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Schwere Unwetter treffen Salzburg und Tirol: Muren, Evakuierungen und gesperrte Straßen

Bach in den Bergen

Schwere Unwetter haben am Donnerstagabend an mehreren Orten in den österreichischen Bundesländern Salzburg und Tirol große Probleme verursacht. Bäche traten über die Ufer, Schlamm- und Geröllströme gingen ab und Straßen wurden blockiert. Besonders betroffen waren Uttendorf, das Kötschachtal bei Bad Gastein und Teile des Zillertals. Nach bisherigem Stand wurde niemand verletzt. Für Urlauber sind die Folgen lokal aber weiterhin spürbar. In einigen Bergtälern wurden Straßen beschädigt oder müssen Muren erst noch geräumt werden.

In Kürze

  • Schwere Gewitter verursachten am Donnerstagabend an mehreren Orten in Salzburg und Tirol Muren und Überschwemmungen.
  • Im Kötschachtal bei Bad Gastein wurden elf Menschen eingeschlossen; sechs Wanderer wurden per Hubschrauber evakuiert.
  • In Uttendorf flossen Wasser, Schlamm und Steine durch Teile des Ortes, mehrere Gebäude wurden beschädigt.
  • Auch im Zillertal gingen mehrere Muren über Straßen nieder; am Freitagmorgen liefen die Aufräumarbeiten noch.

Wasser und Geröll fließen durch Uttendorf

Einer der am stärksten betroffenen Orte ist Uttendorf im SalzburgerLand. Nach einem heftigen Gewitter trat am Donnerstagabend der Tobersbach über die Ufer. Große Mengen Wasser, Steine, Holz und Schlamm flossen durch Straßen, Höfe und Felder.


Mehrere Gebäude wurden beschädigt, Keller liefen voll Wasser. Auch der Badesee von Uttendorf wurde überschwemmt. Feuerwehrleute, Freiwillige und Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung arbeiteten bis tief in die Nacht daran, Verklausungen im Bach zu lösen und das Wasser wieder in sein ursprüngliches Bett zu leiten. Wie groß der gesamte Schaden ist, wird am Freitag bei Tageslicht genauer sichtbar.


Auch im nahe gelegenen Stuhlfelden kam es zu Problemen. Bei Pirtendorf wurde ein Bach durch Steine und Geröll blockiert, woraufhin das Wasser über die Ufer trat. Mehrere Häuser wurden von Wasser und Schlamm getroffen.

Wanderer per Hubschrauber aus dem Kötschachtal geholt

Auch das Kötschachtal bei Bad Gastein wurde schwer getroffen. Muren und Geröll zerstörten mehrere Brücken und machten Wege unpassierbar. Dadurch saßen elf Menschen bei der Prossauerhütte im hinteren Tal fest. Auch die Stromversorgung in dem Gebiet fiel aus.


Ein Polizeihubschrauber aus Klagenfurt wurde eingesetzt, um die Menschen aus dem abgeschnittenen Tal zu holen. Gegen 20.30 Uhr konnten sechs Wanderer evakuiert werden. Die übrigen fünf Personen waren Mitarbeiter der Berghütte und blieben vorerst vor Ort. Verletzt wurde niemand.


Am Freitagmorgen wird geprüft, wie groß die Schäden an Straßen und Brücken genau sind. Für Wanderer bedeutet das: Das Kötschachtal sollte vorerst nicht wie ein normales Wanderziel betrachtet werden. Die Route Richtung Prossau führt normalerweise über einen gut begehbaren Weg durch das Tal, doch genau dort sind nun Brücken beschädigt und Abschnitte durch Geröll versperrt.

Mehrere Muren im Zillertal

Auch auf der anderen Seite der Berge, in Tirol, sorgte die Kaltfront für Probleme. Besonders im Zillertal gingen mehrere Muren nieder.


Bei Tux rutschte eine Mure auf Höhe der Waldhütte über eine Gemeindestraße. Diese Straße konnte inzwischen geräumt werden und musste am Freitagmorgen nicht länger gesperrt bleiben.


Größer waren die Probleme bei der Marchklamm. Dort ging eine rund 20 Meter breite und bis zu fünf Meter hohe Mure auf die Schlegeisstraße nieder. Ein Autofahrer konnte dadurch nicht mehr zurück ins Tal fahren. Er lief zur Staumauer und konnte von dort mit dem Bus ins Tal gebracht werden. Die Feuerwehr rechnete damit, die Mure im Laufe des Freitags zu räumen. Ein genauer Zeitpunkt, wann die Straße wieder vollständig frei ist, war am Freitagmorgen noch nicht bekannt.


Der Schlegeis-Stausee ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Tagesgäste. Vom Stausee starten unter anderem Touren zum Friesenberghaus und zum Pfitscherjoch. Wer am Freitag in diese Richtung möchte, sollte deshalb zuerst prüfen, ob die Zufahrtsstraße wieder frei ist.

Straße auch bei Brandberg blockiert

In Brandberg, ebenfalls im Zillertal, ging eine weitere Mure im Zillergrund ab. Die Straße Richtung Häusling wurde durch Geröll blockiert. Eine Person, die zunächst durch die Mure eingeschlossen war, konnte abgeholt werden.


Die Feuerwehr Brandberg arbeitete in der Nacht daran, die Straße freizumachen. Eine geplante Kontrolle aus einem Polizeihubschrauber musste am Donnerstag wegen des starken Regens abgebrochen werden. Laut ORF blieben großflächige Überschwemmungen in Tirol trotz der vielen lokalen Vorfälle aus.

Auch Wasserprobleme in Kitzbühel und Innsbruck

Weiter östlich trat bei Gundhabing in Kitzbühel ein Bach über die Ufer. Straßen wurden überspült, mehrere Wohnhäuser und Betriebsgebäude waren von Wasser betroffen. Auch eine Unterführung musste ausgepumpt werden. Radverbindungen in Richtung Reith und Aurach wurden wegen des Wassers vorübergehend gesperrt.


In Innsbruck, Wattens und Kolsass mussten Feuerwehren ebenfalls wegen überfluteter Keller ausrücken. Der Regen war lokal sehr intensiv: In Kitzbühel fielen innerhalb einer Stunde fast 30 Millimeter Niederschlag, in Innsbruck waren es gut 28 Millimeter.

Was bedeutet das für Urlauber?

Das Unwetter hat kein komplettes Reisegebiet abgeschnitten, lokal können die Folgen aber erheblich sein. Vor allem in engen Bergtälern gibt es oft nur eine Zufahrtsstraße. Schon eine einzelne Mure kann deshalb ausreichen, um ein Wandergebiet oder eine Unterkunft vorübergehend unerreichbar zu machen.


Wer am Freitag in Salzburg oder Tirol unterwegs ist, sollte vorab die aktuellen Straßen- und Wanderinformationen prüfen. Gehe nicht an Absperrungen vorbei und betrete keine betroffenen Bachläufe oder Murenbereiche. Auch nachdem sich das Wetter gebessert hat, können Hänge instabil bleiben und weiteres Geröll nachrutschen.


Nach bisherigem Stand vom Freitagmorgen wurden bei den verschiedenen Vorfällen keine Menschen verletzt. An mehreren Orten dauern die Aufräumarbeiten jedoch noch an.