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Pasterze Gletsjer

Der Gletscher ruft – und das nicht nur im Winter. Ein Ausflug in das ewige Eis ist auch im Sommer ein beeindruckendes Erlebnis. Wem es im Strandbad also zu voll oder zu heiß wird, kann hier in die kalte und geheimnisvolle Welt aus Eis und Schnee eintauchen. Die meisten Gletscher in der folgenden Übersicht sind mit dem Lift zu erreichen und dadurch ideal für einen aufregenden Wanderausflug mit der ganzen Familie. IndenBergen stellt die zehn schönsten Gletscher in den Alpen vor.

Kurz zusammengefasst

  • Die Alpen beherbergen einige der beeindruckendsten Gletscher Europas, von gewaltigen Eisströmen wie dem Aletschgletscher bis hin zu faszinierenden Gletscherlandschaften in Österreich, Frankreich und Deutschland.
  • Viele der vorgestellten Gletscher sind dank Bergbahnen und gut ausgebauter Wanderwege leicht erreichbar und bieten eindrucksvolle Naturerlebnisse für BesucherInnen aller Altersgruppen.
  • Spektakuläre Aussichtspunkte, Gletscherseen, Panoramawege und Eishöhlen ermöglichen einzigartige Einblicke in die alpine Welt aus Eis und Schnee.
  • Wir stellen die schönsten Gletscher der Alpen vor und zeigen zugleich, wie stark diese beeindruckenden Naturlandschaften durch den Klimawandel unter Druck geraten.

1. Aletschgletscher

Riesengroß und wunderschön: Der Aletschgletscher ist der größte und längste Eisstrom in den Alpen und liegt im Schweizer Kanton Wallis. Seit 2001 steht der etwa 20 km lange Gletscher auf der Liste des Welterbes der UNESCO. Unzählige einfach zugängliche Aussichtspunkte bieten eine spektakuläre Sicht auf den Eisgiganten, wie etwa das Bettmerhorn und das Eggishorn. Das Eggishorn ist mit der Seilbahn erreichbar und einer der schönsten Orte in den Alpen.

Fun Fakt: Würde man den Aletschgletscher abschmelzen, könnte jeder Mensch auf dieser Welt 3,5 Jahre lang täglich einen Liter Wasser davon trinken.

2. Fieschergletscher

Der Fieschergletscher ist ein relativ unbekannter Eisriese, da er oft im Schatten seines "großen bekannten Bruders", dem Aletschgletscher, steht. Er befindet sich auf der Südseite der Berner Alpen und ist mit einer Länge von knapp 15 km der drittgrößte Gletscher in den Alpen. Der Fieschergletscher zwängt sich durch das enge Tal zwischen Wannen- und Wasenhorn und bietet ein fabelhaftes Fotosujet, das Wanderer zum Staunen bringt. Eine beeindruckende Wanderung abseits der Massen der Aletsch Arena, ist der Weg von der Fiescheralp nach Fiesch, vorbei an der Aspi-Titter-Hängebrücke.

Fun Fakt: Als der Fieschergletscher 1652 zu einem Hochstand vorstieß, versammelten sich die Talbewohner zu einer gletscherbannenden Prozession gegen das Gespenst im Gletscher.

Gletscher

3. Pasterze

Am Fuße des Großglockners liegt die imposante Pasterze, sie ist mit einer Länge von etwa 8 km der größte Gletscher in Österreich. Bereits von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf der Großglockner-Hochalpenstraße kann man den Eisriesen aus der Distanz bewundern. Wer gerne wandert, sollte sich dieses Naturschauspiel jedoch unbedingt auch aus der Nähe ansehen. Von der Passhöhe führt der Gletscherlehrweg hinunter bis zur Pasterze. Eine landschaftlich sehr eindrucksvolle Wanderung mit tollen Ausblicken auf den Eisriesen und den Großglockner.

Die traurige Wahrheit: Die Pasterze verliert 1 bis 2 Metern Eisdicke pro Jahr. Das könnte zu einem völligen Abschmelzen in den nächsten 20 Jahren führen.

4. La Grande Motte

Die "große Scholle", wie der Grande Motte Gletscher übersetzt heißt, geht ein bisschen in dem riesigen Skigebiet Tignes unter. Denn auf dem Gletscher im Vanoise-Massive findet auch im Sommer der Skibetrieb statt. Ein großer Vorteil für all jene, die auch in der warmen Jahreszeit ein paar Schwünge in den Schnee ziehen wollen, und für Besucher, die den Gletscher auf einfachem Weg erreichen möchten. Denn auf den Grande Motte führt von Tignes aus eine Seilbahn. Für Wanderer gibt es im Nationalpark Vanoise zahlreiche tolle Touren mit Blick auf den Gletscher und Aussicht auf den Mont Blanc. 

Fun Fakt: In Frankreich gibt es noch ein zweites "La Grande Motte" – ein am Reißbrett entworfener Badeort in Südfrankreich.

5. Morteratschgletscher

Der Morteratschgletscher befindet sich in der Berninagruppe im Schweizer Kanton Graubünden. Die Wanderung zum Gletscher ist ein Traum: Von der Station Morteratsch der Rhätischen Bahn gehen Wanderer knapp 50 Minuten durch tausende Jahre Erdgeschichte und erreichen schließlich den großen Gletschersee und die gigantische Eiszunge. Auch wenn die Landschaft beeindruckt, macht diese Wanderung auch etwas nachdenklich, denn an zahlreichen Stellen wird deutlich, wie weit sich der Gletscher bereits zurückgebildet hat.

Die traurige Wahrheit: Früher mündete der Persgletscher in den Morteratschgletscher. Durch die starke Gletscherschmelz riss die Verbindung der beiden Gletscher jedoch 2015 ab.

6. Zugspitze

In Bayern gibt es insgesamt vier Gletscher, zwei davon befinden sich an den Flanken der Zugspitze: der Höllentalferner und der nördliche Schneeferner. Wer rundum Garmisch-Partenkirchen Sommerurlaub macht, sollte auf jeden Fall einen Ausflug auf die Zugspitze und ihre drei Gletscher machen. Die Zugspitze ist mit 2.962 m der höchste Berg Deutschlands und auf diesem Berg gibt es auch im Sommer ein erfrischendes Angebot: auf Zipfelbobs durch den Schnee sausen, den GletscherErlebnisweg erkunden, im Alpinpark Zugspitze klettern und natürlich zahlreiche Wanderungen.

Die traurige Wahrheit: Von 1993 bis 2012 wurde der Schneeferner jeden Sommer mit einer Plane abgedeckt, um ihn vor der Sonne und Regenwasser zu schützen. Seit 2013 ist die Fläche, die sich auf dem Gletscher abdecken lässt, zu klein und zu steil geworden.

Zugspitze

7. Rhônegletscher

Der Rhônegletscher ist ein weit ins Tal reichender Gletscher im Kanton Wallis in der Schweiz. Früher erstreckten sich die Eismassen sogar bis auf den Talboden von Gletsch. Seit der Eröffnung der Straße über den Furkapass vor 150 Jahren, konnten tausende Touristen den Eisreisen auch oberhalb von Gletsch bestaunen. Heute ist vor allem die Eisgrotte – ein 100 m langer Eistunnel – ein Highlight für Besucher. Diese wird jedes Jahr neu gebohrt und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hotel Belvédère.

Interessanter Fakt: Zwischen dem abschmelzenden Gletscher und einem Felsriegel entsteht langsam ein neuer Gletschersee.

8. Hintertuxer Gletscher

Hintertuxer Gletscher ist die umgangssprachliche und touristische Bezeichnung für den Gletscher, auf dem sich das gleichnamige Skigebiet befindet. Jedoch sind es die Schneemassen des Tuxer Ferners und des benachbarten Riepenkees Gletschers, welche die Grundlage für das Ganzjahresskigebiet bilden. Hier können Besucher also 365 Tage im Jahr Ski fahren – aber auch zu Fuß gibt es genug zu erleben! Mit der Gondel geht es hinauf auf eine Höhe von 3.250 Metern, wo eine schöne Aussicht, eine Grotte, der ‘Flohpark’ und ein Eispalast (ein absolutes Muss für alle Familien, die Urlaub im Zillertal machen) zu finden sind.

Fun Fakt: Mehrmals jährlich müssen die Lifte verrückt werden, damit die Masten trotz der Bewegung der Eismassen gerade stehen.

Stubaier Gletscher In De Herfst

9. Stubaier Gletscher

Eigentlich heißt dieser Gletscher gar nicht Stubaier Gletscher – sondern lediglich das Skigebiet, das sich darauf befindet, trägt diesen Namen. Die beiden Gletscher, die die Grundlage für das Skigebiet bilden, heißen eigentlich Schaufelferner und Daunkogelferner. Bis in den Juni hinein wird das Skigebiet Stubaier Gletscher am Ende des Stubaitals in Tirol für den Skibetrieb genutzt. Aber auch für Wanderer hat das Areal so einiges zu bieten: Es gibt zahlreiche hochalpine Touren, man kann eine Eisgrotte besuchen und über einen Wanderweg bis hin zum Top of Tyrol spazieren, von der Aussichtsplattform sind mehr als 109 Dreitausender zu sehen. 

Eine traurige Geschichte: 1989 verschwand ein 23-jähriger Kanadier am Stubaier Gletscher. Erst 14 Jahre später tauchte der Leichnam auf. Der Tod und die Ermittlungsarbeiten dazu werfen noch heute Fragen auf und wurden in dem Buch "Eiskalter Tod" thematisiert. 

10. Mer de Glace

Der Mer de Glace ist der größte Gletscher in Frankreich und der Mont-Blanc-Gruppe. Außerdem zählt das imposante Eismeer zu den bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten rund um Chamonix. Um den Gletscher zu erreichen, nehmen Besucher die Zahnradbahn Montenvers, die von Chamonix 20 Minuten bis zum Fuße des Mer de Glace braucht. Oben angekommen, bietet sich eine fantastische Aussicht. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte unbedingt auch die Eisgrotte und das Glaciorium besuchen.

Interessanter Fakt: Die Fließgeschwindigkeit des Mer de Glace beträgt etwa 90 m/Jahr. Damit ist er einer der schnellsten Gletscher in den Alpen.

Faszinierende Fakten über die Gletscher der Alpen

Die Alpen beherbergen noch rund 4.000 Gletscher, die zusammen eine Fläche von etwa 1.800 Quadratkilometern bedecken. Der größte und längste Gletscher der Alpen ist der Aletschgletscher in der Schweiz, der sich über rund 20 Kilometer erstreckt. Viele Alpengletscher sind mehrere tausend Jahre alt und speichern wertvolle Informationen über das Klima vergangener Epochen. Gleichzeitig schmelzen sie durch die steigenden Temperaturen immer schneller: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts haben die Alpen bereits mehr als die Hälfte ihres Gletschereises verloren. Dadurch sind die Gletscher nicht nur beeindruckende Naturwunder, sondern auch wichtige Zeugen des Klimawandels.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Gletschern

Was ist ein Gletscher?

Ein Gletscher ist eine große, dauerhaft vorhandene Eismasse, die sich aus über viele Jahre angesammeltem Schnee bildet. Durch den Druck der darüberliegenden Schneeschichten wird der Schnee nach und nach zu festem Gletschereis verdichtet. Sobald die Eismasse eine bestimmte Größe erreicht, beginnt sie sich unter ihrem eigenen Gewicht langsam talwärts zu bewegen. Gletscher formen dabei die Landschaft, schaffen Täler, Moränen und Seen und gelten als wichtige Süßwasserspeicher der Erde. In den Alpen befinden sich heute noch mehrere tausend Gletscher, deren Größe jedoch aufgrund des Klimawandels stetig abnimmt.

Hat Deutschland noch einen Gletscher?

Deutschland besitzt noch mehrere kleine Gletscher in den Bayerischen Alpen. Der bekannteste ist der Nördlicher Schneeferner auf der Zugspitze, dem mit 2.962 Metern höchsten Berg Deutschlands. Daneben gibt es unter anderem noch den Südlichen Schneeferner sowie den Höllentalferner.

Allerdings schrumpfen die deutschen Gletscher seit Jahrzehnten aufgrund der steigenden Temperaturen stark. Einige ehemalige Gletscher haben bereits ihren offiziellen Gletscherstatus verloren. Experten gehen davon aus, dass die verbliebenen Gletscher Deutschlands in den kommenden Jahrzehnten weitgehend verschwinden könnten, wenn sich der Klimawandel fortsetzt.

Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe sind die deutschen Gletscher beeindruckende Naturdenkmäler und beliebte Ziele für Wanderer und Bergsteiger in den Bayerischen Alpen.

Wie heißt der größte Gletscher der Welt?

Der größte Gletscher der Welt ist der Lambert-Gletscher in der Antarktis. Er ist etwa 400 Kilometer lang und an einigen Stellen bis zu 100 Kilometer breit. Der Lambert-Gletscher entwässert einen riesigen Teil des antarktischen Eisschildes und transportiert gewaltige Mengen Eis in Richtung Küste.

Betrachtet man die gesamte Eisfläche, sind die Eisschilde der Antarktis und Grönlands zwar noch deutlich größer als einzelne Gletscher, doch unter den einzelnen Gletschern gilt der Lambert-Gletscher als der größte der Erde.

Der größte Gletscher der Alpen ist hingegen der Aletschgletscher. Mit einer Länge von rund 20 Kilometern ist er der mächtigste Eisstrom des gesamten Alpenraums und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Welcher ist der berühmteste Gletscher der Welt?

Einen eindeutig „berühmtesten“ Gletscher gibt es nicht, doch zu den bekanntesten zählt der Perito-Moreno-Gletscher in Argentinien. Er ist weltweit berühmt, weil er zu den wenigen großen Gletschern gehört, die lange Zeit relativ stabil geblieben sind und regelmäßig spektakuläre Eisabbrüche zeigen. Jedes Jahr reisen Hunderttausende BesucherInnen an, um die gewaltigen Eismassen und das donnernde Kalben des Gletschers zu erleben.

Ebenfalls weltbekannt sind der Aletschgletscher in den Alpen, der Jostedalsbreen als größter Gletscher des europäischen Festlands sowie der Franz-Josef-Gletscher, der sich außergewöhnlich weit bis in niedrige Höhenlagen erstreckt.

In Europa gilt der Aletschgletscher als der bekannteste Gletscher. Als größter Gletscher der Alpen und Teil des UNESCO-Welterbes zieht er jedes Jahr zahlreiche Wanderer, BergsteigerInnen und NaturliebhaberInnen an.

Hat die Zugspitze noch einen Gletscher?

Ja, auf der Zugspitze gibt es noch mehrere Gletscher. Der bekannteste ist der Nördlicher Schneeferner, der heute als größter verbliebener Gletscher Deutschlands gilt. Daneben existieren noch der Südliche Schneeferner und der Höllentalferner.

Allerdings haben die Gletscher der Zugspitze in den vergangenen Jahrzehnten stark an Fläche und Mächtigkeit verloren. Durch die steigenden Temperaturen und immer kürzere Schneeperioden schmilzt das Eis zunehmend schneller. Einige ehemalige Gletscher in Deutschland haben ihren offiziellen Gletscherstatus bereits verloren.

Trotz ihres Rückgangs sind die Gletscher der Zugspitze noch immer ein beeindruckendes Naturphänomen und prägen das Erscheinungsbild des Zugspitzplatts. Experten gehen jedoch davon aus, dass die verbliebenen deutschen Gletscher im Laufe dieses Jahrhunderts weitgehend verschwinden könnten, wenn sich die Erwärmung fortsetzt.

3238 - Summer - Nicole

Über Nicole

Nicole liebt kurze Bergläufe nach der Arbeit in ihrer Heimat dem Salzkammergut oder endlos lange Weitwanderungen irgendwo in der Welt. Egal ob 30 Minuten oder 30 Tage, hauptsache in den Bergen.