Die Hitze hat sich fest in den Alpen eingenistet und legt in den kommenden Tagen noch eine Schippe drauf. Sowohl in Österreich als auch in der Schweiz färben sich die Warnkarten orange und rot. Mit erwarteten Temperaturen von bis zu 37 °C in Österreich und einem anhaltenden Risiko für heftige Wärmegewitter ist eine gute Vorbereitung für Bergwanderer jetzt unerlässlich.
Kurz zusammengefasst
- Extreme Hitze im Anmarsch: lokal bis zu 37 °C in den österreichischen Tälern.
- Alarmstufe Rot für Teile der Schweiz, darunter das Wallis.
- Hohe Wahrscheinlichkeit für lokale, aber heftige Wärmegewitter am Nachmittag und Abend.
- Rat an BergliebhaberInnen: Pläne anpassen, sehr früh aufbrechen und ausreichend trinken.
Schweiz: Alarmstufe Rot im Wallis
Wer sich derzeit im Schweizer Wallis (rund um Orte wie Sion, Conthey und Fully) aufhält, muss sich auf extreme Hitze einstellen. MeteoSchweiz hat für diese Region die zweithöchste Warnstufe (Stufe 4: Grosse Gefahr) ausgerufen. Diese Warnung gilt bis mindestens Samstagabend, den 27. Juni.
Tropennächte
In Gebieten unter 600 Metern Höhe klettert das Thermometer hier täglich auf 34 °C bis 36 °C. Auch die Nächte bieten kaum Abkühlung: Bei Tiefstwerten zwischen 18 °C und 24 °C sprechen wir von schwülen Tropennächten. Die Behörden raten dringend, körperliche Anstrengungen in den heißesten Stunden des Tages zu vermeiden und mindestens 1,5 Liter pro Tag zu trinken (bei Touren in die Berge natürlich entsprechend mehr!).
Österreich: Temperaturen steigen rasant
Auch in Österreich dominiert ein starkes Hochdruckgebiet und sorgt für hochsommerliche, fast mediterrane Bedingungen. Fast das gesamte Land ist auf den Warnkarten wegen der Hitze und drohender Gewitter gelb oder orange eingefärbt. Die Temperaturen in den Tälern steigen in den kommenden Tagen Schritt für Schritt weiter an, mit dem Freitag als absolutem Höhepunkt.
Heute (Dienstag) liegen die Werte bei einer Mischung aus Sonne und Quellwolken bereits zwischen 28 °C und 34 °C, lokal mit Gewittern. Am Mittwoch legt die Hitze noch etwas zu (29 °C bis 35 °C), und an einem strahlend blauen Donnerstag klettern die Werte auf 31 °C bis 36 °C. Am Freitag, den 26. Juni, erreicht die Hitzewelle ihren vorläufigen Höhepunkt: Bei strahlendem Sonnenschein wird es extrem heiß mit Höchstwerten von 32 °C bis zu satten 37 °C.
Abkühlung in den Bergen?
In größeren Höhen ist es zum Glück etwas angenehmer, aber auch dort ist es außergewöhnlich warm. Auf 2.000 Metern Höhe liegt die Temperatur in Österreich in den kommenden Tagen zwischen 17 °C und 19 °C. Das klingt angenehm, aber auf einem windstillen, sonnenüberfluteten Hang ohne Schatten fühlt sich das schnell brütend heiß an.
Gewittergefahr bleibt bestehen
Bei diesen hohen Temperaturen gibt es in den Bergen fast immer ein großes Risiko: Wärmegewitter. Durch die starke Erwärmung der Erde entstehen im Laufe des Tages mächtige Quellwolken über den Gipfeln. Sowohl in Österreich als auch in der Schweiz steigt am Nachmittag und Abend die Gefahr von lokalen, aber kräftigen Gewittern. Diese gehen teils mit Hagel und starken Sturmböen einher.
Angepasste Tipps: So bist du sicher in den Bergen unterwegs
Eine normalerweise einfache Wanderung wird bei dieser Hitze zu einer großen Belastung für den Körper. Nimm die Wetterwarnungen ernst und passe dein Verhalten an:
- Bei Sonnenaufgang starten: Das ist derzeit die goldene Regel. Sorge dafür, dass du den anstrengendsten Teil deiner Tour (den Aufstieg) hinter dir hast, bevor die Sonne gegen 11.00 Uhr richtig Kraft entwickelt.
- Dem Gewitter zuvorkommen: Wer früh startet und früh zurück ist, entgeht nicht nur der größten Hitze, sondern ist auch schon wieder vom Berg, bevor sich die Nachmittagsgewitter entladen.
- Viel mehr Wasser mitnehmen: Die empfohlenen 1,5 Liter am Tag sind für Wanderer viel zu wenig. Rechne mit mindestens 2 bis 3 Litern pro Person auf einer Tour und fülle deine Flaschen auf, wo immer es möglich ist.
- Die Höhe oder den Wald suchen: Vermeide lange Touren durch tief gelegene, sonnige Täler. Wähle Routen, die größtenteils durch den Wald führen, oder nimm die Bergbahn für eine Wanderung über 2.000 Metern (aber Vorsicht vor der UV-Strahlung!).
- Das Radar ständig prüfen: Bergwetter ist tückisch. Checke kurz vor dem Start und während der Wanderung die neuesten Radarbilder und Wettervorhersagen in einer lokalen Wetter-App (wie MeteoSwiss in der Schweiz oder ZAMG/GeoSphere in Österreich).
Bleib vernünftig, höre auf deinen Körper und passe deine Pläne der Natur an!