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Zwei Wanderer gerettet, nachdem sie sich aufgrund einer von ChatGPT erstellten Route verirrt hatten

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Zwei junge Frauen wurden vergangene Woche völlig erschöpft in den französischen Pyrenäen aufgefunden. Sie hatten sich verirrt, nachdem sie einer Wanderroute gefolgt waren, die von ChatGPT erstellt worden war. Die Karte wirkte zuverlässig, stimmte laut einem Ranger des Nationalparks jedoch in nahezu keinem einzigen Punkt. Der Vorfall ereignete sich oberhalb von Cauterets im Marcadau-Tal. Bergprofis warnen, dass sie in einiger Zeit immer häufiger mit solchen Situationen konfrontiert werden.

Kurz zusammengefasst:

  • Zwei Wanderer verirrten sich bei Cauterets, nachdem sie einer von ChatGPT erstellten Route gefolgt waren.
  • Die KI platzierte unter anderem den bekannten Lac de Gaube an der falschen Stelle und gab für eine Wanderung weniger als zwei Stunden Gehzeit an, obwohl diese in Wirklichkeit mehr als zehn Stunden dauert.
  • Ein Ranger berichtet, dass er seit Beginn des Sommers bereits rund dreißig verirrte Wanderer aufgrund fehlerhafter Karten angetroffen hat.
  • Die beiden Frauen suchten den Lac d'Estom, befanden sich jedoch in einem völlig anderen Tal.

Zwei Täler vom Kurs abgekommen

Am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr traf Julien Vignasse, Mitarbeiter des Nationalparks der Pyrenäen, die beiden Frauen in den Höhen oberhalb von Cauterets im Département Hautes-Pyrénées an. Sie waren erschöpft und machten sich große Sorgen darüber, wo sie sich befanden.

 

Die Wanderer fragten ihn, wo sich der Lac d'Estom befinde. Zu ihrer Überraschung erklärte ihnen Vignasse, dass sie sich überhaupt nicht im Tal des Lac d'Estom, sondern im benachbarten Marcadau-Tal befanden. Die Frauen konnten nicht verstehen, wie das möglich sein konnte. Schließlich hatten sie die Karte befolgt, die sie auf ihrem Smartphone gespeichert hatten.

„Nichts daran stimmte“

Als Vignasse die Karte auf ihrem Smartphone betrachtete, erkannte er sofort, dass zahlreiche Fehler enthalten waren. Nach Angaben der Frauen war die Route von ChatGPT erstellt worden. „Nichts daran stimmte, alles war falsch“, erklärte der Ranger gegenüber französischen Medien. Dennoch wirkte die Karte seiner Aussage nach überzeugend und sah einer echten Wanderkarte täuschend ähnlich.

 

So gab die KI beispielsweise an, dass die Wanderung zwischen zwei Berghütten weniger als zwei Stunden dauern würde, obwohl dieselbe Strecke in Wirklichkeit mehr als zehn Stunden in Anspruch nimmt. Außerdem war der bekannte Lac de Gaube an einer falschen Position eingezeichnet.

Bereits dreißig verirrte Wanderer in diesem Sommer

Laut Vignasse handelt es sich bei diesem Vorfall keineswegs um einen Einzelfall. Seit Beginn des Sommers habe er nach eigenen Angaben bereits etwa dreißig verirrte Wanderer in diesem Teil der Pyrenäen angetroffen.

 

Nicht alle nutzten eine von einer KI erstellte Karte. Einige Wanderer vertrauten auf Routen, die ungeprüft aus dem Internet übernommen worden waren. In allen Fällen führten unzuverlässige Routeninformationen zu Problemen in den Bergen. Schließlich zeigte der Ranger den beiden Frauen den richtigen Weg, sodass sie ihre Wanderung sicher fortsetzen konnten.

Warum fehlerhafte Routeninformationen gefährlich sein können

Obwohl dieser Vorfall glimpflich ausging, warnt Vignasse vor den möglichen Folgen fehlerhafter Karten. Angenommen, ein Wanderer verstaucht sich unterwegs den Knöchel und ruft die Bergrettung mit der Angabe, er befinde sich am Lac d'Estom, obwohl der tatsächliche Standort mehrere Kilometer entfernt in einem anderen Tal liegt. In diesem Fall beginnen die Rettungskräfte an der falschen Stelle mit der Suche, wodurch wertvolle Zeit verloren geht. Gerade im Hochgebirge können solche Irrtümer schwerwiegende Folgen haben.

Vertraue KI nicht blind

KI-Tools wie ChatGPT können hilfreich sein, um Informationen zu sammeln oder eine Wanderung vorzubereiten. Von KI generierte Karten und Routen sind jedoch kein Ersatz für offizielle Wanderkarten oder zuverlässige Navigations-Apps.

 

Wenn du in den Pyrenäen oder einem anderen Gebirge wandern gehst, solltest du deine Route deshalb immer mit einer offiziellen Karte, einer vertrauenswürdigen Wander-App oder den aktuellen Informationen des örtlichen Tourismusbüros abgleichen. Gerade im Hochgebirge können falsche Entfernungsangaben, fehlerhafte Ortsangaben oder unrealistische Gehzeiten schnell zu gefährlichen Situationen führen.