Bei Scheffau am Wilden Kaiser werden die Löscharbeiten nach einem Waldbrand am Mittwochmorgen fortgesetzt. Nachdem das Feuer am Dienstagabend eingedämmt werden konnte, suchen Feuerwehrleute nun nach den letzten Glutnestern im Waldboden. Bis zu 60 Einsatzkräfte und zwei Löschhubschrauber sind erneut in dem steilen und schwer zugänglichen Gelände im Einsatz. Der Brand erfasste eine Waldfläche von rund 8.000 Quadratmetern. Das ist deutlich mehr als die erste Schätzung von etwa 1.000 Quadratmetern. Während der Nacht breitete sich das Feuer nicht weiter aus, und die Feuerwehr bezeichnet die Lage inzwischen als übersichtlich.
Kurz zusammengefasst
- Bei Scheffau am Wilden Kaiser brach am Dienstagnachmittag ein Waldbrand aus.
- Der Brand erfasste mit rund 8.000 m² eine deutlich größere Fläche als zunächst angenommen.
- Während der Nacht breitete sich das Feuer nicht weiter aus.
- Am Mittwochmorgen suchten Feuerwehrleute nach Glutnestern im Waldboden.
Rauch in steilem Waldgebiet entdeckt
Der Waldbrand brach am Dienstagnachmittag, dem 28. Juli, im Gaisbachtal bei Scheffau im Bezirk Kufstein aus. Mehrere ZeugInnen bemerkten Rauch, der aus einem steilen, felsigen und bewaldeten Gebiet aufstieg, und alarmierten die Einsatzkräfte. Die Ursache des Brandes war am Mittwochmorgen noch nicht bekannt.
Aufgrund des unwegsamen Geländes konnten gewöhnliche Feuerwehrfahrzeuge den Brandherd nicht erreichen. Deshalb mussten die Einsatzkräfte zu Fuß in das Gebiet gelangen und wurden zusätzlich aus der Luft unterstützt.
Die anhaltende Trockenheit begünstigte am Dienstag die Ausbreitung der Flammen durch die Vegetation. Besonders Schwelbrände im Waldboden erschwerten die Löscharbeiten erheblich.
Großeinsatz aus der Luft und am Boden
Auf dem Höhepunkt des Einsatzes waren am Dienstag rund 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Acht Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Kufstein sowie die Betriebsfeuerwehr von Novartis wurden unter anderem von der Bergrettung, der Polizei und dem Roten Kreuz unterstützt.
Drei Hubschrauber warfen aus der Luft Löschwasser über dem Brandgebiet ab. Das Wasser wurde aus dem nahe gelegenen Hintersteiner See entnommen. Die Löscharbeiten aus der Luft wurden bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt.
Das bloße Abwerfen von Wasser reicht bei einem Bodenbrand jedoch nicht aus. Die Feuerwehr muss den Waldboden aufhacken und umgraben, um glimmende Wurzeln, Äste und Humusschichten freizulegen. Erst danach können die verborgenen Brandherde vollständig abgekühlt werden.
Brand breitet sich in der Nacht nicht weiter aus
Am Mittwochmorgen wurde das Gebiet zunächst mit einer Drohne kontrolliert. Dabei wurden noch mehrere Glutnester im Waldboden entdeckt, jedoch gab es keine Hinweise darauf, dass sich das Feuer während der Nacht weiter ausgebreitet hatte.
Ab 07.00 Uhr waren erneut zwei Löschhubschrauber im Einsatz. Gleichzeitig setzten die Feuerwehrleute am Boden ihre Arbeiten fort und gruben die verbliebenen Brandherde aus, um sie vollständig zu löschen.
Am Einsatz am heutigen Mittwoch beteiligen sich unter anderem die Feuerwehren aus Scheffau, Ellmau und Söll. Außerdem unterstützen ein Drohnenteam, FlughelferInnen und die Bezirkszentrale die Löscharbeiten. Insgesamt sind bis zu 60 Einsatzkräfte im Einsatz.
Ursache weiterhin unklar
Die Ursache des Waldbrandes wird weiterhin untersucht. Nach Angaben der Feuerwehr kommen sowohl ein Blitzeinschlag als auch menschliches Handeln als Auslöser infrage. Für keine der beiden Möglichkeiten konnten bis Mittwochmorgen jedoch Beweise gefunden werden.
Bei dem Brand sowie den anschließenden Löscharbeiten wurde niemand verletzt und die Feuerwehr geht davon aus, die verbliebenen Glutnester im Laufe des Mittwochs beseitigen zu können. Das Gebiet wird jedoch weiterhin überwacht, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern.
Bei einem Bodenbrand ist es möglich, dass Glutreste unter Wurzeln, trockenem Holz und in der oberen Bodenschicht noch lange Zeit die hohen Temperaturen halten. Selbst wenn oberirdisch kein Rauch oder keine Flammen mehr sichtbar sind, kann das Feuer dadurch später erneut ausbrechen.
Mehrere Waldbrände in Österreich in diesem Monat
Der Brand bei Scheffau ist kein Einzelfall. Bereits Anfang Juli waren in Tirol auch bei Waldbränden in Wildermieming, Breitenbach am Inn und Virgen umfangreiche Löscheinsätze erforderlich. In Wildermieming und Breitenbach galt vermutlich ein Blitzeinschlag als Brandursache. Aufgrund des steilen und schwer zugänglichen Geländes kamen auch dort mehrere Löschhubschrauber zum Einsatz. Auch in Rottenmann in der Steiermark sowie auf einem militärischen Übungsgelände bei Molln in Oberösterreich kam es in diesem Monat zu Vegetations- und Waldbränden. Die Feuerwehr in Niederösterreich warnte zudem am Mittwoch, dem 29. Juli, dass die Waldbrandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der erwarteten Hitze erneut deutlich ansteigt.