Externsteine: Stonehenge Deutschlands im Teutoburger Wald

Externsteine: Stonehenge Deutschlands im Teutoburger Wald

28. November 2017

von: Sarah in Regionen

Externsteine im Teutoburger Wald oder einfach die Stonehenge Deutschlands? Die markante Felsformation, die mitten in der Natur mit einer mystisch anmutenden Ausstrahlung steht und jedes Jahr zahlreiche Besuche aus aller Welt und esoterische Gruppen für die Walpurgisnacht anzieht, wirft genauso viele Fragen auf wie das Bauwerk in England. Die Felsen im Westen des Landes im Kreis Lippe sind eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Deutschlands, obwohl ihre Bedeutung immer noch nicht genau geklärt ist. IndenBergen stellt vor, was es über die Externsteine zu wissen gibt, erklärt die Felsformationen und mögliche Bedeutungen.

Die Externsteine: Eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Deutschlands

Im Westen Deutschlands zwischen Bielefeld und Paderborn im Tal der Wiembecke liegen die markanten, bis zu 40 m hoch aufragenden Felsformationen der Externsteine. Die Felsen können teilweise von Wanderern über steile Treppe erklommen werden. Jährlich besuchen rund eine halbe Millionen Menschen die Externsteine, die zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern Deutschlands zählen. Besonderer Besuchermagnet sind die Aussichtsplattform mit der Treppenanlage aus dem 19. Jahrhundert, die mittelalterliche Grottenanlage und das Kreuzabnahmerelief, das von mittelalterlichen Steinmetzen in die Felsen geschlagen wurde. Es werden auch Führungen vom Infozentrum angeboten.

Blick auf Externsteine
Felsformationen, die Besucher aus aller Welt anlocken: Externsteine. © Sarah Tektas

Kreuzabnahmerelief: Eine mittelalterliche, sakrale Stätte inmitten der Externsteine

In der rätselhaften Anlage der Externsteine sind Besucher besonders begeistert von dem monumentalen Kreuzabnahmerelief, der dahinterliegenden künstlichen Grotte, dem Seiteneingang zur Kuppelgrotte mit den Resten der Petrusskulptur, dem offenen Felsengrab in einer Rundbogennische und der Höhenkammer mit Altarnische. Das Alter und die ursprüngliche Funktion der Anlagen sind bis heute umstritten. Vermutungen sind, dass ein heidnisches Heiligtum in eine christliche Stätte umgewandelt wurde oder dass die Externsteine in keltischer oder germanischer Zeit ein Heiligtum gewesen sind. Ebenso wird geglaubt, dass es sich um die im Hochmittelalter nachgebildeten heiligen Stätten Jerusalems mit dem Grab Christi, der Kreuzauffindungsgrotte und dem Felsen Golgotha handelt.

Die Externsteine werden durch esoterische Gruppen genutzt

Die Externsteine werden von zahlreichen esoterischen Gruppen als Kraftort verstanden, der über außergewöhnliche spirituelle Charakteristiken verfügt. Zum Ersten Mai, zur Walpurgisnacht und Sommersonnenwende finden auf dem Gelände der Externsteine und auf der sogenannten Feenwiese festivalartige Feierlichkeiten statt, mit den deutschlandweit größten, organisierten Treffen vieler Gruppen und Einzelpersonen aus dem esoterischen Spektrum. Allerdings wurden die spirituellen Treffen in den vergangenen Jahren immer mehr zu Großveranstaltungen, sodass mittlerweile der Konsum von Alkohol, Lagerfeuer und das Zelten verboten sind.

Blick auf Sandstein
Was hat es wohl mit dem Kraftort im Westen Deutschlands auf sich? © Sarah Tektas

Externsteine für Wanderer

Wem die Besteigung der Externsteine als sportliche Herausforderung noch nicht gereicht hat, dem stehen ausgehend von zwei Stationen im Informationszentrum zu den Themen „Entstehung der Externsteine“ und „Tier und Pflanzenwelt des Naturschutzgebietes Externsteine“ noch drei GPS-Naturerlebnispfade durch das gesamte Naturschutzgebiet zur Verfügung. Dies sind die Schliepstein-Route (1,4 Km), die Bärenstein-Route (2,5 Km) und die Knickenhagen-Route (2,5 Km). Auf dem 2,5 km langen Pfad Knickenhagen finden Wanderer fünf interaktive Stationen, um auf ganz unterschiedliche Art und Weise die Natur zu erleben. Die GPS-Naturerlebispfade können einzeln oder auch in Kombination erwandert werden.

Blick auf Felsen mit Brücke
Spektakulärer Weg: Von Fels zu Fels bei den Externsteinen. © pixabay

Gut zu wissen

Wer die Externsteine bei Nacht besteigen und dabei deren ganz spezielle mysteriöse Ausstrahlung erleben möchte, kann das durchaus tun. Tagsüber muss für den Aufgang zu den Felsen zwar Eintritt bezahlt werden, nachts allerdings nicht. Außerhalb der Öffnungszeiten ist einer dieser Felsen jedoch kostenfrei und vollständig zugänglich.

Öffnungszeiten und Führungen

Die Besteigung der Externsteine ist von 01. April bis 29. Oktober von 10.00 bis 18.00 Uhr und vom 30. Oktober bis 05. November von 10.00 bis 16.00 Uhr möglich. Witterungsbedingte Änderungen sind vorbehalten, da die Externsteine bei Schnee und Glätte nicht bestiegen werden können. Besucher können auch an einer Führung teilnehmen. So finden Führung mit Besichtigung der Grotte statt ebenso wie thematische Führungen zu den christlichen Spuren. Zum Angebot gehören aber auch Gesundheitswanderungen, Nachtwanderungen und Wanderungen zur Magie der Externsteine. Die Wanderungen umfassen verschiedene Distanzen und Schwierigkeitsniveaus.

Tickets und Fahrpreise

Für Erwachsene, die die Externsteine besteigen möchten, kostet der Eintritt 2 Euro, für Kinder bis 14 Jahre 1 Euro. Es ist auch möglich, ein Kombinationsticket für die Externsteine und das nahegelegene Hermannsdenkmal zu erwerben. Dies kostet für Erwachsene 4 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 1,50 Euro. In den Wintermonaten werden keine Kombi-Tickets angeboten, da bei Schnee und Glätte die Besteigung der Externsteine nicht möglich ist. Wanderer, die an einer thematischen Führung teilnehmen möchten, bezahlen insgesamt 6 Euro.

Weitere Informationen zur Region

Die Anreise ist zwar auch mit dem Auto möglich, aber wer zu den Externsteinen wandern will, erreicht diese von Norden über den Hermannsweg und von Süden über den Eggeweg, der Teil des Europäischen Fernwanderwegs E1 ist. Insgesamt gibt es ein Netz von fast 10 km langen Wanderwegen in der Region, wo Wanderer die Natur des Teutoburger Waldes erleben. Wanderer, die noch mehr besichtigen möchten, wählen den Wanderweg A4 hoch zur legendären Falkenburg. Auf den Wanderparkplätzen Bärenstein und am Sportplatz ist das Parken kostenlos.

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