5 Klettersteige für Fortgeschrittene in der Schweiz

5 Klettersteige für Fortgeschrittene in der Schweiz

2. November 2018

von: Lena in Regionen

Auch in der Schweiz gibt es wunderschöne Klettersteige für fortgeschrittene Ferratisten. Dabei haben sich die Eidgenossen dem Thema Klettersteig lange verwehrt. Sie wollten den echten Bergsteigern die Wand nicht mit Eisenstiften und Leitern verunstalten. Erst 1993 entstand der erste richtige Klettersteig in den Schweizer Alpen. Mittlerweile gibt es unzählige leichte, mittelschwere und sportliche Klettersteige in unserem Nachbarland. Dabei überzeugen diese vor allem mit viel echtem Felskontakt und Hochgebirge. Wer sich an die etwas schwierigeren Steige traut, die IndenBergen für Sie zusammengestellt hat, der sollte sicher mit Klettersteigset, Helm und Karabinern umgehen können.

1. Braunwalder Klettersteig – spannend und pfiffig

Weil er Kletter- und Landschaftsgenuss optimal verbindet, zählt der Braunwalder Klettersteig längst zu den Klassikern in der Schweiz. Die Route selbst besteht dabei aus drei Abschnitten, die in 4,5 Stunden bewältigt werden können. Dazu startet man an der Bergstation des Gumen-Sessel-Gondellifts bei Braunwal im Kanton Glarus. Die Eidgenossen bezeichnen ihn als einen der schönsten Bergwege, mit herrlichen Aussichten über das Glarnerland und bis zum schneeweißen Tödi. Gemeistert werden müssen senkrechte Aufstiege, ein Kamin, eine 10-Meter-Wandstufe sowie eine 16 Meter lange Seilbrücke. Alle Abschnitte sind bestens gesichert. Im Abstieg wartet dann das Highlight, eine lange, senkrechte Strickleiter.

2. Bergsee-Klettersteig – neu und gelungen

Wer diesen relativ neuen Klettersteig im Urner Granit bei Göschenen bewältigen will, dem steht zunächst ein zweistündiger Aufstieg mit 800 Höhenmeter zur Bergseehütte bevor. Bereits auf dem Zustieg gibt es prächtige Bilder der Granitwelt, die Schauplatz für eine grandiose Via Ferrata bildet. Wer will, kühlt sich im Bergsee auf 2.341 Meter Höhe ab, bevor er in die Wand steigt. Recht steil geht es dann in die Wand, Felsaufschwünge warten direkt am Anfang. Dann folgt mit dem „Krokodil“ das Herzstück der Tour, ein steiler, aber dennoch leicht zu bewältigender Turm. Direkt danach locken Dreiseilbrücke und Gratbuckel. Insgesamt sollte man Power für 5 Stunden Gehzeit haben.

3. Graustock-Klettersteig – alpine Ferrata

Wer ins Schweizer Klettersteig-Mekka nach Engelberg fährt, hat gleich sechs tolle Eisenrouten zur Auswahl. Wer sich den 2.662 Meter hohen Graustock vornimmt, ist insgesamt 4 Stunden unterwegs. Auf dem aus Granit bestehenden Südostgrat geht es mit vielen Steilaufschwüngen hinauf. Zunächst aber sollte man die Seilbahn an der Liftstation Jochpass nehmen. Die soliden Sicherungen und die gute Ausschilderung hilft, den Weg entspannt und mit viel Zeit für Ausblicke zu nutzen. Dabei steht nicht zu sehr das sportliche im Vordergrund, eher der alpine Charakter macht die Tour aus. Es gibt reichlich Geröll, einige ungesicherte Passagen und etwas dünnere Luft. Aus diesem Grund sollte der Steig nur von erfahrenen Ferratisten begangen werden.

4. Via Ferrata die Tre Signori – sportlich und steil

Die Sopraceneri ist Kletterern gut bekannt, denn dort finden sich mehr als 1.000 Routen im griffig-harten Granit. Aber erst seit 2014 gibt es dort auch einen Klettersteig. Der Tre Signori ist mit viel Eisen ausgestattet und in insgesamt drei Stunden zu bewältigen. Dabei startet man am besten an der Bergstation der Seilbahn Monte Carasso. Wer es mit der Gondel hinauf geschafft hat, folgt den Schildern Richtung Capanna Albagno. Es gibt unzählige Steilpassagen, die aber durch Klammern etwas entschärft sind. Die Ferrata bewegt sich die ganze Zeit auf einem schmalen, steilen Grat. Wer dann noch nicht genug hat, traut sich an die Via difficile, einen äußerst anspruchsvollen Sportklettersteig.

5. Tierbergli-Klettersteig – rau und interessant

Wieder hoch hinauf geht es am Tierbergli. Der Gipfel, mit 2.749 Metern schon recht alpin gelegen, kann hier aber auch mit etwas Ausdauer und Geschick bestiegen werden. Dazu startet man am Parkplatz Umpol bei Meiringen. In 4,5 Stunden geht es hinauf und wieder hinunter, dazwischen warten grandiose landschaftliche Bilder auf den Kletterer. Zunächst führt es sanft und leicht steigend nach oben, doch das täuscht, denn kurz hinter dem Start wartet die schwierige Schlüsselstelle. Die leicht überhängende Wandpartie kann jedoch mit viel Ruhe ebenso begangen werden, wie der Rest der Tour. Der beständige Blick auf den Gletscher und die fabelhafte Einkehr in der Tierberglihütte machen die Tour perfekt.

Weiterführende Informationen zur Schwierigkeitsskala von Klettersteigen

Je nachdem an welcher Skala man sich orientiert, können Klettersteige in Stufen eingeteilt werden. Die sehr bekannte Hüsler-Skala reicht von K1 bis K7 – dabei ist 1 das leichteste. Alle in diesem Artikel vorgestellten Klettersteige sind im Bereich K3 anzuordnen, oft mit ganz kurzen Stellen K 4. Geht man nach der Schall-Skala, gibt es die Bereiche A bis F. Wer sich daran orientiert, darf die oben genannten Via Ferrata bei B/C und C einordnen. Ab K5 und D beginnen die richtigen Sportklettersteige, für die man oftmals nochmal anderes Schuhwerk und sehr viel Erfahrung benötigt. Es lohnt sich, zunächst mit leichten Routen zu beginnen und sich langsam zu steigern.

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