Das Hütten-Trekking in den Alpen hat eine lange Tradition und feiert durch den aktuellen Wander-Boom ebenfalls ein Comeback. Für Outdoor-Fans, die gerne in den Bergen unterwegs sind, ist es wohl das höchste der Gefühle: von Hütte zu Hütte wandern und dabei die Bergwelt zu Fuß erkunden. Ein österreichisches Bundesland, das besonders viele schöne Hüttentouren zu bieten hat, ist Tirol. Wir stellen dir in diesem Blog acht wunderschöne Hüttentouren in Tirol vor.
Kurz zusammengefasst
- Tirol ist ideal für Hüttentouren: Das österreichische Bundesland bietet zahlreiche Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte, von familienfreundlichen Routen bis hin zu anspruchsvollen Höhenwegen für erfahrene Bergwanderer.
- Anspruchsvolle Klassiker: Der Stubaier Höhenweg, der Ötztal Trek und der Berliner Höhenweg führen über lange Distanzen und viele Höhenmeter durch eindrucksvolle alpine Landschaften.
- Auch für EinsteigerInnen geeignet: Der Lechweg, der KAT Walk sowie die Touren im Alpbachtal bieten gut zugängliche, teilweise kürzere Varianten und einige davon eignen sich auch für Familien und WanderanfängerInnen.
- Besondere Weitwanderungen: Die Alpenüberquerung und die Peter-Habeler-Runde verbinden spektakuläre Ausblicke, abwechslungsreiche Etappen und intensive Bergerlebnisse.
1. Stubaier Höhenweg
Der Stubaier Höhenweg befindet sich – wie der Name schon vermuten lässt – im Stubaital. Es ist einer der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Höhenwanderwege der Ostalpen. Die Route startet in Neustift, ist insgesamt 80 Kilometer lang, besteht aus acht Etappen und überwindet 6.000 Höhenmeter. Der Vorteil dieser Hüttentour ist, dass man auch einzelne Etappen gehen kann, da es von jeder Hütte Auf- bzw. Abstiegsmöglichkeiten ins Tal gibt.
2. Ötztal Trek
Das Ötztal ist eines der bekanntesten und beliebtesten Täler Tirols. Im Sommer kann man das Ötztal im Zuge der Hüttentour "Ötztal Trek" erkunden. Diese Route ist insgesamt 231 Kilometer lang, besteht aus 23 Etappen und 17.200 Höhenmetern. So viel Zeit hast du nicht? Natürlich sind auch kürzere Varianten möglich! Dabei entscheidet man sich am besten für eine der sechs Teilstrecken. Jede dieser Routen besteht aus zwei bis fünf Etappen. Beachte, dass die Etappen des Ötztal Treks für den fortgeschrittenen Bergwanderer gedacht sind. Die Etappen sind anspruchsvoll, es gibt nicht überall Markierungen und einige Etappen führen über Eis.
3. Lechweg
Diese Hüttentour in Tirol befindet sich im gleichnamigen Lechtal. Die Route ist etwa 120 Kilometer lang und besteht aus 6-8 Etappen. Einige der Etappen kann man in verschiedenen Varianten wandern. An der Quelle des Lechs beginnt auch der Lechweg, in der Gemeinde Lech am Arlberg. Der Fluss fließt durch den Naturpark Lechtal-Reutte und endet in Füssen (Deutschland). Der Lechweg verläuft auf der gleichen Strecke wie der Fluss. Diese Route ist für Wanderanfänger und Wanderer geeignet, die eine entspannende Mehrtagestour suchen.
4. KAT Walk
Der KAT Walk, oder Kitzbüheler Alpen Trail, ist eine schöne und sehr zugängliche Hüttenwanderung in Tirol. Die Route ist 106 Kilometer lang, in 6 Etappen unterteilt und man überwindet 6.350 Höhenmeter. Der KAT Walk beginnt inn Hopfgarten im Brixental und führt über Kitzbühel und St. Johann in Tirol nach St. Ulrich am Pillersee. Eine gute Nachricht für all jene, die den KAT Walk gerne etwas kürzer und einfacher gehen möchten: Es gibt viele verschiedene Varianten! Der KAT Walk Kompakt ist nur 76 km lang und in fünf Etappen unterteilt, der KAT Walk Auszeit ist sogar nur 52 km lang und in 2-3 Tagen machbar. Wer den KAT Walk direkt als Urlaub über den TVB Kitzbüheler Alpen bucht, kann sogar einen Gepäcktransport in Anspruch nehmen.
5. Alpbachtal
Das Alpbachtal bietet mehrere Möglichkeiten für eine Hüttentour. Besonders schön und auch für Familien oder Wanderanfänger geeignet sind die 3-Tages-Tour Alpbachtal und die 4-Tages-Tour Brandenberger Alpen. Die 3-Tages-Tour geht von Alpbach zum Pinzgerhof und zurück und ist mit ihren 19 km, aufgeteilt auf drei Tage, auch für kleine Wanderfüße zu schaffen. Etwas sportlicher ist die 50 km lange 4-Tages-Tour, die von Kramsach nach Brandenberg und retour führt. Dabei werden 3.600 Höhenmeter überwunden und in vier Tagen vier majestätische Gipfel erklommen.
6. Berliner Höhenweg
In den Zillertaler Alpen befindet sich die Hüttenwanderung Berliner Höhenweg. Diese mehrtägige Wanderung beginnt in Finkenberg und endet in Mayrhofen. Seit 2008 wird diese Route vom TVB Zillertal als Gesamttour angeboten. Der Berliner Höhenweg besteht aus 7 Etappen mit einer Gesamtlänge von 85 Kilometern. Auf den meisten Etappen geht es ordentlich bergauf und bergab, insgesamt werden rund 6.600 Höhenmeter überwunden! Der Berliner Höhenweg ist vor allem für geübte Wanderer interessant.
7. Die Alpenüberquerung
Diese Hüttentour beginnt in Deutschland, führt durch Tirol und endet in Italien. Es gibt mehrere Möglichkeiten einer Nord-West-Überquerung der Alpen, besonders schön ist die Route über Gmund am Tegernsee nach Kreuth, Achenkirch, Maurach, Hochfügen, Mayrhofen, Pfitsch bis nach Sterzing. Bei dieser Hüttentour wandert man 188 Kilometer und 21.362 Höhenmeter. Für die Strecke sollte man etwa acht Tage einplanen.
8. Peter Habeler Runde
Der aus dem Zillertal stammende Bergsteiger Peter Habeler hat gemeinsam mit Reinhold Messner als erster den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm die "Peter Habeler Runde" gewidmet. Diese Rundwanderung ist 57 km lang und wird meist in 7 Tagen begangen. Die Länge der Etappen variiert zwischen 3,5 und 13 Kilometern. Insgesamt überwindet man 4.990 Höhenmeter und genießt dabei außergewöhnliche Ausblicke auf das Zillertal.
Tipps für eine gelungene Hüttentour in Tirol
Eine Hüttentour in Tirol ist ein ganz besonderes Bergerlebnis: mehrere Tage unterwegs sein, jeden Morgen mit Blick auf die Gipfel aufwachen und abends in einer gemütlichen Berghütte einkehren. Damit die Tour nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch entspannt und sicher bleibt, gibt es bei der Planung einiges zu beachten. Mit den folgenden Tipps bist du bestens auf deine nächste Hüttentour vorbereitet.
- Wähle eine passende Route: Nicht jede Hüttentour eignet sich für jeden Wanderer. Achte bei der Auswahl auf die Länge der einzelnen Etappen, die Anzahl der Höhenmeter und den Schwierigkeitsgrad. Für AnfängerInnen sind einfache Wege mit moderaten Anstiegen eine gute Wahl. Erfahrene Bergwanderer können sich an anspruchsvollere Höhenwege mit steilen oder ausgesetzten Passagen wagen.
- Plane lieber etwas mehr Zeit ein: Die angegebene Gehzeit ist häufig nur ein Richtwert. Pausen, Fotostopps, kurze Umwege und langsameres Gehen in anspruchsvollem Gelände können die Wanderzeit deutlich verlängern. Plane deshalb genügend Zeit ein und starte möglichst früh. So bleibt auch bei einer längeren Pause oder einem Wetterumschwung noch ausreichend Spielraum.
- Reserviere die Übernachtungen frühzeitig: Vor allem in der Hauptsaison sind beliebte Berghütten schnell ausgebucht. Reserviere die Übernachtungen daher rechtzeitig und informiere dich über die jeweiligen Öffnungs- und Stornierungsbedingungen. Prüfe außerdem, ob die Hütte eine eigene Bettwäsche oder einen Hüttenschlafsack voraussetzt.
- Packe den Rucksack mit Bedacht: Bei einer Hüttentour zählt jedes zusätzliche Gramm. Nimm nur das Nötigste mit und achte auf leichte, funktionale Kleidung. Zur Grundausstattung gehören unter anderem:
- feste Wanderschuhe
- wetterfeste Jacke und Regenbekleidung
- warme Wechselkleidung
- Hüttenschlafsack
- Trinkflasche
- Sonnenschutz
- Erste-Hilfe-Set
- Stirnlampe
- Wanderkarte oder GPS-Gerät
- Mobiltelefon und Powerbank
- Trotzdem solltest du nicht an wichtigen Dingen sparen. Ein Wetterumschwung kann in den Bergen jederzeit auftreten.
- Informiere dich über Wetter und Wegbedingungen: Das Wetter in den Bergen kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Prüfe deshalb am Morgen und möglichst auch während der Tour den aktuellen Wetterbericht. Achte außerdem auf Hinweise zu Schneefeldern, gesperrten Wegen, Steinschlag oder Gewittern. Bei unsicheren Bedingungen ist es besser, eine Etappe abzukürzen oder eine sichere Alternative zu wählen.
- Denke an ausreichend Verpflegung: Auf vielen Hüttentouren gibt es regelmäßig Einkehrmöglichkeiten. Trotzdem solltest du immer ausreichend Wasser und ein paar Snacks dabeihaben. Müsliriegel, Nüsse, Obst oder belegte Brote liefern unterwegs schnell neue Energie. Auf der Hütte warten dann oft regionale Spezialitäten und eine wohlverdiente Mahlzeit.
- Überschätze dich nicht: Eine Hüttentour soll ein schönes Erlebnis sein und kein Wettkampf. Gehe in einem gleichmäßigen Tempo und lege regelmäßig Pausen ein. Wenn die Beine schwer werden, das Wetter schlechter wird oder die Konzentration nachlässt, solltest du rechtzeitig reagieren. Besonders wichtig ist, auch für den Abstieg genügend Kraft einzuplanen.
- Bleibe auf markierten Wegen: Halte dich an die ausgeschilderte Route und verlasse markierte Wege nur, wenn du dich im Gelände sehr gut auskennst. Abkürzungen können gefährlich sein und führen nicht immer schneller ans Ziel. Informiere außerdem eine Vertrauensperson über deine geplante Route und die Hütten, in denen du übernachtest.
- Respektiere Natur und Hüttenleben: Eine Hüttentour führt durch empfindliche alpine Landschaften. Bleibe auf den Wegen, nimm deinen Müll wieder mit und halte Abstand zu Tieren. Auf der Hütte gilt Rücksichtnahme: wenig Gepäck im Schlafraum, Ruhezeiten beachten und gemeinschaftliche Bereiche sauber hinterlassen. So fühlen sich alle Gäste wohl.
- Genieße den Weg: Bei einer Hüttentour geht es nicht nur darum, von einer Hütte zur nächsten zu gelangen. Nimm dir Zeit für die Landschaft, die Aussicht und die kleinen Erlebnisse unterwegs. Ein Sonnenaufgang über den Bergen, eine Pause an einem Bergsee oder eine gemütliche Stunde auf der Hüttenterrasse bleiben oft länger in Erinnerung als die zurückgelegten Kilometer.
Mit der richtigen Vorbereitung, einer realistischen Planung und etwas Flexibilität wird die Hüttentour in Tirol zu einem unvergesslichen Abenteuer. Denn am schönsten ist es, wenn am Ende nicht nur das Ziel zählt, sondern jeder einzelne Schritt dorthin.