steil angelegte Weinterrassen. 1873 wurde er in den Berg geschnitten und ist damit der letzte seiner Zunft. Ausgangspunkt für die 2-stündige Tour ist Latsch. Während man nur 120 Höhenmeter bewältigt, hat man jederzeit eine grandiose Rundumsicht über Weinberge und das Tal. Stärken kann man sich bei Sieglinde und Georg Ladurner. Die Wein- und Obstbauern bieten hausgemachten Kaiserschmarrn und Krapfen an. Ihren Pfraunhof findet man am Ende des Weges etwas oberhalb des Waals.

9,2 km lang gemütlich wandern
Gemütlich wandern: Der Latschanderwal bietet 9,2 km Vergnügen © Meraner Land/ AT, Peer

5. Algunder Waalweg, Meran

Wer direkt in Meran urlaubt, der findet den schönsten Waalweg vor seiner Nase. Er startet direkt in Meran und führt über den Dächern der Stadt entlang durch Weinberge bis nach Algund. Um es genau zu sagen, beginnt der 2-stündige Algunder Waalweg im Meraner Ortsteil Gratsch, ca. 10 Minuten Fußweg von der Meraner Innenstadt entfernt. Unterwegs gibt es herrliche Aussichtspunkte, von denen man seinen Blick über das Etschtal schweifen lassen kann. Unterwegs lockt ein Stück Toskana mit Zypressen und Ölbäumen, außerdem finden sich zahlreiche urige Gasthäuser, in denen man sich hervorragend stärken kann. Wer will macht noch einen Abstecher zum Schloss Thurnstein.

Selten anstrengend und unglaublich erholsam

Wer auf Waalwegen wandert, kommt nicht unbedingt ins Schwitzen, da die Wege meist relativ flach verlaufen und nicht allzu lang sind. Man erfährt jedoch unglaublich tolle Ausblick und Erholung, da das Plätschern des Wassers einfach nur Ruhe und Kraft spendet. Wer es etwas aktiver mag, nutzt die umliegenden Berge im Etschtal oder der Ortlergruppe. Hier kann man schweißtreibende Aufstiege meistern und klettern. Südtirol hat darüber hinaus noch viele weitere Attraktionen zu bieten und lohnt sich für den einen oder anderen Aktiv-Urlaub.

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