Die 5 schönsten Wanderungen im Estergebirge

Die 5 schönsten Wanderungen im Estergebirge

10. November 2018

von: Lena in Regionen

Im Estergebirge nördlich von Garmisch-Partenkirchen finden Wanderer unzählige, tolle Routen. Dabei gilt es die wilde Einsamkeit des Gebietes in den bayerischen Voralpen erst zu entdecken. Das ganze Massiv zwischen Loisach- und Isartal liegt im Dornröschenschlaf und wartet darauf, erkundet zu werden. Karst bestimmt im Estergebirge auf der Westseite die Landschaft, im Osten fällt es mit flachen Geländeformen Richtung Walchensee und Krün ab. Vor lauter Wald ist der Einstieg ins Gebirge nicht leicht zu finden. Zu viele Klammen versperren scheinbar den Weg. Zum Glück gibt es die Seilbahn von Garmisch aus, die ins atemberaubende Panorama führt. IndenBergen hat 5 Wanderungen zusammengestellt, die das Estergebirge von seiner schönsten Seite zeigt.

1. Kuhfluchtfälle – leichte Wanderung mit Wasserfällen

Los geht es in Farchant, parken kann man dort in der Bahnhofstrasse, in der auch die Runde startet. Nachdem man die Loisach überquert hat, sollte man den Weg rechts zum Parkplatz am Warmfreibad wählen. So gelangt man nämlich über einen Walderlebnispfad in den Kuhfluchtgraben zu den unteren Wasserfällen. Hier spritzt es gewaltig. Wer die Brücke quert und sich auf dem steilen Weg aufwärts quält, folgt dem Schluchtrand immer weiter bis zu einem grandiosen Aussichtspunkt. Dort hat man die Kuhfluchtfälle dann schon im Blick. Zu Fuß sind es jedoch weitere 40 Minuten, bis man direkt an der wasserspeienden Felswand steht. Mit rund 5 Kilometern ist das die perfekte Einstiegstour ins Estergebirge.

  • Start: Farchant
  • Länge: 5 km Dauer: 2 h | Höhenmeter: 270 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beste Jahreszeit: Mai bis November
  • Gut zu wissen: Es kann rutschig werden

2. Auf die Hohe Kiste – mittelschwere Wanderung auf den Gipfel

Das Gipfelkreuz auf der Hohen Kiste hat eine Besonderheit – wenn man oben steht, ist man fast immer alleine. Denn der Gipfel mit dem witzigen Namen ist nicht besonders bekannt oder beliebt und das zu Unrecht. Vielleicht hält der 7-stündige, schwere Aufstieg einige davon ab, hochzuwandern, vielleicht ist der Berg einfach zu unbekannt. Fest steht: es lohnt sich. Gestartet wird am Parkplatz in Eschenlohe. Zunächst geht es über eine Forststraße, bald auf dem Hahnbichlsteig nach oben. Man muss trittsicher sein, denn die Kehren sind steil. Auf der Pustertal-Jagdhütte kann man zum ersten Mal pausieren. Danach hat man genug Kraft durch schrofes Gestein über den Wallgauer Steig und den steilen Gipfelsteig bis ganz nach oben zu wandern.

  • Start: Eschenlohe
  • Länge: 16 km Dauer: 7 h | Höhenmeter: 1.250 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
  • Gut zu wissen: Einsame Tour

3. Über den Predigtstuhl – mittelschwere Wanderung mit toller Landschaft

Alte Pfade sorgen bei dieser Überschreitung des Estergebirges dafür, dass man fast alleine unterwegs ist. Gestartet wird in Eschenlohe, der Weg führt dann hinauf ins Pustertal. Ein sehr wenig begangener Steig zum Möselgrat führt ab der Pustertal-Jagdhütte zu einem fast vergessenen Steig. Der Grat führt ohne Markierungen aber doch sicher hinauf auf den Predigtstuhl. Im Abstieg passiert man den Wildsee, der eine Besonderheit darstellt. Im ansonsten sehr karstreichen Estergebirge, welches für seine unterirdischen Karsthöhlen bekannt ist, ist der Wildsee das einzige Gewässer. Kurz vor Wallgau kommt dann mit dem Panoramaweg ein weiteres Highlight. Mit der Aussicht bis zum Karwendel und der Wettersteigkamm beendet man die Runde in Wallgau.

  • Start: Eschenlohe
  • Länge: 18,3 km Dauer: 6 h | Höhenmeter: 1.104 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Beste Jahreszeit: Mai bis November
  • Gut zu wissen: Wallgau ist der Heimatort von Magdalena Neuner

4. Auf den Schafkopf – leichte Wanderung, ganzjährig begehbar

Wer auf der Südseite zum Schafkopf aufsteigt, hat den Vorteil, dass er die Tour fast das ganze Jahr über machen kann. Bereits vom Startpunkt Farchant aus sieht man den Gipfel des 1.380 Meter hohen Schafkopfs. Durch das flache Loisachtal am Fuß des Berges geht es über gute Wege und Steige langsam bergauf. Unterhalb des Gipfels liegt eine ausgesetzte Stelle, doch schon kurze Zeit später wird man ganz oben mit Bänken zum Ausruhen belohnt. An dieser Stelle kann man ganz alleine auch ein großartiges Picknick machen. Besonders der Abstieg über die Reschbergwiesen lohnt sich. Die geringe Höhe des Schafberg macht ihn zu einer leichten Tour, die man auch am An- oder Abreisetag noch locker schafft. In nur 4,5 Stunden ist man wieder am Ausgangspunkt angekommen.

  • Start: Farchant
  • Länge: 14 km Dauer: 4,5 h | Höhenmeter: 730 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Beste Jahreszeit: bei guter Witterung ganzjährig
  • Gut zu wissen: Leichte Tour, die ganzjährig begehbar ist

5. Von Wank nach Krün – schwere Tour über die Weilheimer Hütte

Zum Schluss des Wanderurlaubs im Estergebirge wartet noch eine anspruchsvolle Tagestour auf Aktive. Es geht über die Weilheimer Hütte vom Startpunkt Wank aus nach Krün. Das sind 23 Kilometer mit mehr als 780 Höhenmeter im Auf- und 1.680 Höhenmeter im Abstieg. Ganze 9 Stunden ist man unterwegs, wenn man die Tour an einem Tag geht. Mit Übernachtung auf der Weilheimer Hütte wird es entspannter. Unterwegs locken tolle Aussichtspunkte, abwechslungsreiche Kammrouten sowie ein tolles Karstplateau. Die Esterbergalm, die unterwegs liegt, ist weithin bekannt für den vorzüglichen Kaiserschmarrn und Fleischgerichte aus eigener Schlachtung. Auf dem Abstieg sollte man die Finzbachklamm nicht verpassen, die sehr sehenswert ist.

  • Start: Wank
  • Länge: 23 km Dauer: 9 h | Höhenmeter: 782 m
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
  • Gut zu wissen: Als Zweitagestour mit Übernachtung möglich

Weiterführende Informationen zum Estergebirge

Durch die Nähe zu München ist das Estergebirge auch optimal mit dem Zug zu erreichen. Wer die Bahn nach Mittenwald nimmt, kann in Farchant, Eschenlohe oder Garmisch aussteigen und direkt loslaufen. Während das Vieh im Juni auf die Hochweiden getrieben wird, ist Hochsaison im Estergebirge. Das noch nicht viele Aktive das kleine Wandergebiet entdeckt haben, ist ein Segen, denn so bekommt man fast immer eine Unterkunft und kann spontan loswandern. Toll schläft es sich im Berggasthof Panorama oder im Sommer am Campingplatz am Tennsee. Überzeugend sind auch die drei Badeseen: Grubsee, Barmsee und Geroldsee. Als Moorseen sind sie nur zu Fuß oder mit dem Rad zugänglich und versprechen enorme Abkühlung in den heißen Monaten.

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