Das höchste Gebirge Norddeutschlands trumpft nicht nur mit dem 1.141 m hohen Brocken. Neben den Bergen gibt es im Harz auch viel Wasser, wie beispielsweise die Ilsefälle, den Radau-Wasserfall und die Flüsse Innerste, Oker und Boder. Kein Wunder also, dass hier ein Nationalpark, ein Naturpark und nicht zu vergessen die Oberharzer Teiche, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, zu finden sind. WanderliebhaberInnen entdecken in dieser wildromantischen Region bizarre Felsformationen, Hochmoore, eindrucksvolle Täler und eine Art Mini-Grand-Canyon. Eine spannende Mischung, die für BeginnerInnen, aber auch für anspruchsvolle Wanderer attraktiv ist. Wir stellen dir die fünf schönsten Wanderungen im Harz vor.
Kurz zusammengefasst
- Der Harz bietet eine außergewöhnlich vielfältige Wanderlandschaft mit Brocken, Wasserfällen, Hochmooren, Felsformationen, Tälern und geschützten Naturgebieten und ist dabei gleichermaßen geeignet für AnfängerInnen und anspruchsvolle Wanderer.
- Der Heinrich-Heine-Weg von Ilsenburg zum Brocken ist eine anspruchsvolle 11-km-Rundtour mit 896 Höhenmetern, Ilsefällen und Ausblicken auf die Eckertalsperre.
- Durch das Bodetal ab Thale führt eine 10 km lange, mittelschwere Wanderung durch ein spektakuläres, canyonartiges Tal mit steilen Felswänden und artenreicher Natur.
- Weitere Empfehlungen sind die anspruchsvolle Nationalpark-Tour ab Bad Harzburg, der leichtere Baudensteigrundweg bei Sieber sowie der 93 km lange Harzer Hexenstieg, der sich gut in Etappen erwandern lässt.
Ilsenburg: Über den Heinrich-Heine-Weg zum Brocken
Diese Wanderroute für anspruchsvolle Wanderer folgt den Spuren eines der bekanntesten deutschen Dichter überhaupt: Heinrich Heine. Dieser besuchte den Harz 1824 und soll diese Wanderung zum Brocken selbst unternommen haben. Die Rundwanderung beginnt in Ilsenburg und folgt dem Gebirgsbach Ilse. Auf Waldwegen geht es zu den eindrücklichen Ilsefällen. Diese haben schon Heine beeindruckt. Weshalb hier ein Heinrich-Heine-Denkmal errichtet wurde. Auf dem ehemaligen Harzer Grenzweg geht es dann zu einem weiteren Höhepunkt: Der Bismarckklippe und dem Kleinen Brocken (1.019 m). Von dort aus genießt man einen atemberaubenden Blick auf die Eckertalsperre und das nördliche Harzland. Nach einem strengen Aufstieg ist der Gipfel erreicht. Am besten eine erholsame Pause einlegen, denn der Abstieg ist auch nicht ohne.
- Start: Ilsenburg
- Länge: 11 km | Dauer: 3 h | Höhenmeter: 896 m
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Beste Jahreszeit: April bis September
- Gut zu wissen: Eine gute Kondition erfordernde Rundwanderung auf teilweise felsigen Wald- und Wurzelwegen
Thale: Wanderung durch das Bodetal
Es gehört zu den spektakulärsten Tälern des Harzes: Das Bodetal. Mit seinen schroffen Felswänden, dem engen Flussbett und dem Hexentanzplatz auf den Gipfeln erinnert das Tal an einen Mini-Grand-Canyon. Der Höhepunkt für erprobte Wanderer ist deshalb auch die Tour durch dieses eindrückliche Tal. Auf dem Weg sind etliche Höhenmeter zu überwinden, so sehr hat sich der Fluss über die Jahrtausende in die Felsen gegraben. Die Route führt durch eine Landschaft, die mit seltenen Tier- und Pflanzenarten auftrumpfen kann, auch weil das Bodetal zwischen Thale und Treseburg seit 1937 unter Naturschutz steht. Alles in allem ein Naturerlebnis der besonderen Art, das die Anstrengung wert ist.
- Start: Thale
- Länge: 10 km | Dauer: 3 h | Höhenmeter: 700 m
- Schwierigkeitsgrad: Mittel
- Beste Jahreszeit: April bis November
- Gut zu wissen: Meist fehlen auf den Wegweisern Angaben zur Entfernung oder der Wanderzeit
Bad Harzburg: Wandertour durch den Nationalpark Harz
Diese landschaftlich reizvolle, aber anspruchsvolle Wandertour im Nationalpark Harz führt erfahrene Wanderer zum Torfhaus-Gipfel. Auf der ersten Hälfte der Route wandert man auf dem Philosophenweg. Dabei passiert man den Gabbo-Steinbruch, der wegen seiner Mineralvielfalt bekannt ist, den Radau-Wasserfall, eine Schwefelquelle und die Basteborn-Quelle. Eine Pause beim idyllischen Radau-Wasserfall bietet sich an. Beim Torfhaus angelangt, eröffnet sich dem Bergliebhaber dann ein herrliches Panorama auf die umliegenden Wälder und den Brocken. Weiter geht es zur Eckertalsperre. Und auch hier wird der Wanderlustige mit fantastischen Aussichten belohnt. Ein kleiner Gang auf der Sperrmauer sollte man hier keinesfalls verpassen.
- Start: Parkplatz an der Burgberg-Seilbahn
- Länge: 23 km | Dauer: 6,5 h | Höhenmeter: 646 m
- Schwierigkeitsgrad: schwer
- Beste Jahreszeit: April bis November
- Gut zu wissen: Einkehrmöglichkeit bei der Gaststätte Molkenhaus
Sieber: Wandern auf dem Baudensteigrundweg Nr. 4
Es gibt sie, die Genusswanderungen. Auch wenn böse Zungen behaupten, dass dies nichts für „richtige“ Wanderer ist. Dieser beliebte Rundwanderweg im Harz ist ideal für AnfängerInnen oder für solche, die auch eine entspannte Tour zu schätzen wissen. Was nicht heißen mag, dass bei dieser Wanderung nicht geschwitzt wird. In Sieber geht es zuerst nach oben. Beim Großen Knollen (Aussichtsturm) wird man bereits großzügig belohnt: Das Panorama erstreckt sich über den Harz bis nach Thüringen. Beim Abstieg durch die wunderschönen Buchenwälder geht es ins Siebertal. Und da wartet das Paradies: wunderschöne Natur und eine nette Gaststätte, um sich zu stärken.
- Start: Parkparkplatz am Tiefenbeek in Sieber
- Länge: 11,3 km | Dauer: 4 h | Höhenmeter: 520 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: April bis Oktober
- Gut zu wissen: Unbedingt den Aussichtsturm besteigen, die Aussicht ist jede Treppe wert
Osterode: Auf dem Hexenstieg quer durch den Harz
Den Harz von West nach Ost zu durchqueren? Das geht mit dem Hexenstieg. Weil er so lang ist, lohnt es sich, die Wanderroute in Etappen zu erkunden. Die Wanderung verläuft von Osterode über Buntenbock und den Brocken (1.142 m) bis nach Königshütte und endet schließlich in Thale. Dabei gibt es ab der Königshütte zwei Varianten. Eine führt über Rübeland, die andere über Hasselfelde. Wer nicht die ganze Strecke gehen will, entscheidet sich für Teilstrecken. Eine interessante Variante ist die 10 Kilometer lange Wanderung durch die Bodetalschlucht. Wer sich den Höhepunkt des Weges nicht entgehen lassen will, den Brocken, der nimmt einfach für den direkten Aufstieg.
- Start: Osterode
- Länge: 93 km | Dauer: flexibel | Höhenmeter: 700 m
- Schwierigkeitsgrad: k.A.
- Beste Jahreszeit: Herbst
- Gut zu wissen: Teilstrecken sind immer möglich
Sommerurlaub im Harz
Ein Sommerurlaub im Harz verbindet Naturerlebnis, Geschichte und Erholung auf einzigartige Weise. Dichte Wälder, geheimnisvolle Moore und aussichtsreiche Wanderwege – etwa hinauf zum Brocken – machen die Region zu einem Paradies für Outdoor-Fans. Romantische Fachwerkstädtchen wie Wernigerode oder Quedlinburg laden zum Bummeln ein, während klare Bergseen und historische Bergwerke für Abwechslung sorgen. Ob Wandern, Radfahren oder einfach die Seele baumeln lassen – der Harz zeigt sich im Sommer von seiner schönsten Seite.
Tipps zum Wandern im Harz
Der Harz ist ein Paradies für alle, die gerne draußen unterwegs sind. Dichte Wälder, geheimnisvolle Hochmoore, rauschende Wasserfälle und eindrucksvolle Felsformationen machen jede Wanderung zu einem besonderen Erlebnis. Ob gemütliche Genusswanderung oder anspruchsvolle Tour auf den Brocken, mit der richtigen Vorbereitung lässt sich die wildromantische Landschaft in vollen Zügen genießen.
- Die richtige Route wählen: Im Harz gibt es Wanderwege für jedes Niveau. AnfängerInnen starten am besten mit kürzeren Rundwegen, während erfahrene Wanderer anspruchsvolle Touren durch das Bodetal oder hinauf zum Brocken in Angriff nehmen können.
- Wetter im Blick behalten: Das Wetter im Harz kann sich schnell verändern. Besonders in den höheren Lagen sollte man auch im Sommer warme Kleidung, eine Regenjacke und einen zusätzlichen Pullover dabeihaben.
- Festes Schuhwerk tragen: Viele Wege führen über Wurzeln, felsige Abschnitte und unebene Waldpfade. Wasserdichte Wanderschuhe mit gutem Profil sorgen für sicheren Halt, besonders nach Regentagen.
- Ausreichend Verpflegung einpacken: Nicht auf jeder Strecke gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Wasser und kleine Snacks gehören deshalb in jeden Rucksack. Bei längeren Touren sollte man die Lage der Hütten und Gaststätten vorher prüfen.
- Markierungen beachten: Die Wanderwege sind meist gut ausgeschildert, doch an manchen Stellen fehlen Angaben zu Entfernung oder Gehzeit. Eine Wanderkarte oder eine passende GPS-App kann daher sehr hilfreich sein.
- Natur respektieren: Der Harz beheimatet seltene Pflanzen und Tiere. Bleibe auf den markierten Wegen, nimm den eigenen Müll wieder mit und verhalte dich in Naturschutzgebieten besonders rücksichtsvoll.
- Pausen einplanen: Gerade bei Touren mit vielen Höhenmetern sollte man sich nicht zu viel vornehmen. Eine Pause an einem Wasserfall, Aussichtspunkt oder auf einer Hütte gibt neue Kraft und macht die Wanderung noch schöner.
- Frühzeitig starten: Beliebte Ziele wie der Brocken oder das Bodetal können vor allem an Wochenenden gut besucht sein. Wer früh losgeht, genießt die Wege oft ruhiger und hat mehr Zeit für die schönsten Aussichtspunkte.