Dass sich die Berge hervorragend für einen sportlichen Sommerurlaub eignen, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch nicht nur die Berge selbst bieten zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten, auch die wunderschönen Bergseen laden dazu ein. Wassersportfans kommen dort dank angenehmer Wassertemperaturen im Sommer voll auf ihre Kosten. Wer einmal etwas anderes als Schwimmen ausprobieren möchte, kann in den Alpen wunderbar Stand-up-Paddling, kurz SUP, ausprobieren. Doch was genau ist SUP eigentlich und wo kann man es am besten ausüben? In dieser Übersicht findest du acht Bergseen, die sich tatsächlich zum Stand-up-Paddling eignen, mit Informationen zu Schwierigkeitsgrad, Verleihmöglichkeiten, Besucherandrang, Wind und örtlichen Vorschriften.
Kurz zusammengefasst
- Der frühe Morgen ist auf vielen Alpenseen die ruhigste Zeit zum Stand-up-Paddeln.
- Molveno, der Klopeiner See und der Heiterwanger See sind für AnfängerInnen geeignet.
- Informiere dich immer über die örtlichen Vorschriften: Auf dem Bohinj-See gelten festgelegte Einstiegsstellen und eine Genehmigungspflicht.
Was ist Stand-up-Paddling?
Stand-up-Paddling klingt erstmalspannend, aber was genau verbirgt sich dahinter? Obwohl dieser Sport immer beliebter wird, auch in Deutschland, ist SUP für viele noch relativ unbekannt. SUP steht für Stand Up Paddling. Wie der Name bereits verrät, bewegt man sich dabei stehend auf einem speziellen Board fort, das einem Surfbrett ähnelt. Mit einem Paddel gleitet man über Seen oder das Meer, wobei das Paddeln auf dem Meer durch die Wellen deutlich anspruchsvoller ist.
Bei dieser Wassersportart sind Gleichgewicht, Koordination und ein gleichmäßiger Paddelrhythmus besonders wichtig. Während eines Sommerurlaubs in den Bergen verbindet Stand-up-Paddling Sport und Entspannung auf ideale Weise. Es ist nicht nur ein effektives Ganzkörpertraining, sondern auch besonders erholsam, da man auf kristallklarem Wasser zwischen beeindruckenden Berggipfeln unterwegs ist. Wir haben einige der schönsten Reiseziele zum Stand-up-Paddling in den Bergen für dich zusammengestellt.
Darauf solltest du beim Stand-up-Paddling auf einem Bergsee achten
Ein Bergsee kann vom Ufer aus ruhig wirken, während weiter draußen Wind, Wellengang oder Schiffsverkehr für schwierige Bedingungen sorgen.
Achte vor dem Start auf jeden Fall auf:
- die aktuelle Windstärke und Windrichtung;
- die Wassertemperatur, nicht nur die Außentemperatur;
- lokale Fahrregeln und Sperrzonen;
- die Lage sicherer Ein- und Ausstiegsstellen;
- Ausflugsboote, Segelboote und andere schnelle Wasserfahrzeuge.
Trage vorzugsweise eine Schwimm- oder Rettungsweste und nimm ein aufgeladenes Handy in einer wasserdichten Hülle mit. Befahre große oder unbekannte Seen am besten in Begleitung. Windstärke 3 oder 4 auf der Beaufort-Skala kann auf einem SUP-Board bereits ziemlich anspruchsvoll sein.
Paddel zu Beginn deiner Tour vorzugsweise gegen den Wind. So vermeidest du, dass du erst auf dem Rückweg feststellst, wie viel Kraft Gegenwind kostet.
1. Gardasee – Trentino, Italien
Italien bietet einige der schönsten Bergseen für einen Sommerurlaub. Besonders beliebt bei UrlauberInnen und gleichzeitig ideal für Wassersport ist der Gardasee. Seine große Wasserfläche sorgt für perfekte Bedingungen zum Stand-up-Paddling.
Wer noch wenig Erfahrung mit SUP hat, sollte am besten am Morgen aufs Wasser gehen. Dann ist der See meist noch ruhig. Am Nachmittag setzt regelmäßig der Ora-Wind ein, wodurch die Bedingungen anspruchsvoller, oder für geübte Paddler noch spannender, werden. Paddle entlang der Ufer und entdecke die beeindruckenden Schluchten und kleinen Buchten des Gardasees.
Tipp: In den Sommermonaten hast du die Möglichkeit, beim Sup Club Riva del Garda jeden Mittwochabend gemeinsam mit anderen TeilnehmerInnen eine halbstündige SUP-Tour zu unternehmen.
- Geeignet für: PaddlerInnen mit etwas Erfahrung und AnfängerInnen unter Anleitung.
- Beste Zeit: während des vor Ort empfohlenen ruhigen Zeitfensters, in der Regel früh am Tag.
- Vor Ort: In der Umgebung von Riva del Garda und Torbole gibt es Verleiher, Schulen und Routen unterschiedlicher Länge. Auf den offiziellen Routen ist eine Schwimmweste vorgeschrieben.
2. Achensee – Tirol, Österreich
Stand-up-Paddling auf dem größten See Tirols, dem Achensee, ist ein besonderes Erlebnis. Unter strahlendem Sonnenschein gleitest du über das türkisblaue Wasser und genießt die beeindruckende Bergkulisse. Für SUP-Fans gibt es verschiedene Touren, von kurzen Strecken über wenige Kilometer bis hin zu einer rund 20 Kilometer langen Route, die einmal über den gesamten See führt.
Diese längere Tour startet in Buchau. Mit Rückenwind paddelst du entlang des malerischen Ufers. Empfehlenswert ist es, früh am Morgen zu starten und die Strecke nur dann zu wählen, wenn du bereits etwas Erfahrung im Stand-up-Paddling hast.
- Geeignet für: AnfängerInnen, Familien und erfahrene SUP-Fans, die eine längere Tour unternehmen möchten.
- Beste Zeit: früh am Tag, bevor Wind und Schiffsverkehr zunehmen.
- Vor Ort: mehrere Verleihstationen, Kurse und geführte Morgentouren.
3. Heiterwanger See und Plansee – Tirol, Österreich
Der Heiterwanger See und der Plansee liegen nordwestlich der Zugspitze und sind durch einen schmalen Kanal miteinander verbunden. So kannst du während einer einzigen SUP-Tour zwei verschiedene Seen erkunden.
Der offizielle SUP-Standort am Heiterwanger See vermietet in der Regel von Mai bis September Boards und organisiert auch geführte Touren. Wer über ausreichend Erfahrung und Kondition verfügt, kann durch den Verbindungskanal zum größeren Plansee paddeln.
Die Bergwände liegen hier dicht am Wasser, und es gibt weniger bebaute Ufer als an den großen italienischen und französischen Seen. Das Wasser bleibt jedoch ein Bergsee: Selbst an einem warmen Tag kann ein Sturz ins Wasser kalt sein.
- Geeignet für: AnfängerInnen am Heiterwanger See und Fortgeschrittene, die beide Seen kombinieren.
- Beste Zeit: morgens oder am frühen Abend bei wenig Wind.
- Vor Ort: Verleih, Kurse und geführte Touren am Heiterwanger See und am Plansee.
4. Klopeiner See – Kärnten, Österreich
Mit Wassertemperaturen von bis zu 28 Grad zählt der Klopeiner See zu den wärmsten Seen Österreichs. Seine sonnige Lage im Süden macht ihn zu einem idealen Ort, um das SUP-Board auszupacken oder vor Ort auszuleihen.
Am Klopeiner See werden sowohl SUP-Kurse als auch geführte Touren angeboten. Wer die Aktiv Card Südkärnten besitzt, kann dort sogar kostenlos Stand-up-Paddling ausprobieren. Die Karte erhältst du ohne zusätzliche Kosten, wenn du in einer der teilnehmenden Unterkünfte übernachtest.
- Geeignet für: AnfängerInnen, Familien und Freizeit-SUP-Fans.
- Beste Zeit: früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
- Vor Ort: Strandbäder, Wassersportmöglichkeiten und ein größtenteils zugängliches Ufer.
5. Lac d’Annecy – Haute-Savoie, Frankreich
Am Fuße der französischen Alpen liegt der wunderschöne Lac d’Annecy. Das Wasser des Sees gilt als außergewöhnlich sauber, da der See aus Gletscherschmelzwasser gespeist wird.
Um Stand-up-Paddling auszuprobieren, kannst du bei Ncy Sup einen Kurs buchen. Die Organisation vermietet nicht nur Boards, sondern bietet auch ein abwechslungsreiches Programm. So werden unter anderem SUP-Yoga, Wettkämpfe sowie Grillabende und Spiele für die ganze Familie organisiert.
- Geeignet für: alle Niveaus, je nach gewähltem Ufer und Route.
- Beste Zeit: früh am Morgen, vor allem in der Hochsaison.
- Vor Ort: viele Verleiher, Kurse und geführte Aktivitäten.
6. Molvenosee – Trentino, Italien
Auf 850 Metern Höhe, umgeben von den beeindruckenden Brenta-Dolomiten, liegt der italienische Molvenosee. Er zählt zu den schönsten Seen Norditaliens und bietet zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten auf dem Wasser.
Neben idyllischen Buchten begeistert der See mit seinem kristallklaren Wasser. Sowohl AnfängerInnen als auch erfahrene Stand-up-PaddlerInnen finden dort ideale Bedingungen. Wer seine Technik verbessern möchte, kann individuelle SUP-Kurse buchen und das Paddeln Schritt für Schritt erlernen.
Selbst wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, gibt es am Molvenosee geschützte Bereiche, die sich hervorragend eignen, um das Stand-up-Paddling zu üben.
- Geeignet für: AnfängerInnen, Familien und Freizeit-SUP-Fans.
- Beste Zeit: morgens, bevor an den Stränden und im Erholungsgebiet mehr los wird.
- Vor Ort: SUP-Verleih am Lido, inklusive Paddel und Schwimmweste.
7. Der Bohinjer See – Julische Alpen, Slowenien
Der Bohinjer See liegt innerhalb des Naturschutzgebiets des Triglav-Nationalparks. Er ist weniger bebaut als der nahegelegene Bleder See und wird von bewaldeten Berghängen und den höheren Gipfeln der Julischen Alpen umgeben.
Stand-up-Paddling ist erlaubt, es gelten jedoch klare Regeln. Das Betreten des Sees ist nur an ausgewiesenen Ein- und Ausstiegsstellen gestattet. Für ein SUP-Board ist eine Fahrgenehmigung erforderlich. In der Schwimmzone bis zu 100 Meter vom Ufer entfernt darf nicht gefahren werden, es sei denn, man bewegt sich direkt von oder zu einer offiziellen Einstiegsstelle.
Eine Tagesgenehmigung kostet laut den aktuellen Informationen vor Ort 2,- € pro Wasserfahrzeug. Das System dient dem Schutz der empfindlichen Ufer und der Regulierung der Nutzung des Sees.
- Geeignet für: NaturliebhaberInnen und SUP-Fans, die sich an feste Regeln halten.
- Beste Zeit: früh am Morgen, wenn das Wasser oft ruhiger ist.
- Vor Ort: ausgewiesene Einstiegsstellen, Verleih und ein obligatorisches Genehmigungssystem.
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8. Silvaplanersee – Engadin, Schweiz
Der Silvaplanersee liegt auf einer Höhe von etwa 1.800 Metern im Engadin. Am Morgen kann das Wasser sehr ruhig sein, und die umliegenden Berge spiegeln sich im See wider. Gegen Mittag ändern sich die Bedingungen meist schnell.
Dann kommt der bekannte Maloja-Wind auf. Dieser thermische Wind kann eine Stärke von vier bis fünf Beaufort erreichen und macht den See bei Windsurfern und Kitesurfern beliebt. Für Freizeit-SUP-Fans ist das genau der richtige Zeitpunkt, um das Wasser zu verlassen.
Beim Surfzentrum in Silvaplana können SUP-Boards gemietet und Kurse belegt werden. Aufgrund der Höhenlage ist das Wasser auch im Sommer kühl. Zieh dich daher entsprechend der Wassertemperatur an und nicht ausschließlich nach der Temperatur am Ufer.
- Geeignet für: AnfängerInnen in den ruhigen Morgenstunden und erfahrene WassersportlerInnen, die die Bedingungen gut einschätzen können.
- Beste Zeit: früh am Morgen, lange bevor der Maloja-Wind aufkommt.
- Vor Ort: SUP-Verleih und Kurse im Surfzentrum.
Wann ist die beste Zeit zum Stand-up-Paddling in den Alpen?
Die meisten Verleihstationen sind in den Sommermonaten geöffnet. An tiefer gelegenen Seen wie dem Gardasee, dem See von Annecy und dem Klopeiner See beginnt die Wassersportsaison in der Regel früher als an hochgelegenen Seen. Juli und August bieten meist die wärmsten Bedingungen, sind aber auch am stärksten frequentiert. Juni und September sind oft ruhiger.
Erkundige dich außerhalb der Hochsaison jedoch vorab, ob Verleiher und Strandbäder geöffnet sind. Die Tageszeit ist mindestens genauso wichtig wie der Monat. Auf vielen Seen entsteht im Laufe des Tages ein thermischer Wind. Ein früher Start bedeutet in der Regel ruhigeres Wasser, weniger Bootsverkehr und mehr Platz an den Einstiegsstellen.
Für wen eignet sich Stand-up-Paddling auf einem Bergsee?
Auf einem breiten Board und bei ruhigem Wasser können die meisten Menschen die Grundlagen schnell erlernen. Man muss allerdings schwimmen können und selbstständig wieder auf das Board klettern können. Für Familien und AnfängerInnen sind der Klopeiner See, der Molvenosee und der Heiterwanger See eine gute Wahl. Der nördliche Gardasee und der Silvaplana-See erfordern mehr Kenntnisse über Wind und wechselnde Bedingungen. Buche im Zweifelsfall einen kurzen Kurs. Ein Lehrer oder eine Lehrerin bringen dir nicht nur das Stehen und Steuern bei, sondern erklären dir auch, welche Bereiche des Sees sicher und zum Paddeln zugelassen sind.