Skip to navigation Skip to main content

Alpenüberquerung zu Fuß: 5 schöne Routen quer durch die Alpen

Wandern im Stubaital

Eine Alpenüberquerung zu Fuß gehört zu den großen Klassikern des Weitwanderns: mehrere Tage oder Wochen unterwegs sein, Pässe überschreiten, Ländergrenzen zu Fuß passieren und jeden Abend an einem neuen Ort ankommen. Die Auswahl an Routen ist groß: vom anspruchsvollen Traumpfad München–Venedig bis zur komfortableren Genussvariante mit Hotels und Gepäcktransport. Welche Route passt, hängt vor allem von Kondition, alpiner Erfahrung, Zeitbudget und der gewünschten Portion Komfort ab. Wir stellen dir fünf der schönsten Routen für eine Alpenüberquerung zu Fuß vor.

Der Traumpfad von München nach Venedig

Der Klassiker unter den Alpenüberquerungen zu Fuß ist der Traumpfad von der bayerischen Hauptstadt München zur Lagunenstadt Venedig an der Adriaküste. Die rund 550 km lange Route beginnt auf dem Münchner Marienplatz und führt zunächst durch das Voralpenland, das karge Karwendelgebirge und die Tuxer Alpen, überquert den Alpenhauptkamm sowie die Dolomiten und steigt hinab ins italienische Flachland mit dem Markusplatz in Venedig als Ziel. Ein sehr abwechslungsreicher Weg, sowohl landschaftlich als auch technisch. Neben schmalen Gebirgspfaden muss so mancher Klettersteig passiert werden, auch wenn Alternativrouten es Wanderern teilweise ermöglichen, sich die Klettereien zu ersparen. Gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, sowie das mehrtägige Wandern mit Gepäck, sind in dem teils hochalpinen Gelände aber ein Muss.

  • Start: München | Ziel: Venedig
  • Länge: ca. 550 km | Dauer: 29 Etappen | Höhenmeter: 47.000 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Mitte September
  • Gut zu wissen: In seinem Buch „Zu Fuß über die Alpen“ (1977) verlieh Ludwig Graßler dem Traumpfad seinen Namen. Tausende Wanderer folgen jährlich dieser Transalp-Route.
Karwendelgebirge Alpen Wandern Alpenüberquerung
© Pixabay
Auf dem Traumpfad von München nach Venedig durchqueren Wanderer auch das Karwendelgebirge.

Im Sommer 2020 ist Bloggerin Andrea den Traumpfad von München nach Venedig zu Fuß und ganz allein gelaufen. Sie hat ihre Motivation sowie ihre Packliste für die Alpenüberquerung mit uns geteilt.

Von Oberstdorf nach Meran auf dem Fernwanderweg E5

Eine der kürzesten und gleichzeitig beliebtesten Wanderrouten über die Alpen beginnt in Oberstdorf im Allgäu und führt nach Meran in Südtirol. Die Route ist ein Teilstück des Europäischen Fernwanderweges E5 und führt durch die Allgäuer, Lechtaler und Ötztaler Alpen sowie das italienische Schnalstal. Aufgrund der landschaftlichen Vielseitigkeit, guten Wegmarkierung sowie organisierten Hütten wird die Route auch gerne von Wanderern gewählt, die sich zum ersten Mal an eine Alpenüberquerung wagen. Eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden natürlich schon vorausgesetzt, hochalpine Erfahrung und eine spezielle Ausrüstung benötigen Wanderer allerdings nicht. Zudem gibt es mehrere Möglichkeiten, den Weg abzukürzen, wie eine lustige Fahrt mit dem Postbus. 

  • Start: Oberstdorf | Ziel: Meran oder Vernagt im Schnalstal, je nach Variante
  • Länge: ca. 180 km | Dauer: 6-8 Etappen | Höhenmeter: 13.000 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Ende September
  • Gut zu wissen: Aufgrund der hohen Beliebtheit dieser Route, sind Hütten und geführte Termine oft früh ausgebucht. Wer individuell geht, sollte Unterkünfte, Transfers und Alternativetappen rechtzeitig planen. Tipps zur ersten Übernachtung auf einer Hütte in den Bergen >>
Von Oberstdorf nach Meran auf dem Fernwanderweg E5
© Pixabay
Auf dem Fernwanderweg E5 geht es nach Meran. Wer mag, kann dort auf den Spuren der Kaiserin Sissi wandeln.

Genusswandern vom Tegernsee nach Sterzing

Wer auf Komfort, Genuss und Kultur bei einer Alpenüberquerung zu Fuß nicht verzichten möchte, sollte sich die Route vom Tegernsee über den Achensee und das Zillertal nach Sterzing in Südtirol vornehmen. Alpine Herausforderungen bleiben bei dieser einfachen Transalp-Variante aus. Stattdessen warten vergleichsweise kurze Etappen, wenige Höhenmeter und leichte Wege auf Wanderer mit mittelmäßiger Kondition. Mit einem Spaziergang ist es allerdings nicht zu vergleichen. Die vielen Transportmöglichkeiten sowie komfortablen Hotels und Pensionen in den Ortschaften entlang der Route gestalten die Alpenüberquerung dennoch etwas angenehmer. Drei Länder sowie vier Regionen werden auf dieser Route durchquert. Mit jedem Landschaftswechsel entdecken Genusswanderer die einzigartige Kultur und Kulinarik der Region und werden mit traumhaften Aussichten belohnt.

  • Start: Gmund am Tegernsee | Ziel: Sterzing in Südtirol
  • Länge: ca. 144 km | Dauer: 7 Etappen | Höhenmeter: 8.700 m
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
  • Gut zu wissen: „Von Bier zu Wein“ beschreiben manche Wanderer diese Transalp-Route, bei der man in den Genuss Bayerischer, Tiroler sowie Südtiroler Spezialitäten kommt.

Reines Naturerlebnis auf dem L1 von Garmisch-Partenkirchen nach Brescia

Weniger bekannt, aber dafür Natur pur bietet eine Alpenüberquerung auf dem L1 von Garmisch-Partenkirchen entlang der Zugspitze bis nach Brescia im italienischen Flachland. Bei dieser Route wird müden Beinen weder in der Bergbahn noch im Bus eine Erholung gegönnt, sondern jeder Meter zu Fuß bewältigt. Die Route entfernt sich weitgehend von touristischer Infrastruktur und asphaltierten Straßen und verläuft durch die ursprüngliche, Ruhe gebende Natur. Konditionell wie auch technisch wird dem Wanderer hier einiges abverlangt. Der Weg führt häufig durch einsame, hochalpine Gebiete über 3.000 Meter. Gletscher sowie Schneefelder müssen überquert werden. Kletterpassagen bleiben einem allerdings erspart.

  • Start: Garmisch-Partenkirchen | Ziel: Brescia
  • Länge: ca. 437 km | Dauer: 28 Etappen | Höhenmeter: 66.500 m
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Mitte September
  • Gut zu wissen: Diese Route ist keine klassische Einsteiger-Alpenüberquerung. Neben sehr guter Kondition sind alpine Erfahrung, sichere Orientierung, Wetterkenntnis und flexible Etappenplanung nötig. Schneefelder, Blockgelände und lange Etappen können auch im Hochsommer eine Rolle spielen. Grödel, eine Art Steigeisen, sollten bei dieser abenteuerreichen Route im Gepäck nicht fehlen.
Zugspitze
© Pixabay
Der L1 führt durch nahezu unberührte Landschaften entlang der Zugsptze von Garmisch-Partenkirchen nach Brescia.

Weitwandern auf dem Alpe-Adria-Trail vom Großglockner bis an die Adria

Der Alpe-Adria-Trail ist ein grenzüberschreitendes Projekt zwischen Österreich, Slowenien und Italien, das puren Wandergenuss auf einem rund 750 km langen und durchgehend markierten Weitwanderweg verspricht. Beginnend am höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner, schlängelt sich die Route entlang der türkisblauen Seen Kärntens, durch die schöne Bergwelt Sloweniens sowie die gigantische Felslandschaft der Julischen Alpen bis hin zum kleinen Fischerdorf Muggia an der Adriaküste. Ausdauer ist auf dieser vergleichsweise langen Alpenüberquerung zu Fuß gefragt. Die Etappen verlaufen allerdings vorwiegend im nicht alpinen Bereich und sind als technisch leicht einzustufen, weshalb sich diese kulturell und kulinarisch reiche Route auch für Genusswanderer eignet. Einfach gestaltet sich überdies die Planung, da der Weitwanderweg auch nur in Teilstrecken begangen werden kann und ein Guide, Gepäcktransport, An- und Abreise sowie Übernachtungen bereits im Voraus gebucht werden können.

  • Start: Kaiser-Franz-Josefs-Höhe/Großglockner | Ziel: Muggia an der Adriaküste
  • Länge: ca. 750 km | Dauer: 43 Etappen | Höhenmeter: 55.000 m
  • Charakter: genussorientierter Weitwanderweg, überwiegend nicht hochalpin
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Beste Jahreszeit: Von der Öffnung der Großglockner Hochalpenstraße im Mai bis Ende Oktober
  • Gut zu wissen: Der Trail lässt sich sehr gut in Teilabschnitten wandern. Zur Vorbereitung sowie Navigation dieser Alpenüberquerung gibt es eine kostenlose App für das Handy.

Wer nicht gleich die Alpen überqueren möchte, kann eine dieser Mehrtagestouren in den Alpen ausprobieren.

Früh buchen: eine Alpenüberquerung will gut geplant sein

Wer 2026 eine Alpenüberquerung plant, sollte lieber früher als später mit der Organisation beginnen. Besonders auf bekannten Routen wie dem E5 oder München–Venedig sind Hüttenplätze, Hotels und Transfers in der Hauptsaison schnell ausgebucht. Wer im Juli oder August unterwegs sein möchte, sollte möglichst früh reservieren und auch Alternativen für Schlechtwettertage einplanen.  Wichtig ist außerdem ein realistischer Blick auf die eigenen Fähigkeiten. „Einfach“ bedeutet bei einer Alpenüberquerung nicht automatisch leicht: Auch technisch weniger schwierige Routen können durch lange Etappen, viel Gepäck, Hitze, Gewitter oder steile Abstiege anstrengend werden. Aktuelle Wegzustände, Schneefelder, Hüttenöffnungszeiten und Fahrpläne von Bussen oder Bergbahnen sollten kurz vor dem Start noch einmal kontrolliert werden.

 

Unbedingt mitzunehmen:

  • eine offline verfügbare Karte
  • ein leichter Hüttenschlafsack
  • genügend Snacks
  • Bargeld für Hütten
  • Sonnenschutz
  • Regenkleidung
  • ausreichend Reserven bei Zeit und Energie.

Wer wenig alpine Erfahrung hat, ist auf einer geführten Tour oder auf einer komfortableren Route mit Gepäcktransport oft besser aufgehoben als auf einer langen, einsamen Hochgebirgsroute.

Miriam

Über Miriam

Für Miriam müssen es keine großen Höhenmeter sein. Abwechslungsreich und gespickt mit schönen Aussichten sind die perfekten Wanderwege für sie und wenn am Ende noch eine schöne Hütte wartet, ist der Tag in den Bergen perfekt.