Fränkische Alb, Frankenjura, Fränkische Jura, Frankenalb: Das bayerische Mittelgebirge ist unter vielen Namen bekannt und eine der abwechslungsreichsten Wanderregionen Bayerns: Hier treffen Jurafelsen, Burgruinen, Tropfsteinhöhlen, Seen und aussichtsreiche Höhenzüge aufeinander. Besonders lohnend sind Touren am Hesselberg, auf den Moritzberg, zur Vogelinsel im Altmühlsee, rund um Streitberg und zur Burg Hohenstein. Damit Urlauber bei der großen Auswahl nicht den Überblick verlieren, stellt IndenBergen die schönsten Wanderwege in der Fränkischen Alb vor.
In Kürze
- Die Fränkische Alb eignet sich für kurze Genusstouren, Familienwanderungen und aussichtsreiche Halbtagesrouten.
- Besonders vielseitig ist die Runde bei Streitberg mit Binghöhle, Streitburg und Burgruine Neideck.
- Familien und alle, die barrierearm unterwegs sein möchten, finden an der Vogelinsel im Altmühlsee eine sehr gute Option.
- Öffnungszeiten von Höhlen, Burgen und Aussichtstürmen sollten vorab geprüft werden, da sie saisonal variieren.
1. Hesselberg: Genusswanderung um den höchsten Berg Mittelfrankens
Der Hesselberg ist mit 689,4 Metern die höchste Erhebung Mittelfrankens. Wer die Aussicht von mehreren Seiten genießen möchten, wählt den Hesselberg-Pfad. Mit rund 100 Höhenmetern bergauf und bergab ist er auch für weniger konditionsstarke Wanderer gut machbar. Der Rundweg führt auf einer Strecke von 4,8 Kilometern an den schönsten Aussichtspunkten vorbei. Bei besonders klaren Wetterverhältnissen sind vom Gipfel aus sogar die Alpen zu sehen. Für Wissensdurstige gibt es am Wegesrand zudem spannende Informationen zur geologischen Entstehung und zur Natur rund um den Hesselberg. Genusswanderer und Familien sollten für die Strecke etwa die doppelte Zeit einplanen.
- Start: Hesselberg-Haus
- Länge: 4,8 km| Dauer: 1,5 Stunden | Höhenmeter: 138 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
- Beste Jahreszeit: April bis Oktober
- Gut zu wissen: Bei gutem Wetter sind die Alpen vom Hesselberg aus zu sehen.
2. Moritzberg: Nürnberger Hausberg mit Aussichtsturm und Einkehr
Der Moritzberg östlich von Nürnberg ist ein Klassiker im Nürnberger Land und aufgrund seiner markanten Erscheinung schon von Weitem zu sehen. Aus Diepersdorf östlich von Nürnberg führen die roten Markierungen zuerst durch einen dichten Kiefernwald, dann über freie Felder und schließlich vorbei an alten Laubbäumen bis zum markanten Gipfelbereich mit Kapelle und Aussichtsturm. Nach dem Aufstieg lohnt sich eine Einkehr im Berggasthof Moritzberg. Wer nicht denselben Weg zurücklaufen möchte, folgt bergab den grünen Markierungen rechts vom Aussichtsturm.
- Start: Diepersdorf
- Länge: 11,6 km| Dauer: 3 Stunden | Höhenmeter: 260 m
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Beste Jahreszeit: ganzjährig möglich, besonders schön von März bis November
- Gut zu wissen: Der Aussichtsturm ist in den Sommermonaten jeden Sonntag geöffnet und begehbar.
3. Vogelinsel am Altmühlsee: leichte Wanderung für Familien
Ein Ausflugstipp für die ganze Familie ist die Wanderung zur Vogelschutzinsel im Altmühlsee. Von Gunzenhausen verläuft die Wanderung zuerst am rechten Ufer des Altmühlsees im Fränkischen Seenland. Am gegenüberliegenden Ufer führt ein Weg, der auch mit Kinderwagen und Rollstuhl befahrbar ist, auf den zugänglichen Teil der Insel des Vogelschutzgebiets. Zahlreiche Tafeln informieren über Flora, Fauna und geschützte Arten. Für einen besseren Blick auf das Naturschutzgebiet erklimmen Wanderer die hölzerne Aussichtsplattform. Die Wanderung kann an dieser Stelle über den gleichen Weg zum Ausgangspunkt zurückführen, oder durch einen Abstecher nach Muhr am See erweitert werden. In dem kleinen Dorf stehen die Überreste eines Wasserschlosses aus dem 12. Jahrhundert. An der Vogelschutzinsel im Altmühlsee gibt es einiges zu entdecken.
- Start: Gunzenhausen am Altmühlsee
- Länge: 9,5 km| Dauer: 2,5 Stunden | Höhenmeter: 38 m
- Schwierigkeitsgrad: leicht
- Beste Jahreszeit: April bis Oktober
- Gut zu wissen: Badesachen nicht vergessen. Führungen werden von Mitte März bis Mitte Oktober angeboten.
4. Streitberg: Zwischen Tropfsteinen und Burgruinen
Der Ort Streitberg ist ein Eldorado für Wanderliebhaber. Nordwestlich liegt die Binghöhle. Der Besuch der eindrucksvollen Tropfsteinhöhle, die seit 1906 besichtigt werden kann, lohnt nicht nur zur Abkühlung an heißen Sommertagen. Anschließend führt der Weg nach Streitberg zurück und dann rechts in Richtung Ruine Streitburg. Von der ehemaligen Adelsfestung aus haben Wanderer einen guten Blick auf eines der Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz, die Burgruine Neideck. Der Turm der ehemaligen Burg aus dem 12. Jahrhundert liegt auf der gegenüberliegenden Seite von Streitberg und ist das letzte Ziel der Rundwanderung. Das beliebte Fotomotiv ist nicht nur von unten beeindruckend. Von der Turmspitze aus erleben Ausflugsgäste einen Ausblick der Extraklasse.
- Start: Dorfplatz Streitberg
- Länge: 9,2 km| Dauer: 3,5 Stunden | Höhenmeter: 390 m
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Beste Jahreszeit: April bis Oktober
- Gut zu wissen: Die beste Aussicht der Region haben Wanderer vom Turm der Ruine Neideck.
5. Burg Hohenstein: aussichtsreiche Tour in der Hersbrucker Alb
Die Burg Hohenstein, die über dem urigen Örtchen Kirchensittenbach thront, steht dort bereits seit dem 11. Jahrhundert. Erreichbar ist die alte Festung über einen rund 10 Kilometer langen Wanderweg von Kirchensittenbach aus. Die rund 400 Höhenmeter, die während des Aufstiegs zurückgelegt werden, haben es allerdings in sich. Doch die Mühe lohnt sich. Schließlich gilt die Festung als einer der besten Aussichtspunkte. Wer anschließend noch Zeit hat, sollte sich unbedingt in Kirchensittenbach umsehen. Besonders interessant ist eine Besichtigung der romanisch-gotischen Bartholomäuskirche.
- Start: Kirchensittenbach
- Länge: 10,8 km| Dauer: 3,5 Stunden | Höhenmeter: 379 m
- Schwierigkeitsgrad: mittel
- Beste Jahreszeit: April bis Oktober
- Gut zu wissen: Plane genug Zeit für Burgbesichtigung und Aussichtspause ein.
Wissenswertes zur Fränkischen Alb
Das Wanderparadies in Bayern hält weit über 1.000 verschiedene Wanderwege bereit. Hinzu kommen Weitwanderwege und Pilgerpfade. Doch nicht nur durch die verschiedenen Routen, sondern vor allem durch die wechselnde Landschaft kommt beim Urlaub in der Fränkischen Alb keine Langeweile auf. Der stetige Wechsel zwischen Laub- und Mischwäldern, weiten Feldern und markanten Felstürmen lässt den Ausflug in die Frankenjura zur Entdeckungstour werden. Im Hochsommer spenden zudem zahlreiche Höhlen Schatten, während Badesseen und Flüsse zum Abkühlen einladen. Bei Höhlen, Burgen, Aussichtstürmen und Einkehrmöglichkeiten gilt: Öffnungszeiten vorab prüfen. Viele Angebote sind saisonal, wetterabhängig oder nur an bestimmten Wochentagen geöffnet. Für Naturschutzgebiete wie die Vogelinsel am Altmühlsee gilt außerdem: auf den markierten Wegen bleiben, Tiere nicht füttern und Hunde anleinen.
Auch sonst gibt es in Bayern einiges zu sehen und zu entdecken >>